Mittwoch, 22. Juli 2026

Nordrhein-WestfalenFörderung von Mieterstrom-Modellen

[03.11.2016] Das nordrhein-westfälische Umweltministerium fördert künftig Mieterstrom-Modelle und Batteriespeicher für Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von mindestens 30 Kilowatt-Peak.
Das Umweltministerium NRW fördert künftig Mieterstrom-Modelle.

Das Umweltministerium NRW fördert künftig Mieterstrom-Modelle.

(Bildquelle: Lichtblick SE)

In Nordrhein-Westfalen werden ab dem 1. November 2016 Mieterstrom-Modelle gefördert. NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Bündnis 90/Die Grünen) sagt: „Wir wollen mit der Förderung erreichen, dass Mieterinnen und Mieter Strom, der auf ihren Dächern aus Photovoltaikanlagen produziert wird, kostengünstiger nutzen können als zum Grundtarif des örtlichen Stromversorgers. Damit können Mieterinnen und Mieter die Energiewende unmittelbar erleben.“ Insbesondere die Energiewende in den Städten soll mit dem neuen Förderprogramm vorangebracht werden. Seit dem 18. Oktober können in Nordrhein-Westfalen bereits Batteriespeicher zur Speicherung von Strom aus größeren PV-Anlagen gefördert werden. „Mein Ziel ist, Mieterstrom-Modelle und Speicher in NRW stärker zu verbreiten. Sie sind zwei wesentliche Bausteine für die Energiewende, die bisher fehlten und die außerdem dringend benötigte Geschäftsmodelle beispielsweise für die Energieversorgungsunternehmen oder die Energiegenossenschaften ankurbeln“, erläutert Remmel. „Wir schließen damit auch Lücken, die die Bundesregierung, ganz besonders bei der Teilhabe von Mieterinnen und Mietern im Rahmen der Energiewende, bislang nicht ausfüllt. Wir wollen im Jahr 2025 mehr als 30 Prozent des Bruttostromverbrauchs aus erneuerbaren Energien gewinnen.“ Dazu brauche es aber auch das Engagement der Wohnungswirtschaft und der Mieter in den fast fünf Millionen Mietwohnungen NRWs.

Zahlreiche Unterstützer und Lob vom BSW Solar

Wie das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen mitteilt, unterstützen zahlreiche Akteure die Forderung nach einer Unterstützung von Mieterstrom-Modellen. Dazu zählen unter anderem der Deutsche Mieterbund NRW, die Verbraucherzentrale NRW, die EnergieAgentur.NRW, der Rheinisch-Westfälische Genossenschaftsverband, der Landesverband Erneuerbare Energien NRW, die Arbeitsgemeinschaft sparsamer Energie- und Wasserverbrauch im VKU, sowie zahlreiche Stadtwerke und andere Energieversorgungsunternehmen. Auch Alexander Rychter, Direktor des Verbands der Wohnungswirtschaft Rheinland Westfalen, begrüßt die Initiative: „Die ehemals gemeinnützigen Wohnungsunternehmen und -genossenschaften beteiligen sich mit großem Engagement an der Energiewende. Modernisiert oder teilmodernisiert sind heute gut neunzig Prozent ihrer Bestände.“ Deshalb habe insbesondere die dezentrale Erzeugung regenerativer Energie im Wohn- und Stadtquartier ein erhebliches Potenzial zur Einsparung von CO2-Emissionen. Ein Hindernis in Zusammenhang mit Mieterstrom-Modellen ist laut Rychter die Erweiterte Gewerbesteuerkürzung. Rychter ruft den Bundesgesetzgeber dazu auf, diese aus dem Weg zu schaffen. Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW), lobt: „Wir begrüßen es sehr, dass Nordrhein-Westfalen mutig vorangeht und die Weichen dafür gestellt hat, die Energiewende nun auch in die Innenstädte zu tragen. Anders als Solarstrom vom Dach eines Eigenheims wird solarer Mieterstrom von der Bundesregierung derzeit noch zu Unrecht künstlich massiv verteuert, indem er mit der vollen EEG-Umlage belastet wird.“ Die Landeszuschüsse könnten diese Barriere jetzt überbrücken.

Ausgestaltung der Förderung

Unter Mieterstrom versteht das NRW Umweltministerium lokal aus PV-Anlagen produzierten Strom, der Wohnungs- oder Gewerbeflächen-Mietern angeboten wird und der nicht über die öffentlichen Netze geleitet werden muss. Deshalb entfallen Netznutzungsentgelte und die so genannten Konzessionsabgaben. Voraussetzung für die Förderung ist, dass der Strom um 1,5 Cent billiger angeboten wird als im Grundtarif des örtlichen Versorgers. Gefördert werden die Umrüstung des Zählerkonzepts und datenbankbasierte Abrechnungssysteme. Antragsberechtigt sind vor allem Wohnungsunternehmen und Wohnungsgenossenschaften, Hausverwaltungen, Stadtwerke, Contractoren und Energiegenossenschaften. Die maximal mögliche Zuwendung je Vorhaben beträgt 30.000 Euro. Des Weiteren werden stationäre Batteriespeicher in Verbindung mit einer Photovoltaikanlage gefördert, die eine Peakleistung größer 30 kW (Kilowatt) aufweist. Unterstützt werden die Ausgaben für entsprechende Mess- und Steuerungseinrichtungen sowie für Informations- und Kommunikationsmaßnahmen zum Betreiben des geförderten Stromspeichers. Bezuschusst werden 50 Prozent der Ausgaben, wobei die Obergrenze der Förderung pro Speicher bei 75.000 Euro liegt. „Speicher sind ein unverzichtbarer Baustein der Energiewende“, kommentiert Carsten Körnig. „Die neue Speicherförderung wird vielen Gewerbebetrieben in NRW die bedarfsgerechte Bereitstellung von Ökostrom deutlich erleichtern. Es ist gut, dass die Landesregierung auch hier eine Lücke geschlossen hat.“
Zeitgleich zum Start der Landesförderung hat der BSW-Solar die kostenlose Broschüre „Geschäftsmodelle mit PV-Mieterstrom“ veröffentlicht sowie die erste Ausbaustufe eines Info-Portals gestartet. Der Verband rechnet nach eigenen Angaben mit einem großen Interesse an Mieterstrom-Modellen bei Mietern, Stadtwerken sowie bei der Wohungs- und Solarwirtschaft. Laut BSW-Solar verfügen bereits eine Million deutscher Eigenheime über eine Solarstromanlage, während das Potenzial auf Mietgebäuden bislang weitgehend brach gelegen habe. Nach Schätzungen des Verbands könnten mittelfristig rund vier Milliarden Kilowattstunden Solarstrom von Mietsgebäuden in Deutschland geerntet und direkt vor Ort verbraucht werden.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Photovoltaik | Solarthermie
Blick über eine großflächige Photovoltaikanlage auf dem Flachdach eines Gewerbe- oder Industriegebäudes. Im Hintergrund sind ein markanter Schornstein, eine kuppelförmige Industrieanlage sowie weitere Gebäude und eine hügelige Landschaft unter blauem Himmel mit leichter Bewölkung zu sehen.

BSW Solar: Solarausbau wächst durch Sondereffekte

[15.07.2026] In Deutschland ist im ersten Halbjahr 2026 mehr Photovoltaik-Leistung installiert worden als im Vorjahreszeitraum. Nach Angaben des Bundesverbands Solarwirtschaft beruht das Wachstum jedoch vor allem auf Sondereffekten. Der Verband sieht geplante Änderungen bei der Solarförderung als Risiko für den weiteren Ausbau. mehr...

Bremen: Strom aus dem Knast

[10.07.2026] Die Justizvollzugsanstalt Bremen erzeugt mit einer Photovoltaikanlage monatlich rund 4.700 Kilowattstunden Strom für ihren elektrischen Fuhrpark. Bei einem Besuch der Anlage kündigte der Bremer Senat zudem den weiteren Ausbau der Solarstromerzeugung an. mehr...

Luftaufnahme einer modernen Wohnanlage mit mehreren mehrgeschossigen Gebäuden, deren begrünte Flachdächer großflächig mit Photovoltaikanlagen ausgestattet sind. Die Häuser umschließen begrünte Innenhöfe und sind von altem Baumbestand umgeben. Das Bild veranschaulicht die Kombination aus urbanem Wohnungsbau, Dachbegrünung und dezentraler Solarstromerzeugung.

Hamburg: Soziale Dimension der Energiewende

[07.07.2026] In Hamburg-Lokstedt ist Anfang Juli ein Mieterstromprojekt mit 476 Photovoltaikmodulen in Betrieb gegangen. Nach Angaben der Projektpartner können 143 Haushalte Solarstrom vom eigenen Dach beziehen. mehr...

Vier Personen stehen vor einer großflächigen Photovoltaikanlage und blicken in die Kamera. Im Hintergrund erstrecken sich Reihen von Solarmodulen unter einem klaren blauen Himmel. Die Gruppe steht auf einer begrünten Freifläche vor den Modulen und symbolisiert den Ausbau erneuerbarer Energien.

enercity: Energiepark Lehrte-Ahlten wächst

[30.06.2026] Mit der Fertigstellung einer Freiflächen-Photovoltaikanlage im Energiepark Lehrte-Ahlten ist der erste Teil des Projekts abgeschlossen. Als nächster Schritt soll ein Großbatteriespeicher entstehen, der die Stromerzeugung und Speicherung an einem Standort verbindet. mehr...

Abfallwirtschaft Stuttgart: Neue Betriebsstelle in Betrieb genommen

[30.06.2026] Abfallwirtschaft Stuttgart hat in Stuttgart-Wangen eine neue Betriebsstelle mit Lade-Infrastruktur für vollelektrische Müllfahrzeuge und großflächiger Photovoltaikanlage in Betrieb genommen. mehr...

Bonn: Stand zum PV-Ausbau

[29.06.2026] Die Stadtwerke Bonn und die Stadt Bonn treiben den Photovoltaikausbau auf kommunalen Gebäuden weiter voran. Zwei Jahre nach Abschluss ihres Rahmenvertrags sind bereits 60 Anlagen in Betrieb, während weitere Projekte den Ausbau der Solarstromerzeugung beschleunigen sollen. mehr...

Frankfurt am Main: Sonnenenergie versorgt Eissporthalle

[29.06.2026] Auf dem Funktionsgebäude der Eissporthalle Frankfurt erzeugt eine neue Photovoltaikanlage mit 99,9 kWp Solarstrom. Das Projekt soll den Energieverbrauch eines besonders stromintensiven Standorts senken und den Ausbau erneuerbarer Energien auf städtischen Gebäuden vorantreiben. mehr...

GreenSketch: KI-Analyse bewertet Hausdächer

[25.06.2026] Die Solarplattform GreenSketch hat eine bundesweite Analyse von mehr als 28 Millionen Eigenheim-Dächern veröffentlicht. Der Bericht untersucht das wirtschaftliche Potenzial von Photovoltaikanlagen in allen Landkreisen und kreisfreien Städten. mehr...

Bamberg: Größte PV-Anlage der Stadt entsteht

[23.06.2026] In der Bamberger Südflur entsteht die größte Photovoltaikanlage der Stadt mit mehr als 17.000 Solarmodulen. Das Projekt soll ab Ende 2026 Ökostrom für rund 4.500 Haushalte liefern und eröffnet Bürgerinnen und Bürgern eine Beteiligungsmöglichkeit. mehr...

Reihen von Photovoltaikmodulen auf einer Freiflächen-Solaranlage unter blauem Himmel mit einzelnen Wolken. Die Solarpaneele erstrecken sich entlang eines begrünten Geländes und dominieren den Vordergrund. Im Hintergrund sind Windkraftanlagen sowie einige Gebäude zu erkennen.

BSW-Solar: Solarstrom spart Milliarden

[22.06.2026] Die in Deutschland installierten Solaranlagen haben zwischen 2020 und 2025 fossile Energieimporte im Wert von rund 20 Milliarden Euro ersetzt. Zudem wurden nach Angaben des Bundesverbandes Solarwirtschaft Klimaschadenskosten von bis zu 250 Milliarden Euro vermieden. mehr...

Großflächiger Solarpark auf einer leicht hügeligen Agrarlandschaft. Im Vordergrund erstrecken sich zahlreiche dunkelblaue Photovoltaikmodule, im Hintergrund stehen mehrere Windkraftanlagen auf Feldern unter einem weitläufigen, leicht bewölkten Himmel.

Trianel: Solarprojekte in Montabaur

[22.06.2026] Die Verbandsgemeinde Montabaur hat Trianel als strategischen Partner für die Entwicklung mehrerer Photovoltaik-Freiflächenanlagen ausgewählt. In der Region wurden rund 120 Hektar als potenziell geeignete Flächen identifiziert. mehr...

RWE: Erweiterung von Solarpark entlang der Autobahn

[22.06.2026] RWE erweitert sein Solarprojekt entlang der A44n auf mehr als 100 Megawatt und plant zusätzlich einen Batteriespeicher mit 75 Megawatt Leistung. Das Vorhaben soll die Stromversorgung für rund 34.000 Haushalte sichern und die Netzstabilität im Rheinischen Revier stärken. mehr...

Leipzig: Deutschlands größte Solarthermie-Anlage in Betrieb gegangen

[18.06.2026] In Leipzig ist Deutschlands größte Solarthermie-Anlage mit rund 13.000 Solarkollektoren in Betrieb gegangen. Die Anlage soll CO₂-freie Wärme ins Fernwärmenetz einspeisen und gilt als richtungsweisend für die Dekarbonisierung kommunaler Wärmenetze. mehr...

Heemsen: Villa hat PV-Anlage mit Batteriespeicher erhalten

[16.06.2026] E.ON hat den Waldkindergarten Villa Wildschwein in Heemsen mit einer Photovoltaikanlage samt Batteriespeicher ausgestattet. Das Projekt verbessert nicht nur die Energieversorgung, sondern zeigt den Kindern schon früh, wie erneuerbare Energien im Alltag funktionieren. mehr...

Stadtwerke Heidenheim: Solarpark Lohnweiler ist in Betrieb gegangen

[11.06.2026] Juwi und die Stadtwerke Heidenheim haben den Solarpark Lohnweiler in Rheinland-Pfalz mit 20 Megawatt Leistung in Betrieb genommen. Das Projekt stärkt das Erneuerbare-Energien-Portfolio der Stadtwerke und bringt auch der Standortgemeinde zusätzliche Einnahmen. mehr...