Sonntag, 15. Februar 2026

STEAG Iqony GroupVerlässliche Rahmenbedingungen gefordert

[20.02.2025] Auf der E-world machte die STEAG Iqony Group deutlich: Ohne verlässliche Rahmenbedingungen und regulatorische Klarheit sind Investitionen in klimafreundliche Kraftwerke gefährdet. Insbesondere das Kraftwerkssicherheitsgesetz (KWSG) müsse nachgebessert werden.
Das Bild zeigt die Zentrale des Energiekonzerns STEAG Iqony in Essen.

Die STEAG Iqony Group fordert regulatorische Klarheit für Investitionen in neue Kraftwerkskapazitäten.

(Bildquelle: STEAG Iqony Group)

Die Energiewirtschaft erwartet von der künftigen Bundesregierung klare und wirtschaftlich tragfähige Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Umsetzung der Energiewende. Das betonte Andreas Reichel, Vorsitzender der Geschäftsführung der Steag Iqony Group, auf der Branchenmesse E-world energy & water, die vergangene Woche in Essen stattfand. Ohne regulatorische Klarheit seien dringend notwendige Investitionen in neue Kraftwerkskapazitäten gefährdet. Insbesondere der Bau neuer, klimafreundlicher Kraftwerke werde durch die fehlende Planungssicherheit erschwert. Kurz vor der Bundestagswahl setzen viele Unternehmen der Branche darauf, dass die Politik die notwendigen Weichenstellungen vornimmt.

Nachbesserungsbedarf beim Kraftwerkssicherheitsgesetz

Ein zentrales Thema sei das noch von der Ampel-Koalition auf den Weg gebrachte Kraftwerkssicherheitsgesetz (KWSG). Hier sieht Reichel dringenden Nachbesserungsbedarf: „Die starren Fristen für die zukünftige Umstellung von Neuanlagen auf Wasserstoff verhindern faktisch Investitionen, da es heute noch keine Anlagentechnik gibt, die einen hundertprozentigen Wasserstoffbetrieb eines Gaskraftwerks ermöglicht.“ Er kritisiert auch die angedrohten Strafzahlungen bei Projektverzögerungen, etwa durch langwierige Genehmigungsverfahren. „Auf die Geschwindigkeit solcher Verfahren haben wir als Anlagenbetreiber keinen Einfluss. Es ist daher widersinnig, dass wir für eventuelle Verzögerungen haften sollen“, so Reichel.

Ein weiteres Anliegen von Iqony ist die Einbindung von relativ neuen Steinkohlekraftwerken in die zukünftige Energieversorgung. Laut Reichel könnte eine Umrüstung auf Erdgas und später Wasserstoff eine wirtschaftlich sinnvolle Lösung sein: „Eine solche Lösung macht volks- und betriebswirtschaftlich gleichermaßen Sinn, denn die Kosten für eine Umrüstung betragen nur etwa 20 Prozent der Investitionssumme für einen kompletten Kraftwerksneubau.“

Lösungen für die klimaneutrale Fernwärmeversorgung

Neben diesen energiepolitischen Themen stellte Iqony auf der E-world auch innovative Lösungen für eine klimaneutrale Fernwärmeversorgung vor. Ein zentrales Projekt ist der Bau eines Großwärmespeichers in Gelsenkirchen, der das dortige Fernwärmenetz unabhängig von Bedarfsschwankungen versorgen soll (wir berichteten). Darüber hinaus kooperiert das Unternehmen mit einer Aluminiumhütte in Essen, deren Abwärme jährlich rund 31.000 Megawattstunden Energie für das dortige Fernwärmenetz liefert.





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