Sonntag, 8. November 2026

Smart MeterJetzt Handlungsbedarf ermitteln

[25.05.2016] Der Einbau intelligenter Messsysteme wird zur Pflicht. Obwohl die gesetzlichen Rahmenbedingungen noch nicht vollständig feststehen, sollten die Prozesse und Systeme frühzeitig untersucht werden.
Messstellenbetreiber sind dazu verpflichtet

Messstellenbetreiber sind dazu verpflichtet, intelligente Messsysteme (iMSys) einzubauen.

(Bildquelle: MEV Verlag/PEAK Agentur für Kommunikation)

Sobald diese technisch verfügbar sind, sind Messstellenbetreiber dazu verpflichtet, intelligente Messsysteme (iMSys) einzubauen. Ohne entsprechende IT-Systeme im Back End kann die Technik im Feld jedoch nicht funktionieren. Deshalb sollte bereits frühzeitig mit der Planung und Konzeption begonnen werden, damit die Implementierung rechtzeitig zum Roll-out abgeschlossen ist. Der Ordnungsrahmen ist schon an vielen Stellen festgezogen, die Eckpunkte sind gesetzt. Deshalb ist es an der Zeit, sich mit der Konzeption der Abbildung der iMSys im Back End sowie mit der Steuerung der Gateways im Feld zu beschäftigen. Besondere Aufmerksamkeit sollte den Systemen des grundzuständigen Messstellenbetreibers oder des Verteilnetzes gewidmet werden, da diese Marktrollen direkt von der Einbauverpflichtung betroffen sind. Aber auch die Marktrolle Lieferant wird sich auf Veränderungen einstellen müssen, insbesondere wenn Lieferstellen außerhalb des angestammten Versorgungsgebiets beliefert werden. Denn für diese Messstellen bestimmt der örtliche Messstellenbetreiber den Zeitpunkt für den Roll-out. Die geänderten Stamm- und Messdaten müssen ab diesem Zeitpunkt entgegengenommen werden können.

Studie als Entscheidungsvorlage

Da der vollständige gesetzliche Rahmen noch nicht feststeht, die Änderungen aber weitreichend sind, bietet es sich an, mit einer Vorstudie der Prozesse und Systeme zu beginnen. Mit einer Vorstudie zu intelligenten Messsystemen kann eine Entscheidungsvorlage erarbeitet werden, die Möglichkeiten zur Abbildung der intelligenten Messsysteme im Back End aufzeigt. Das kann anhand eines Anforderungskatalogs erfolgen, der die für die jeweiligen Marktrollen zwingend abzubildenden Prozesse identifiziert, hinsichtlich der Relevanz (Kritikalität, Volumen) bewertet und deren Aufbau aufzeigt. Ohne eine systemseitige Vorentscheidung steht dabei ein Vergleich unterschiedlicher Lösungen vor allem im Hinblick auf strukturelle und architektonische Kriterien, den Abdeckungsgrad der Prozesse, Übergangs- und Ausbauszenarien, einmalige und laufende Kosten sowie Chancen und Risiken im Vordergrund. Neben den informationstechnischen Vor- und Nachteilen empfiehlt es sich, auch die gegebenenfalls organisatorischen Vor- und Nachteile aufzuzeigen. Darüber hinaus sollten Abschätzungen zu Implementierungs- und Lizenzkosten sowie der Betriebsaufwände und der laufenden Software-Wartungskosten enthalten sein. Ziel ist es daher, ein Bild für die Gesamtarchitektur der technischen Abbildung der intelligenten Messsysteme im Back End zu erhalten, die notwendigen Prozesse zu untersuchen sowie mögliche Abhängigkeiten zu angrenzenden Systemen aufzuzeigen.

Thomas Radtke ist Key Account Manager bei der items GmbH, Münster.


Stichwörter: Netze | Smart Grid, items, iMSys


Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Netze | Smart Grid

Hamburger Energienetze: Neues Verfahren für Großanschlüsse

[05.11.2026] Die Hamburger Energienetze führen ein neues Verfahren zur Vergabe von Netzanschlusskapazitäten ein. Hintergrund sind steigende Leistungsanforderungen und Verzögerungen beim Netzausbau. Neue Großanschlüsse können vorerst nicht mehr zugesagt werden. mehr...

Verteilnetzausbau: 66 Milliarden Euro Einsparpotenzial

[04.11.2026] Beim Ausbau der Stromverteilnetze könnten bis 2045 rund 66 Milliarden Euro eingespart werden. Eine Studie von Agora Energiewende zeigt, wie sich die Kosten durch eine bessere Netzauslastung, flexible Anschlüsse und einen effizienteren Netzbetrieb um etwa ein Viertel senken lassen. mehr...

Stadtwerke München: Zwei neue 110-kV-Schaltanlagen bestellt

[02.11.2026] Die Stadtwerke München haben bei Siemens Energy zwei neue 110-Kilovolt-Schaltanlagen mit insgesamt 120 Schaltfeldern bestellt. Die Anlagen sollen das Stromnetz für den steigenden Leistungsbedarf ertüchtigen und kommen ohne klimaschädliche fluorierte Isoliergase aus. mehr...

Advertorial: Netzdigitalisierung für kleinere Netzbetreiber – Wie der Einstieg mit begrenzten Ressourcen gelingt

[28.10.2026] Steigende Anschlussanfragen, lückenhafte Netzdaten und wachsende Anforderungen fordern kleinere Netzbetreiber. Wie sich die Digitalisierung mit begrenzten Ressourcen angehen lässt, zeigt die envelio Roadshow im November 2026. Im Mittelpunkt stehen Praxisberichte, der Austausch mit anderen Netzbetreibern und konkrete Schritte für den eigenen Betrieb. mehr...

sw netz: Neues Umspannwerk in Wiesbaden

[27.10.2026] Der Wiesbadener Netzbetreiber sw netz baut im Stadtteil Amöneburg ein neues Umspannwerk. Die Anlage soll die Stromversorgung angesichts steigender Anforderungen durch Wärmewende, Elektromobilität und neue Gewerbeansiedlungen langfristig sichern. mehr...

Ultranet: TransnetBW schließt Leitungsbau für ab

[23.10.2026] Der Übertragungsnetzbetreiber TransnetBW hat den Leitungsbau für die Gleichstromverbindung Ultranet zwischen Mannheim-Wallstadt und Philippsburg abgeschlossen. Der erste Stromfluss ist für Ende 2026 vorgesehen. mehr...

Kisters: Neue Softwaregeneration für Messstellenbetreiber

[23.10.2026] Auf den metering days 2026 stellt Kisters neue webbasierte Anwendungen für das Messdatenmanagement und die Zählerfernauslesung vor. Weitere Schwerpunkte sind die Steuerung nach § 14a EnWG und die Integration intelligenter RLM-Messsysteme. mehr...

Baden-Württemberg: Task Force soll Netzausbau beschleunigen

[22.10.2026] Baden-Württemberg will den Ausbau der Stromverteilnetze deutlich beschleunigen. Eine neue Task Force soll Netzengpässe beseitigen, Anschlussverfahren verkürzen und die Infrastruktur für die Energiewende stärken. mehr...

Bundesnetzagentur: Netzengpässe verursachen höhere Kosten

[15.10.2026] Das Volumen der Maßnahmen gegen Netzengpässe ist im zweiten Quartal 2026 um rund zehn Prozent gesunken. Dennoch stiegen die Kosten auf 673 Millionen Euro, vor allem wegen höherer Vorhaltekosten für Reservekraftwerke. mehr...

Hager: Neue Lösungen für intelligente Netze

[12.10.2026] Hager erweitert sein Portfolio für die Energiewende. Im Mittelpunkt stehen netzdienlich steuerbare Lade-Infrastruktur, bidirektionales Laden und eine vereinfachte Spannungsversorgung intelligenter Messsysteme. Die neuen Lösungen reagieren unter anderem auf regulatorische Anforderungen an Elektromobilität und Smart-Meter-Infrastruktur. mehr...

Netzentgelte: Zahlen für das kommende Jahr veröffentlicht

[05.10.2026] Die vorläufigen Übertragungsnetzentgelte für 2027 liegen bei durchschnittlich 3,54 Cent je Kilowattstunde und damit über dem Wert von 2026. Ohne den vorgesehenen Bundeszuschuss von 5,525 Milliarden Euro würden sie nach Angaben der Netzbetreiber auf 6,52 Cent steigen. mehr...

SüdLink: Umplanung erforderlich

[01.10.2026] Beim Bau der Stromtrasse SüdLink sind im Raum Heilbronn in Baden-Württemberg Umplanungen erforderlich. Wegen neuer geologischer Erkenntnisse kann ein bereits gebauter Schacht bei Bad Friedrichshall-Kochendorf nicht wie vorgesehen genutzt werden. mehr...

Westnetz: Reaktion auf Kritik am Smart-Meter-Roll-out

[23.09.2026] Westnetz reagiert auf die Kritik der Smart-Meter-Initiative an Problemen beim Smart-Meter-Roll-out. Der Netzbetreiber räumt Einschränkungen bei der Marktkommunikation ein und will offene Vorgänge mit zusätzlichen Ressourcen und spezialisierten Teams schneller abbauen. mehr...

Smight: Kritische Netzsituationen erkennen

[15.09.2026] Der Anbieter Smight hat mit SMIGHT NeMS ein neues Netzmanagementsystem für die Niederspannung vorgestellt. Die Plattform soll Messdaten, Steuerung und Prognosen zusammenführen und Verteilnetzbetreiber bei der Umsetzung regulatorischer Vorgaben unterstützen. mehr...

Regensburg: Netzbetreiber modernisiert Schaltanlage

[11.09.2026] Regensburg Netz hat eine Mittelspannungsschaltanlage im Norden der Stadt umfassend modernisiert. Die neue Anlage kommt ohne das Isoliergas Schwefelhexafluorid aus und soll die Betriebssicherheit erhöhen. Zum Einsatz kommt Clean-Air-Technologie von Schneider Electric. mehr...