Mittwoch, 29. April 2026

THG-Emissionen 2019Rückgang um 6,3 Prozent

[17.03.2020] 2019 sind die Treibhausgasemissionen in Deutschland um 6,3 Prozent gesunken. Die größten Minderungen gab es im Energiesektor. Im Gebäudesektor und beim Verkehr waren hingegen Anstiege zu verzeichnen.
Entwicklung der THG-Emissionen in Deutschland 2019.

Entwicklung der THG-Emissionen in Deutschland 2019.

(Bildquelle: UBA)

In Deutschland sind im Jahr 2019 rund 805 Millionen Tonnen Treibhausgase freigesetzt worden, rund 54 Millionen Tonnen und somit 6,3 Prozent weniger als 2018. Das zeigt die vorläufige Treibhausgas-Bilanz des Umweltbundesamts (UBA). Damit setzt sich der positive Trend des Vorjahrs 2019 fort. Mit Ausnahme des globalen Krisenjahres 2009 ist die Minderung im Jahr 2019 der größte jährliche Rückgang seit 1990. Die größten Fortschritte gab es in der Energiewirtschaft. Gründe für diese Entwicklung sind die Reform des europäischen Emissionshandels, der niedrige Gaspreis, der Ausbau von Wind- und Sonnenenergie sowie die Abschaltung erster Kohlekraftwerksblöcke. Im Vergleich zu 1990 sind die Emissionen in Deutschland um 35,7 Prozent gesunken. Bis 2030 will Deutschland seine Emissionen laut Klimaschutzgesetz um mindestens 55 Prozent mindern.
„In der Energiewirtschaft machen sich jetzt die Reform des europäischen Emissionshandels und der Ausbau von Wind- und Sonnenenergie positiv bemerkbar. Dieser Ausbau muss dringend weitergehen“, erklärt Bundesumweltministerin Svenja Schulze.
Die Energiewirtschaft erbringt laut den Zahlen des UBA den mit Abstand größten Minderungsbeitrag von fast 51 Millionen Tonnen CO2, dies sind 16,7 Prozent weniger als 2018. Im Sektor Industrie gehen die Emissionen gegenüber dem Vorjahr um über 7 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente zurück (minus 3,7 Prozent). Zum großen Teil ist dieser Rückgang der rückläufigen Brennstoffnutzung in den Industriefeuerungen und der geringeren Stromerzeugung in den Industriekraftwerken zuzuordnen. Die Emissionen aus dem Gebäudebereich sind im Vergleich zum Vorjahr um 5 Millionen Tonnen (plus 4,4 Prozent) gestiegen. Ein wesentlicher Treiber des Emissionsanstiegs sind die gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegenen Heizölabsätze. Das lag vor allem am Preis. 2019 war der Heizölpreis deutlich niedriger als 2018. Daneben hat auch die Witterung eine Rolle gespielt. Nach dem außergewöhnlich warmen Jahr 2018 war das Jahr 2019 in vielen Teilen Deutschlands wieder etwas kühler. Die Treibhausgasemissionen des Verkehrs liegen mit 163,5 Millionen Tonnen CO2 auf einem leicht höheren Niveau als im Vorjahr (plus 0,7 Prozent).



Stichwörter: Klimaschutz, CO2, Treibhausgas, UBA


Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Klimaschutz

Nordrhein-Westfalen: Hochschulen legen CO2-Bilanz vor

[28.04.2026] Nordrhein-Westfalens Hochschulen legen erstmals eine gemeinsame, landesweite CO2-Bilanz nach einheitlichen Standards vor. Die Daten aus 30 öffentlich-rechtlichen Einrichtungen zeigen, wo Emissionen entstehen, welche Maßnahmen bereits greifen und warum daraus nun ein dauerhaftes Klimamonitoring folgt. mehr...

Wuppertaler Stadtwerke: Podcast-Folge zu kommunalen Transformationsprozessen

[28.04.2026] Die Wuppertaler Stadtwerke widmen eine neue Podcast-Folge der Frage, wie Kommunen lokale Transformationsprozesse trotz knapper Mittel steuern können. Im Gespräch mit Wuppertals Oberbürgermeisterin Miriam Scherff geht es um Zielkonflikte bei Stadtentwicklung, Mobilität und Klimaschutz – und um politische Strategien, die vor Ort tragfähig bleiben. mehr...

dena Energy Award: Bewerbungsphase eröffnet

[22.04.2026] Der dena Energy Award startet zum 20-jährigen Bestehen mit neuem Namen und erweitertem Fokus auf Dekarbonisierung. Unternehmen können sich bis Juni 2026 mit messbaren Effizienz- und Klimaschutzprojekten bewerben, die als Vorbild dienen. mehr...

Helmstedt: Energie-Kommune auch dank Bürgerförderung

[21.04.2026] Die Stadt Helmstedt treibt den Wandel ihrer Energieversorgung voran. Eine neue Wärmeplanung, große Projekte für Windkraft und Speicher sowie Bürgerförderung stehen im Mittelpunkt. Dafür erhält die Kommune eine bundesweite Auszeichnung. mehr...

Görlitz: Fahrplan für die klimaneutrale Stadt

[20.04.2026] Nach vier Jahren endet das Projekt TRUST in Görlitz mit mehreren Handlungsempfehlungen für den Weg zur Klimaneutralität. Die Ergebnisse stellte das Interdisziplinäre Zentrum für transformativen Stadtumbau Ende März im Rathaus vor. mehr...

Wolfsburg: Klimaneutrale Verwaltung bis 2040

[14.04.2026] Die Stadt Wolfsburg hat ein Konzept zur Klimaneutralität ihrer Verwaltung vorgelegt. Ziel ist es, die Treibhausgasemissionen bis 2040 deutlich zu senken. Nun soll das Papier in die politischen Gremien eingebracht werden. mehr...

Sachsen-Anhalt: Haldensleben erhält Auszeichnung für Klimaschutz

[09.04.2026] Haldensleben erhält den neuen Titel „Energiegewinner-Kommune Sachsen-Anhalt“ für systematischen kommunalen Klimaschutz. Die Auszeichnung würdigt konkrete Strukturen und Projekte – und kompensiert das Aus des bisherigen eea-Zertifizierungsverfahrens. mehr...

Augsburg: Online-Plattform zeigt Klimaschutzmaßnahmen

[08.04.2026] Die Stadt Augsburg hat jetzt eine Online-Plattform zur transparenten Darstellung ihrer Klimaschutzmaßnahmen gestartet. mehr...

bericht

Tübingen: Klimaschutz, der funktioniert

[07.04.2026] Mit der Fortschreibung ihres Klimaschutzprogramms hat die Stadt Tübingen für die Sektoren Strom, Wärme und öffentlichen Verkehr einen klaren Transformationspfad definiert. Das Ziel, bis 2030 klimaneutral zu werden, rückt damit in greifbare Reichweite. mehr...

BDEW/ZSW: 53 Prozent des Stromverbrauchs stammen aus Erneuerbaren

[07.04.2026] Erneuerbare Energien deckten im ersten Quartal 2026 erstmals 53 Prozent des Stromverbrauchs in Deutschland. Vor allem ein kräftiger Zuwachs bei der Windkraft treibt den Anteil nach oben und unterstreicht die wachsende Bedeutung für Versorgungssicherheit und Klimaziele. mehr...

Wolfsburg: Maßnahmenkatalog für Treibhausgasneutralität vorgelegt

[01.04.2026] Wolfsburg legt mit dem „Masterplan 100% Klimaschutz“ einen konkreten Fahrplan zur Treibhausgasneutralität bis 2040 vor. Der Maßnahmenkatalog soll zentrale Bereiche wie Verkehr, Gebäude und Energieversorgung neu ausrichten und steht im Mai zur politischen Entscheidung. mehr...

Difu: Studie zu Förderprogrammen

[30.03.2026] Eine Studie des Difu empfiehlt pauschale Klimabudgets und weniger Bürokratie für Kommunen. Damit sollen stockende Projekte beschleunigt werden, die bisher an komplexen Förderverfahren scheitern. mehr...

Klimaschutzprogramm: Stellungnahmen von VKU, BSW-Solar und BDEW

[26.03.2026] VKU, BSW-Solar und BDEW haben das neue Klimaschutzprogramm der Bundesregierung bewertet und fordern Nachbesserungen. Die Verbände sehen Fortschritte, warnen aber vor Umsetzungsdefiziten und widersprüchlichen Signalen für zentrale Sektoren der Energiewende. mehr...

Wiesbaden: Bilanz zu CO₂-Emissionen zeigt Fortschritte

[20.03.2026] Wiesbaden senkt Energieverbrauch und Treibhausgasemissionen deutlich unter das Vor-Corona-Niveau. Eine neue Bilanz zeigt Fortschritte und macht zugleich den Handlungsdruck bei Wärmeversorgung und Verkehr sichtbar. mehr...

Sachsen: Studie zeigt Dekarbonisierungsoptionen

[19.03.2026] Eine neue Studie zeigt konkrete Dekarbonisierungsoptionen für zentrale Branchen der sächsischen Wirtschaft auf. Sie richtet sich vor allem an mittelständische Unternehmen und soll ihnen Orientierung bei technologischen und wirtschaftlichen Entscheidungen auf dem Weg zur Klimaneutralität geben. mehr...