LeipzigFahrplan für Wärmeversorgung vorgestellt

Die Stadt Leipzig will bis 2045 klimaneutral sein.
(Bildquelle: Stadt Leipzig)
Die Stadt Leipzig hat mit einem jetzt vorgestellten Rahmenpapier die Weichen für eine klimaneutrale Wärmeversorgung gestellt. Wie die Stadt mitteilt, verglich der Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) die Herausforderung mit dem Aufbau Ost, betonte aber die Dringlichkeit: „Wir brauchen dringend verbindliche Förderinstrumente des Bundes, ansonsten wird die Wärmewende nicht zu stemmen sein.“
Wärme wird überwiegend fossil erzeugt
Derzeit deckt Leipzig laut eigenen Angaben einen Großteil seines Wärmebedarfs mit fossilen Energieträgern wie Erdgas und Heizöl. Nur knapp 2,5 Prozent stammen aus erneuerbaren Quellen. Das vorgestellte Konzept sieht vor, die Fernwärme schrittweise klimaneutral zu gestalten. Für Stadtteile ohne Fernwärmeanschluss sollen Wärmepumpen und eine erweiterte Strominfrastruktur eine Lösung bieten. Ein Pilotprojekt soll in der Südvorstadt West starten.
Die Investitionen in den Umbau der Energieinfrastruktur belaufen sich auf erhebliche Summen. Um den Plan umzusetzen, sollen in den kommenden vier Jahren jährlich 50 Millionen Euro in den Ausbau der Netze und die Entwicklung der Quartiere fließen. Parallel dazu plant die Stadt, die Wasserleitungen zu modernisieren und die Lebensqualität in den betroffenen Gebieten durch umfassende Stadtteilentwicklung zu steigern.
Heiko Rosenthal (Die Linke), Bürgermeister für Umwelt, Klima, Ordnung und Sport, hob die Bedeutung der kommunalen Verantwortung hervor: „Eine klimaneutrale Wärmeversorgung ist der größte kommunale Hebel, um effizient und zügig große Mengen an Treibhausgasemissionen in Leipzig einzusparen.“
Erste Schritte
Auch die Leipziger Gruppe, die für die Umsetzung zuständig ist, sieht sich in der Pflicht. Geschäftsführer Karsten Rogall erklärte: „Unser Ziel ist es, eine sichere, bezahlbare und klimaneutrale Wärmeversorgung in Leipzig aufzubauen.“ Der Fokus liege auf dem Ausbau des Fernwärmenetzes, der Ertüchtigung des Stromnetzes und der Erneuerung der Trink- und Abwasserinfrastruktur.
Mit dem Rahmenpapier hat Leipzig einen ersten Schritt hin zu einem umfassenden Wärmeplan unternommen, der noch vom Stadtrat beschlossen werden muss. Die Stadt will so frühzeitig den gesetzlichen Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes entsprechen, das bis 2045 klimaneutrale Heizsysteme fordert
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