Samstag, 2. Mai 2026

PrognosenGegen Wetterkapriolen gewappnet

[13.12.2023] Genaue Wettervorhersagen werden für Energieversorger immer wichtiger. Das Storm Risk Dashboard beispielsweise wandelt Prognosen in nutzbare Daten um. Stadtwerke profitieren von verlässlichen Wetter­informationen und können ihre Betriebsabläufe und Planungen optimieren.
Die Warnung vor Unwettern ist für Stadtwerke geschäftskritisch.

Die Warnung vor Unwettern ist für Stadtwerke geschäftskritisch.

(Bildquelle: death_rip/stock.adobe.com)

Das aktuelle Wettergeschehen und seine Vorhersagen gehören seit jeher zu den beliebtesten Themen in Familien, Betrieben und auch unter Fachleuten – mit vielen unterschiedlichen Interpretationen, warum das Wetter so und nicht anders und wie es zu erklären ist. Doch mit den Wetterkapriolen der letzten Zeit, die fast überall auf der Welt zu beobachten waren, ist eine neue Dimension hinzugekommen: Die Auswirkungen der jüngsten Wetterereignisse führen dazu, dass nach neuen Lösungsansätzen gesucht wird. Das gilt insbesondere auch für die kurz- und langfristigen Auswirkungen auf die Energieversorgung. Ein Ansatz wie das Storm Risk Dashboard von DTN, einem weltweit tätigen Unternehmen für Datenanalyse und -technologie, bietet ein breites Spektrum an Methoden und Hilfsmitteln, um sich gegen die Launen des Wetters zu wappnen.

Analysen aus Wetterparametern

Eine besondere Bedeutung kommt dabei den Forschungen, Werkzeugen und Vorhersagemodellen von DTN zu. Für deren praktische Umsetzung werden Meteorologen und Wissenschaftler verschiedener Disziplinen eingesetzt, um die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Wetterphänomenen und den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Systemen weiter zu erforschen. Dazu werden im Storm Risk Dashboard bestimmte Wetterparameter wie Temperatur, Windgeschwindigkeiten und -böen sowie Niederschlagsarten und -mengen verarbeitet, um daraus Analysen bis hin zu lokal ausgerichteten Wetterszenarien abzuleiten. Diese Erkenntnisse können helfen, Entscheidungen für bestimmte Infrastrukturelemente wie Windkraftanlagen, Umspannwerke oder Hochspannungsleitungen zu unterstützen.
Die Umwandlung und Auswertung von Wettervorhersagen in verwertbare Informationen für Energieversorger und ihre Kunden ist von entscheidender Bedeutung für die betriebliche Effizienz und die verschiedenen Planungsphasen. Energieversorger in verschiedenen Regionen sind nicht nur an Wettervorhersagen interessiert, sondern auch daran, wie sich das aktuelle Wetter auf die Betriebsbereitschaft der Energienetze auswirkt, um Kunden zuverlässig mit Energie versorgen zu können.

Warnungen müssen realistisch sein

Bei der Anwendung des Storm Risk Dashboard ist darauf zu achten, dass die Wetterwarnungen an die Kunden realistisch sind. Nur so sind die einzelnen Energieversorgungsunternehmen in der Lage, ihr Personal nicht zu früh oder unnötig an neuralgische Punkte der Netze zu schicken. Vorhersagen und Normalbetrieb müssen sich die Waage halten, wobei den inzwischen weit verbreiteten Solar- und Windkraftanlagen je nach Intensität in den lokalen Gebieten besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden muss. Auf Grundlage der über das Dashboard verbreiteten Meldungen und Warnungen können die Kunden der Energieversorger dann ihre Wartungsfenster planen, Teile der Anlagen vorsorglich herunterfahren oder sogar ganz abschalten. Darüber hinaus geht es auch um den Schutz und die Sicherheit der Mitarbeiter der Energieversorger, die sich zu Wartungs- oder Reparaturzwecken an verschiedenen Orten aufhalten können.
Mit dem Storm Risk Dashboard können Energieversorger jeder Größe verlässliche Wetterinformationen für ihren Betrieb und ihre Planung nutzen. So können sie sich auf konkrete Wetterbedingungen für ihr Stromnetz und ihre Anlagen vorbereiten und entsprechend der aktuellen Situation reagieren. Durch die Zusammenführung präziser Standort- und Wetterdaten mit kundenspezifischen Risikogrenzwerten können zeitnah detaillierte Prognosen zu den Basisinformationen Ort, Zeitpunkt und Intensität von Gefahrensituationen für die Stromversorgung bereitgestellt werden. Die Informationen und Lösungsvorschläge können im Dashboard individuell für den jeweiligen Energieversorger konfiguriert werden.

Risiken verlässlich bestimmen

Konkrete Beispiele für solche Arbeitsschritte in der Energieversorgung sind die Festlegung von Schwellwerten für einzelne Wetterlagen, welche die Risiken des Versorgungsunternehmens näher bestimmen, oder die Überwachung von betriebskritischen Anlagen an verschiedenen Standorten und auf Basis von geografischen Zonen und Parametern je nach Nutzer. Darüber hinaus sollte die Planung für die Vorbereitung auf einzelne vorhergesagte Wetterereignisse etwa sieben Tage im Voraus oder in noch kürzerer Zeit beginnen. Außerdem sollten Berichte erstellt werden, um die interne und externe Kommunikation langfristig zu unterstützen und eine gewisse Einheitlichkeit der Maßnahmen zu gewährleisten.
Die Überwachung der Wetterbedingungen durch das Storm Risk Dashboard von DTN sollte auf der Grundlage benutzerdefinierter Parameter erfolgen, sodass Warnungen automatisch per SMS oder E-Mail an die Kunden des Energieversorgers gesendet werden können. Auch spezielle Standorte des Unternehmens werden kontinuierlich überwacht, um im Bedarfsfall je nach geografischer Lage sofort reagieren zu können. Alarmmeldungen unterstützen gegebenenfalls den Übergang zum Normalbetrieb oder zum angepassten Betrieb.
Kontinuierliche Aufzeichnungen sind notwendig, um die betrieblichen Abläufe so aufrechtzuerhalten, wie sie vor einem ex­tremen Wetterereignis die Regel waren. Sie geben auch Aufschluss da­rüber, wie sich die Wetterdaten vor, während und nach einem Unwetter im Detail darstellen und welche Konsequenzen daraus für zukünftige Planungen zu ziehen sind. Diese IT-gestützte Kontinuität unterscheidet sich wesentlich von klassischen Wetterbeobachtungen und erfolgt auf wissenschaftlicher Basis. Sollten sich, wie derzeit zu erwarten, die Auswirkungen sich sehr intensiv ändernder Wetterbedingungen verstärken, erhalten die Energieversorger in jedem Fall wissenschaftlich abgesicherte Daten für ihre tägliche Arbeit.

Entscheidungen treffen

Um die sich ständig ändernden klimatischen Bedingungen für die Energieversorger langfristig auf gesicherte, IT-basierte Einschätzungen und Prognosen stützen zu können, müssen konkrete Szenarien beobachtet werden. DTN verfügt auch hierfür über geeignete In­stru­mente. Dazu gehört zum Beispiel der Umgang mit Situationen wie der folgenden: Wenn eine Hochspannungs­leitung beschädigt ist, sollte vermieden werden, dass Mitarbeiter zu früh zu Reparaturarbeiten vor Ort geschickt werden, wenn ein Blitzschlag droht. Wenn eine Schlechtwetterfront über Deutschland zieht und Hochwasser zu befürchten ist, sollte man die Arbeit auf IT-basierte Absicherungen stützen, ob das Hochwasserrisiko besonders hoch ist und Anlagen möglicherweise von der Überflutung betroffen sein könnten. Bei drohendem Starkwind müssen bestimmte Anlagen, wie zum Beispiel Windkraftanlagen, besonders geschützt werden, indem sie entweder auf niedrigere Drehzahlen umgeschaltet oder zeitweise abgeschaltet werden.
Bei der Nutzung der Werkzeuge von DTN geht es vor allem darum, Entscheidungen zu treffen, wobei die IT-Prozesse einen wesentlichen Beitrag leisten. Das scheinbar chaotische Wettergeschehen kann so empirisch nachvollzogen und beeinflusst werden. Und die zu treffenden Entscheidungen erhalten eine wissenschaftliche Basis.

Willy Zittersteijn

Der Autor, Willy ZittersteijnWilly Zittersteijn ist Solution Engineer beim Unternehmen DTN mit Schwerpunkt Energiemarkt. Mit seinem fundierten Wissen über meteorologische Daten, Modelle und deren Anwendung berät er Kunden und setzt Bedürfnisse in geschäftsunterstützende Lösungen um.



Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Informationstechnik

ASEW: Plattform für IoT-Angebote

[29.04.2026] Eine Informationsplattform für Anwendungen des Internet of Things soll kommunale Unternehmen, Betriebe und öffentliche Einrichtungen über bestehende Angebote informieren. Das Projekt mehrerer Stadtwerke wird von der ASEW koordiniert. mehr...

Computergenerierte Ansicht eines umzäunten Umspannwerks mit zahlreichen Strommasten, Schaltanlagen und zwei Betriebsgebäuden in ländlicher Umgebung. Im Hintergrund sind Felder, Waldflächen und mehrere Windräder zu sehen. Oben rechts liegt ein türkisfarbenes Logo über dem Bild.

Siemens: Security-Dienst für Energie und Infrastruktur

[23.04.2026] Siemens Smart Infrastructure hat einen neuen Sicherheitsdienst für Energieversorger, Industrieunternehmen sowie Betreiber Kritischer Infrastrukturen vorgestellt. Die Lösung soll Cyber-Angriffe schneller erkennen und den Betrieb digitalisierter Anlagen absichern. Der erste Kunde in Deutschland sind die Hertener Stadtwerke. mehr...

interview

Interview: Ende-zu-Ende gut, alles gut

[23.04.2026] Anstatt eine Vielzahl an Einzeltools anzubieten, versteht sich die Lösungsplattform GY der Wilken Software Group als eine Art integriertes Betriebssystem. Im Interview mit stadt+werk erläutert Tobias Mann, Chief Customer Officer (CCO) der Wilken Software Group, wie GY Prozesse in der Energiewirtschaft zukunftsfähig organisiert. mehr...

Frankfurt (Oder): Stadtwerke setzen auf Echtzeit-Steuerung

[15.04.2026] Die Stadtwerke Frankfurt (Oder) treiben die digitale Optimierung ihrer Energieanlagen voran. In Zusammenarbeit mit Data Cybernetics soll eine Software den Betrieb flexibler und wirtschaftlicher gestalten. Das Ziel ist eine automatisierte Steuerung in Echtzeit. mehr...

Collage zu Energieversorgung mit Heizungsregler, Wasserhahn, Stecker, Windrädern, Strommasten und Telekom- sowie Thüga-Logo.

Thüga: KI-Rahmenvertrag mit der Telekom

[15.04.2026] Das Stadtwerke-Netzwerk Thüga setzt auf KI-Anwendungen der Deutschen Telekom. Die Systeme sollen kommunale Energie- und Wasserdienstleister bei Standardaufgaben unterstützen. Nach Angaben der Unternehmen erfolgt die Datenverarbeitung ausschließlich im europäischen Rechtsraum. mehr...

Smight: Stromversorgung Greding führt Echtzeit-Monitoring ein

[08.04.2026] Die Stromversorgung Greding führt Echtzeit-Monitoring in ihren Ortsnetzstationen ein und digitalisiert damit ihr Verteilnetz. Der Schritt soll den Netzbetrieb angesichts wachsender Einspeisung und Lasten präziser steuern und gezieltere Investitionen ermöglichen. mehr...

rku․it: Fünf Energieversorger steigen auf Plattform um

[31.03.2026] Das Unternehmen rku․it bringt fünf Energieversorger gleichzeitig auf seine Plattform NextGen in den Produktivbetrieb. Der koordinierte Parallel-Go-live zeigt, wie skalierbar integrierte Cloud-Lösungen in der Energiewirtschaft heute umgesetzt werden können. mehr...

EWE: Eigenes SOC für IT- und OT-Systeme

[25.03.2026] Der Energie- und Telekommunikationskonzern EWE baut seine Cyber-Abwehr mit einem eigenen Security Operations Center für IT- und OT-Systeme aus. Das Angebot richtet sich bundesweit an Unternehmen und KRITIS-Betreiber und reagiert auf steigende Anforderungen durch NIS2, KI-gestützte Angriffe und komplexe Cloud-Umgebungen. mehr...

Advertorial: Forderungsmanagement auslagern

[19.03.2026] Der Fachkräftemangel zwingt Energieversorger zum Umdenken. Gleichzeitig steigen die Anforderungen im Forderungsmanagement. Die Lösung: Ein spezialisierter Partner übernimmt die komplette Zahlungsabwicklung – von der ersten Buchung bis zum Inkasso. mehr...

beegy: EEBUS-Zertifikat erhalten

[19.03.2026] Das Heim-Energiemanagementsystem von beegy ist nach dem herstellerübergreifenden EEBUS-Standard zertifiziert. Damit erfüllt die Lösung zentrale Vorgaben für interoperables Energiemanagement und wird für Energieversorger im Prosumer-Markt unmittelbar einsetzbar. mehr...

kraftwerk Software Gruppe: Energieversorger wechseln auf cloudbasierte Plattform

[18.03.2026] Die Stromversorgung Greding und die Stadtwerke Hemau stellen ihre IT-Landschaft gemeinsam auf eine cloudbasierte Plattform um. Das Projekt soll Prozesse vereinheitlichen, Synergien heben und den Weg für weitere Digitalisierungsschritte ebnen. mehr...

Stadtwerke Lübeck: Erstes eigenes Rechenzentrum in Betrieb genommen

[13.03.2026] Die Stadtwerke Lübeck haben ihr erstes eigenes Rechenzentrum in Betrieb genommen, das sensible Daten künftig direkt vor Ort verarbeitet und speichert. Das Projekt soll die digitale Souveränität der Region stärken – und stößt schon zum Start auf große Nachfrage. mehr...

Nexiga: Plattform analysiert Strommarkt-Dynamiken

[05.03.2026] Das Unternehmen Nexiga bringt mit dem Hellbrise Monitor eine neue Datenplattform zur Analyse von Strommarkt-Dynamiken an den Start. Das Tool soll Einspeisespitzen, negative Preise und strukturelle Risiken der Energiewende transparent machen und richtet sich an Versorger, Netzbetreiber, Forschung und Politik. mehr...

VertiGIS: Vorarlberger Energienetze erneuert Geo-Informationssystem

[04.03.2026] Das Unternehmen Vorarlberger Energienetze stellt sein Geo-Informationssystem auf die dritte Generation um und setzt dabei auf Technologie von VertiGIS. Der Wechsel ist wegen des auslaufenden Altsystems bis 2028 zwingend und betrifft Datenqualität, Netzbetrieb und künftige KI-Anwendungen gleichermaßen. mehr...

Mitarbeiterin im Kundenzentrum der evm mit Headset vor zwei Monitoren im Büro, im Hintergrund eine gelbe Wand mit evm-Logo.

evm: KI-Chatbot entlastet Kundenservice

[03.03.2026] Das kommunale Unternehmen Energieversorgung Mittelrhein (evm) zieht eine Zwischenbilanz zum Einsatz seines KI-Chatbots Eva. Demnach wurden allein im Jahr 2025 mehr als 40.000 Gespräche geführt. mehr...