Donnerstag, 26. Februar 2026

Schleswig-HolsteinForschungszentrum für Leistungselektronik geplant

[06.01.2026] Schleswig-Holstein will am Campus der HAW Kiel ein neues Forschungszentrum für Leistungselektronik errichten und dafür bis zu 15,28 Millionen Euro bereitstellen. Das Vorhaben soll Forschung, industrielle Anwendung und Technologietransfer im Kontext der Energiewende bündeln.

Schleswig-Holstein plant den Aufbau eines neuen Zentrums für Leistungselektronik am Campus der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) Kiel. Wie das Wissenschaftsministerium des Landes mitteilt, hat der Landtag im Dezember 2025 mit einem Haushaltsbeschluss die Finanzierung für das Leistungselektronische Anwendungszentrum Schleswig-Holstein (LEA.SH) gesichert. Insgesamt sind Investitionen von bis zu 15,28 Millionen Euro vorgesehen, davon 13,28 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung im Rahmen der EU-Initiative „Strategische Technologien für Europa“ sowie zwei Millionen Euro aus Landesmitteln.

Mit dem Haushaltsbeschluss ist nach Angaben des Ministeriums die Voraussetzung für den finalen Zuwendungsbescheid geschaffen. Für das Bauvorhaben stehen am Campus der HAW Kiel bereits ein Grundstück und eine genehmigte Bauvoranfrage der Stadt zur Verfügung. Bauherrin und spätere Betreiberin des Zentrums ist das Unternehmen FuE-Zentrum FH Kiel, das Forschung, Entwicklung und industrielle Anwendung im Bereich der Leistungselektronik an einem Standort zusammenführen soll.

Schlüsseltechnologie für Energiewende

Leistungselektronik befasst sich mit der effizienten Umwandlung und Steuerung elektrischer Energie. Dazu werden Halbleiterbauelemente wie Transistoren und Dioden in hoher Frequenz geschaltet, um Spannungen, Ströme und Frequenzen bedarfsgerecht anzupassen. Die Technologie ist Grundlage zahlreicher Anwendungen, darunter Ladegeräte, Elektrofahrzeuge, Windenergieanlagen, Netzteile und Systeme zur Netzstabilisierung. Nach Darstellung des Landes spielt sie eine Schlüsselrolle für erneuerbare Energien, Energiespeicher, Elektromobilität und die Integration von Wasserstofftechnologien.

Wissenschaftsministerin Dorit Stenke (CDU) zufolge soll LEA.SH gezielt eine Schlüsseltechnologie der Energiewende stärken und zugleich die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit des Landes erhöhen. Energiewendeminister Tobias Goldschmidt (Bündnis 90/Die Grünen) ordnet das Projekt als wichtigen Baustein auf dem Weg Schleswig-Holsteins ein, seine energie- und klimapolitischen Ziele zu erreichen, insbesondere mit Blick auf Netzstabilität, Elektromobilität und den Einsatz erneuerbarer Energien. Auch Wirtschafts- und Technologieminister Claus Ruhe Madsen (CDU) verweist darauf, dass mit dem Zentrum zusätzliche infrastrukturelle Voraussetzungen für anwendungsnahe Innovationen und den Wissenstransfer in die Unternehmen des Landes geschaffen würden.

Unterschiedliche Forschungslabore

An dem neuen Zentrum sollen unter anderem spezialisierte Forschungslabore angesiedelt werden, etwa für Aufbau- und Verbindungstechnik in der Leistungselektronik. Nach Einschätzung der beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind solche hoch spezialisierten Einrichtungen notwendig, um die zunehmende Elektrifizierung von Industrie, Mobilität und Energieversorgung bewältigen zu können. Die räumliche Nähe zu bestehenden Forschungsstrukturen und Industriepartnern am Wissenschaftsstandort Kiel gilt dabei als zentraler Vorteil.

Strategisch ordnet das Land das Vorhaben in seine Regionale Innovationsstrategie Schleswig-Holstein ein, insbesondere in das Spezialisierungsfeld „Energiewende und grüne Mobilität“. Wie aus dem Ministerium weiter hervorgeht, knüpft LEA.SH zudem an die bestehende Energiewendeforschung des Landes an, die vom Landeskompetenzzentrum Energiewendeforschung koordiniert wird und bereits einen Schwerpunkt in der Leistungs- und Speichertechnologie hat. Auch Empfehlungen des Wissenschaftsrats zur Weiterentwicklung des Hochschulsystems in Schleswig-Holstein verweisen demnach auf die starke Position des Landes in diesem Technologiefeld.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Politik

Baden-Württemberg: Land stellt 50 Millionen Euro für Elektrolyseure bereit

[25.02.2026] Baden-Württemberg startet die zweite Runde seines Förderprogramms für Elektrolyseure und stellt weitere 50 Millionen Euro für die regionale Wasserstofferzeugung bereit. Das Umweltministerium reagiert damit auch auf fehlende Vorgaben des Bundes und will den Aufbau lokaler Wasserstoff-Hubs beschleunigen. mehr...

Speicherbranche: Kritik an AgNes-Prozess

[24.02.2026] Die geplante Neuordnung der Netzentgelte im AgNes-Prozess stellt die bisherige Befreiung von Stromspeichern infrage. Vertreter der Speicherbranche warnen, dass ohne Vertrauensschutz Milliardeninvestitionen und bis zu 16 GW Batteriespeicherleistung auf der Kippe stehen. mehr...

Sachsen-Anhalt: Resilienz-Stab zum KRITIS-Schutz eingerichtet

[24.02.2026] Sachsen-Anhalt richtet einen ressortübergreifenden Resilienz-Stab zum Schutz Kritischer Infrastrukturen ein. Das neue Gremium soll angesichts wachsender Risiken durch Extremwetter, Cyber-Angriffe und hybride Bedrohungen die Krisenvorsorge des Landes neu ordnen. mehr...

Hamburg: Firmen warnen vor Netzplänen

[23.02.2026] Mehr als 20 Energieunternehmen aus Hamburg wenden sich gegen das vom Bundeswirtschaftsministerium geplante „Netzpaket“. Sie befürchten Nachteile für den Ausbau erneuerbarer Energien und für den Standort. In einem Brief an die Hamburger CDU fordern sie eine Kehrtwende. mehr...

Berlin: Gesetzentwurf zum besseren Schutz von KRITIS

[23.02.2026] Der Berliner Senat will das Datenschutz- und Sicherheitsrecht anpassen, um Kritische Infrastruktur besser vor Anschlägen zu schützen. Hintergrund sind gezielte Attacken auf die Stromversorgung; der Gesetzentwurf soll moderne Schutztechnik rechtlich absichern und Informationsrisiken begrenzen. mehr...

VKU/BDEW: Stellungnahme zum Diskussionspapier der Bundesnetzagentur

[19.02.2026] Die Branchenverbände VKU und BDEW haben sich jetzt jeweils zum Diskussionspapier der Bundesnetzagentur zu möglichen Einspeisenetzentgelten positioniert. Beide Verbände begrüßen Reformschritte bei den Stromnetzentgelten, lehnen dynamische Einspeiseentgelte jedoch ab. mehr...

Bundesnetzagentur: Orientierungspunkte für Einspeiseentgelte vorgelegt

[19.02.2026] Die Bundesnetzagentur hat jetzt Orientierungspunkte für Einspeiseentgelte vorgelegt. Daraus geht hervor, dass die Behörde Stromerzeuger ab 2029 systematisch an den Netzkosten beteiligen und dafür ein Kapazitätsentgelt sowie dynamische Einspeiseentgelte einführen will. mehr...

bericht

Solarenergie: Verstärkte Investitionen gefragt

[16.02.2026] Solarenergie ist die günstigste und populärste Art der Stromerzeugung. Bis 2030 soll die bundesweit installierte Solarleistung noch einmal nahezu verdoppelt werden. Wie gestaltet sich die Energiewende in Photovoltaik, Speichern und Solarthermie? mehr...

Einzelne Windkraftanlage auf einer leicht hügeligen, abgeernteten Feldfläche. Der hohe Turm mit rot-weißen Markierungen ragt in einen blauen Himmel mit großen, weißen Wolken. Die Landschaft wirkt weit und offen, im Vordergrund erstreckt sich ein goldenes Getreidefeld.

Offener Brief: Länder fordern mehr Ausschreibungen

[12.02.2026] Auf eine schnelle Anhebung der Ausschreibungsvolumina für Windkraft an Land drängen mehrere Energieministerinnen und -minister. In einem gemeinsamen Brief wenden sie sich deshalb an die Bundesnetzagentur und das Bundeswirtschaftsministerium. Hintergrund sind verfehlte Ausbauziele bei den erneuerbaren Energien. mehr...

Netzpaket: Verbände sehen Nachbesserungsbedarf

[12.02.2026] Zum Referentenentwurf für das sogenannte Netzpaket nehmen weitere Branchenverbände Stellung. BDEW und BEE sehen Nachbesserungsbedarf und warnen vor Eingriffen in Planungssicherheit und Investitionsbedingungen. mehr...

Auf einem weiten Ackerland wird eine Windenergieanlage errichtet: Ein großer Turm steht bereits, ein roter Baukran montiert weitere Bauteile. Am Boden liegen Rotorblätter mit roten Spitzen, Turmsegmente und Technikcontainer, im Hintergrund sind mehrere fertige Windräder in der Landschaft zu sehen.

Pläne der Bundesregierung: Netzpaket stößt auf Kritik

[11.02.2026] Die geplanten Änderungen beim Netzanschluss für erneuerbare Energien sorgen für Widerstand. Neben dem Bundesverband WindEnergie warnt auch die rheinland-pfälzische Klimaschutzministerin Katrin Eder vor den Folgen für Investitionen, Kommunen und die Versorgungssicherheit. Sie fordert einen Kurswechsel zugunsten von Netzausbau und Flexibilität. mehr...

Baden-Württemberg: Klimaschutz-Programm reaktiviert

[04.02.2026] Kommunen in Baden-Württemberg können wieder Förderanträge für Beratungs- und Begleitmaßnahmen zur energetischen Sanierung öffentlicher Gebäude stellen. Das Land reaktiviert dafür den zweiten Teil des Programms Klimaschutz-Plus und ergänzt die bereits laufende Investitionsförderung. mehr...

Steinbeis: Neue AG für Konfliktkommunikation

[02.02.2026] Eine neue Arbeitsgemeinschaft hat sich zum Ziel gesetzt, Konflikte bei Energie- und Infrastrukturprojekten zu verringern. Sie richtet sich an Verantwortliche aus Unternehmen und Kommunen. Ziel ist es, Bürgerinnen und Bürger stärker in Planungen einzubeziehen. mehr...

BDEW: Milliardeninvestitionen in den Netzausbau gefordert

[02.02.2026] Neue Regionalszenarien der Stromverteilnetzbetreiber zeigen einen drastisch steigenden Bedarf an Netzanschlüssen bis 2045. Der BDEW fordert deshalb Milliardeninvestitionen in den Netzausbau und bessere regulatorische Rahmenbedingungen, um privates Kapital zu mobilisieren. mehr...

KRITIS-Dachgesetz: BDEW fordert Tempo

[30.01.2026] Der Bundestag hat gestern das KRITIS-Dachgesetz zur Umsetzung der CER-Richtlinie verabschiedet. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft fordert nun Tempo, klare Zuständigkeiten und eine praxisnahe Ausgestaltung, um die Resilienz kritischer Infrastrukturen wirksam zu erhöhen. mehr...