Verbandsgemeinde SchweichMaßnahmenpaket für Energiewende

Die Gruppenkläranlage in Leiwen bezieht ihren Strom über Photovoltaikanlagen.
(Bildquelle: Ingenieurbüro H. Berg & Partner GmbH)
Die Verbandsgemeinde Schweich treibt den Umbau ihrer Energieversorgung mit einem breiten Maßnahmenpaket voran und setzt dabei auf Eigenstromerzeugung, neue Organisationsstrukturen und kommunale Kooperationen. Wie die Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz in einer Mitteilung zur Initiative der Verbandsgemeinde berichtet, stehen Photovoltaik-Ausbau, die Erweiterung eines Strombilanzkreises sowie der Aufbau von Wärmenetzen im Mittelpunkt der Strategie.
Der jährliche Energiebedarf der Liegenschaften der Verbandsgemeinde liegt bei rund 3,85 Millionen Kilowattstunden. Um diesen Bedarf zunehmend klimafreundlich zu decken, sind Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von mehr als 700 Kilowatt peak vorgesehen. Bereits in Betrieb sind Anlagen auf der Gruppenkläranlage in Leiwen, der Grundschule in Longuich und dem Panoramabad in Leiwen. Weitere Standorte befinden sich in Planung oder Umsetzung. Ziel ist es, einen wachsenden Anteil des kommunalen Stromverbrauchs direkt aus eigener Erzeugung zu decken.
Zentrale Rolle des Strombilanzkreises
Eine zentrale Rolle spielt dabei der bestehende Strombilanzkreis der Verbandsgemeindewerke Schweich in den Bereichen Wasser, Abwasser, Bäder und kommunale Liegenschaften. In diesem Modell werden Stromerzeugung und -verbrauch bilanziell über das öffentliche Netz verrechnet. Lokal erzeugter Strom, etwa aus Dach-Photovoltaik, kann so auch in Gebäuden ohne eigene Anlage genutzt werden. Überschüsse werden erst nach der internen Verrechnung ins Netz eingespeist, während der externe Stromeinkauf sinkt. Der aktuelle Eigenversorgungsgrad liegt nach Angaben der Verbandsgemeinde bei rund 47 Prozent. Mit dem weiteren Ausbau der Erzeugungskapazitäten soll dieser Wert kontinuierlich steigen. Perspektivisch ist geplant, den Bilanzkreis auf alle kommunalen Liegenschaften auszuweiten und auch Ortsgemeinden sowie langfristig den Landkreis einzubeziehen.
Zur organisatorischen Absicherung der Projekte hat die Verbandsgemeinde verschiedene Betreibermodelle geprüft. Im Ergebnis wurde die Gründung einer Anstalt des öffentlichen Rechts (AöR) beschlossen, die im Januar 2026 formal umgesetzt wurde. Laut Verbandsgemeinde erleichtert diese Rechtsform Entscheidungs- und Vergabeprozesse, schafft Planungssicherheit und eröffnet zusätzliche Kooperationsmöglichkeiten. Florian Merten, Klimaschutzmanager der Verbandsgemeinde Schweich, erklärte dazu: „Mit der AöR können wir Projekte deutlich schneller und flexibler voranbringen. Zudem ist sie die geeignete Struktur, um künftig auch kommunale Wärmenetze zu betreiben – ein wichtiger Baustein der abgeschlossenen Kommunalen Wärmeplanung.“
Pilotstandorte für Nawärmenetze
Im Rahmen dieser Wärmeplanung wurden in Longuich, Klüsserath und Schweich Pilotstandorte für Nahwärmenetze identifiziert. Für die Vorhaben laufen Machbarkeitsstudien und Interessenabfragen in den betroffenen Orten. Bei positiver Wirtschaftlichkeitsbewertung kann die neue AöR künftig als Betreiber auftreten. Parallel dazu planen die Verbandsgemeindewerke die Einführung eines Bürgerstromtarifs. Durch eine stärkere Eigenversorgung und effizientere Strukturen sollen zudem weiterhin stabile Gebühren für Wasser und Abwasser ermöglicht werden.
Bereits Anfang 2022 hatten die Verbandsgemeindewerke Schweich den Eigenbetrieb „Energie und Klimaschutz“ gegründet. Mit der neuen Organisationsstruktur wird dieser Ansatz weiterentwickelt. Die AöR soll Kooperationen mit regionalen Akteuren wie den Regionalwerken Trier-Saarburg erleichtern und bei Bedarf auch öffentlich-private Partnerschaften ermöglichen. Stefan Beyer von der Energieagentur Rheinland-Pfalz betont in der Mitteilung die Bedeutung interkommunaler Zusammenarbeit. So könne lokal erzeugter Strom beispielsweise in Wärmenetzen genutzt werden und sowohl die Wärme- als auch die Stromversorgung öffentlicher Liegenschaften von Stadt, Kreis und Verbandsgemeinde unterstützen.
Mit dem Ausbau erneuerbarer Erzeugung, der Bündelung von Verbrauch und Produktion im Strombilanzkreis sowie der neuen Organisationsstruktur verfolgt die Verbandsgemeinde Schweich das Ziel, ihre Energieversorgung schrittweise zu dekarbonisieren und die Abhängigkeit von volatilen Strommärkten zu reduzieren. Die Maßnahmen sollen zugleich Versorgungssicherheit schaffen und die Grundlage für eine langfristig klimaneutrale kommunale Infrastruktur legen.
AEE: Greifswald ist Energie-Kommune 2025
[02.03.2026] Die Stadt Greifswald hat die bundesweite Abstimmung zur „Energie-Kommune des Jahres 2025” gewonnen. Dies teilte die Agentur für erneuerbare Energien mit. 42,3 Prozent der Stimmen entfielen auf die Universitäts- und Hansestadt. mehr...
Region Mitte Niedersachsen: Förderung dreier Klimaschutz-Projekte
[02.03.2026] Die Zukunftsregion Mitte Niedersachsen fördert drei Projekte zu Mikrowärmenetzen, energetischer Sanierung und Abfallpädagogik mit rund 540.000 Euro. Die Bescheide übergab Landesbeauftragter Ottmar von Holtz in Rehburg-Loccum und setzte damit ein Signal für die interkommunale Zusammenarbeit in Klimaschutz und Kreislaufwirtschaft. mehr...
Würzburg: Fahrplan zur Klimaneutralität
[23.02.2026] Bis 2028 soll die Stadtverwaltung Würzburg treibhausgasneutral werden. Dabei stützt sie sich unter anderem auf einen kapazitätsoptimierten Sanierungsfahrplan für städtische Liegenschaften. mehr...
Anklam: Bioenergie-Cluster und H2-Kraftwerk
[17.02.2026] Die Hansestadt Anklam setzt auf Bioenergie, Wasserstoff und kommunale Wärmeplanung. Im Mittelpunkt stehen zwei Projekte: das Innovationsbündnis biogeniV und ein geplantes Verbundkraftwerk. Das Ziel ist Klimaneutralität bis 2040. mehr...
Mannheim: Phosphorrecyclinganlage in Betrieb gegangen
[16.02.2026] MVV Energie hat in Mannheim eine Phosphorrecyclinganlage in ihre bestehende Abfallverbrennung integriert. Damit gewinnt das Unternehmen aus Klärschlamm bis zu 90 Prozent des enthaltenen Phosphors zurück und stärkt die regionale Kreislaufwirtschaft in Baden-Württemberg. mehr...
Kreis Nienburg: Land fördert modulare Thermolyseanlage
[13.02.2026] Niedersachsen fördert den Bau einer modularen Thermolyseanlage des Unternehmens Waste2Value im Landkreis Nienburg mit 6,05 Millionen Euro. Die Anlage soll schwer recycelbare Kunststoffe chemisch verwerten, 27 Arbeitsplätze schaffen und den Strukturwandel in der Region vorantreiben. mehr...
Klimamanagement: Software und Beratung aus einer Hand
[11.02.2026] Der IT-Dienstleister regio iT unterstützt Kommunen mit einem modularen Lösungspaket bei Klimaschutz- und Klimaanpassungsstrategien. Es handelt sich um eine synergetische Kombination aus IT-gestütztem Datenmanagement, strategischer Beratung und effizienter Beschaffung. mehr...
Hessischer Staatspreis Energie 2026: Bewerbungsphase gestartet
[11.02.2026] In Hessen hat die Bewerbungsphase für den Staatspreis Energie 2026 begonnen. Bis Ende April können Projekte eingereicht werden, die zu einer sicheren, klimafreundlichen und bezahlbaren Energieversorgung beitragen. mehr...
Trianel: evm entwickelt Strategie für erneuerbare Stromversorgung
[09.02.2026] Die Energieversorgung Mittelrhein entwickelt mit Trianel eine Gesamtportfoliostrategie für eine vollständig erneuerbare Stromversorgung. Ziel ist es, Planung, Betrieb und Vermarktung so zu verzahnen, dass Klimaziele, Wirtschaftlichkeit und Marktrisiken zusammenpassen. mehr...
Baden-Württemberg: Klimaschutz-Programm reaktiviert
[04.02.2026] Kommunen in Baden-Württemberg können wieder Förderanträge für Beratungs- und Begleitmaßnahmen zur energetischen Sanierung öffentlicher Gebäude stellen. Das Land reaktiviert dafür den zweiten Teil des Programms Klimaschutz-Plus und ergänzt die bereits laufende Investitionsförderung. mehr...
Energie-Kommune des Jahres: Drei Finalisten stehen fest
[04.02.2026] Greifswald, der Landkreis Regensburg und Schwalmtal stehen im Finale um den Titel „Energie-Kommune des Jahres 2025“. Die Entscheidung fällt am 26. Februar bei einer digitalen Auszeichnungsveranstaltung nach öffentlicher Abstimmung. mehr...
Hamburg: Forschungsgebäude für Energiewende geplant
[03.02.2026] Die Freie und Hansestadt Hamburg plant am Energie-Campus der HAW Hamburg ein neues Forschungsgebäude für die Energiewende. Rund 20 Millionen Euro fließen in Labore, Büros und einen Showroom für Zukunftstechnologien, der 2028 in Betrieb gehen soll. mehr...
Rheinland-Pfalz: Ausbau der Erneuerbaren nimmt zu
[27.01.2026] Der Ausbau der erneuerbaren Energien in Rheinland-Pfalz hat 2025 deutlich zugelegt, insbesondere bei Windenergie-Genehmigungen und Photovoltaik-Zubau. Nach Angaben des Klimaschutzministeriums sieht sich das Land damit auf Kurs in Richtung Klimaneutralität bis 2040. mehr...
KlimaAgentur Hamm: Auf vier weitere Jahre
[22.01.2026] Die KlimaAgentur Hamm wird für weitere vier Jahre beauftragt und setzt ihren Beratungs- und Unterstützungsauftrag für Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen fort. Neue Schwerpunkte liegen auf sozialverträglicher Energiewende, klimaneutraler Mobilität und dem Ausbau des Beratungsangebots. mehr...
Rhein-Lahn-Kreis: Klimaschutzportal bündelt Daten
[22.01.2026] Der Rhein-Lahn-Kreis stellt mit einem regionalen Klimaschutzportal eine zentrale Online-Plattform für klimarelevante Daten, Förderangebote und Aktivitäten bereit. Das Portal soll Transparenz schaffen, Information bündeln und perspektivisch mehr Beteiligung ermöglichen. mehr...















