Donnerstag, 23. Juli 2026

EschwegeVorreiter bei kommunaler Wärmeplanung

[14.03.2025] Eschwege nimmt in Hessen eine Vorreiterrolle in der kommunalen Wärmeplanung ein. Mit einer frühzeitigen Planung, innovativen Technologien und intensiver Bürgerbeteiligung setzt die Stadt Maßstäbe für eine klimafreundliche und zukunftssichere Wärmeversorgung.

Hessens Energieminister Kaweh Mansoori überzeugte sich vor Ort über die Fortschritte der kommunalen Wärmeplanung in Eschwege.

(Bildquelle: HMWVW)

Die nordhessische Stadt Eschwege gehört zu den ersten Kommunen in Hessen, die eine umfassende kommunale Wärmeplanung umgesetzt haben. Wie das hessische Wirtschaftsministerium mitteilt, begann Eschwege bereits 2022 mit der Entwicklung eines nachhaltigen Wärmeversorgungskonzepts, obwohl Städte mit weniger als 100.000 Einwohnern erst bis 2028 dazu verpflichtet sind. Ziel der Stadt ist es, den Wärmebedarf deutlich zu senken und die CO₂-Emissionen bis 2045 nahezu vollständig zu reduzieren.

Wirtschafts- und Energieminister Kaweh Mansoori (SPD) besuchte die Stadt, um sich ein Bild von den Fortschritten zu machen. Er betonte die Bedeutung der kommunalen Wärmeplanung als „Königsdisziplin der Wärmewende“ und lobte Eschwege als Vorbild für andere Kommunen. Das Land Hessen unterstützte die Planungen mit 60.000 Euro.

Im Rahmen der Wärmeplanung wurde die Stadt in verschiedene Wärmeversorgungsgebiete eingeteilt, um lokale Energiepotenziale optimal zu nutzen. Eine zentrale Maßnahme ist der Bau eines Nahwärmenetzes in der Altstadt, das überwiegend durch eine Fluss-Großwärmepumpe an der Werra gespeist werden soll. Diese innovative Technologie nutzt die Umweltwärme des Flusses und kann eine Heizleistung von bis zu 23 Megawatt bereitstellen. In Verbindung mit energetischen Gebäudesanierungen und Photovoltaik soll der CO₂-Ausstoß in diesem Bereich bis 2035 um 83 % gesenkt werden.

Auch die Nutzung von Abwärme aus der örtlichen Kläranlage wird geprüft, während im Stadtteil Oberhone eine Bürgerinitiative ein genossenschaftlich betriebenes Wärmenetz plant. Die Erfahrungen aus Eschwege kommen weiteren hessischen Kommunen zugute: In Zusammenarbeit mit der LandesEnergieAgentur Hessen wurde ein Leitfaden zur Bürgerbeteiligung in der kommunalen Wärmeplanung entwickelt. Zudem ist Eschwege Teil des landesweiten Netzwerks kommunaler Wärmeplanung, das den Austausch zwischen Kommunen fördert.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Wärmeversorgung

Bremerhaven: Wärme für kommunale Wohnungen

[22.07.2026] Eine langfristige Vereinbarung zur Wärmeversorgung von mehr als 5.000 Wohnungen haben die Städtische Wohnungsgesellschaft Bremerhaven und swb geschlossen. Nach Angaben von swb soll damit die Wärmeversorgung des kommunalen Wohnungsbestands schrittweise weiterentwickelt und auf dem Weg zur Klimaneutralität Fernwärme mit dezentralen Wärmelösungen kombiniert werden. mehr...

Konstanz: Wärmeverbund für neuen Stadtteil

[22.07.2026] Die Stadtwerke Konstanz und die Firma solarcomplex haben die Projektgesellschaft Wärmeversorgung Hafner gegründet. Sie soll den Aufbau und Betrieb eines Wärmeverbunds im ersten Bauabschnitt des Neubaugebiets Hafner übernehmen. mehr...

Blick über die Baustelle des Quartiers Lagarde auf dem ehemaligen Kasernengelände in Bamberg. Im Vordergrund liegen gebündelte Kunststoffrohre für die Wärmeversorgung, dahinter sind Bewehrungsarbeiten, Baugruben und Erdarbeiten zu sehen. Mehrere Kräne, Bagger und Baustellenfahrzeuge prägen das Bild. Im Hintergrund stehen sanierte historische Backsteingebäude des entstehenden Campus, der im Rahmen der Wärmewende mit einer klimafreundlichen Energieinfrastruktur ausgestattet wird.

Bamberg: Beispielhafte Wärmewende im Quartier

[20.07.2026] Der Lagarde Campus in Bamberg soll nach Angaben der Fraunhofer-Allianz Energie zeigen, wie eine klimaneutrale und wirtschaftliche Wärmeversorgung in urbanen Quartieren umgesetzt werden kann. Das Projekt verbindet erneuerbare Wärmequellen, digitale Steuerung und sektorenübergreifende Energieversorgung. Die Erfahrungen sollen auch in die kommunale Wärmeplanung einfließen. mehr...

Luftaufnahme eines zylindrischen Wärmespeichers auf dem Gelände eines Heizwerks in Gelsenkirchen. Der weiß verkleidete Speicher steht neben Industriegebäuden, einem Schornstein und Rohrleitungen. Rundherum sind Straßen, Parkplätze, Gewerbebauten und Grünflächen zu sehen. Der Wärmespeicher ist in das Fernwärmenetz des Standorts eingebunden.

Steag Iqony: Wärmespeicher auf Schalke

[09.07.2026] Die Steag Iqony Group hat nach etwas mehr als zwei Jahren Bauzeit einen Wärmespeicher in Gelsenkirchen in Betrieb genommen. Die Anlage soll die Ruhrfernwärme flexibler machen und Erzeugung sowie Verbrauch zeitlich besser aufeinander abstimmen. mehr...

EWE: Großwärmepumpe ist eingetroffen

[08.07.2026] EWE hat die Großwärmepumpe für das Wärmenetz im Oldenburger Stadtteil Ohmstede geliefert. Die Anlage ist das Kernstück der Modernisierung der Heizzentrale und soll die Wärmeversorgung klimafreundlicher sowie unabhängiger von fossilen Energieträgern machen. mehr...

Bremen: Klimaturm eingeweiht

[07.07.2026] Auf der Bremer Überseeinsel ist der erste Klimaturm der Stadt in Betrieb gegangen, eine vertikale Luft-Wasser-Großwärmepumpe für urbane Quartiere. Das System soll eine Lücke zwischen Fernwärme und dezentralen Wärmepumpen schließen und könnte für die kommunale Wärmeplanung in schwer erschließbaren Gebieten relevant werden. mehr...

Ein Mitarbeiter von enercity trägt einen roten Schutzhelm und eine gelbe Warnweste und steht in einer technischen Anlage vor einer großen blauen Pumpeneinheit. Im Hintergrund bedient ein weiterer Mitarbeiter Armaturen und Rohrleitungen. Das Bild zeigt Arbeiten an einer Anlage zur Wärme- oder Energieversorgung.

enercity: Mehr Wärme aus Müllverbrennung

[29.06.2026] Die Energieversorgung in Hannover soll künftig stärker auf Fernwärme aus der thermischen Abfallverwertung setzen. EEW Energy from Waste und enercity erweitern dafür die Wärmekapazität der Anlage in Hannover-Lahe von 50 auf bis zu 85 Megawatt. mehr...

Bisher ungenutzte Abwärme kann einen Beitrag zur nachhaltigen Wärmeversorgung Berlins leisten.

Berlin: Hauptstadt hat Wärmeplan

[29.06.2026] Berlin hat einen gesamtstädtischen Wärmeplan beschlossen und legt damit den Fahrplan für eine klimaneutrale Wärmeversorgung bis 2045 fest. Das Konzept zeigt, wo Wärmenetze ausgebaut werden sollen und wo dezentrale Lösungen sinnvoll sind. mehr...

Augsburg: Kommunaler Wärmeplan beschlossen

[29.06.2026] Augsburg hat seinen kommunalen Wärmeplan beschlossen und legt damit die strategische Grundlage für die Wärmewende fest. Das Konzept zeigt mögliche Versorgungswege auf und wird durch neue Beratungs- und Unterstützungsangebote für Bürgerinnen und Bürger ergänzt. mehr...

Tettnang: Richtfest für Nahwärmezentrale

[24.06.2026] Das Nahwärmeprojekt in Tettnang hat einen weiteren Meilenstein erreicht. Knapp elf Monate nach dem Spatenstich wurde das Richtfest für die Energiezentrale gefeiert. Die erste Versorgung öffentlicher Gebäude mit erneuerbarer Wärme ist für September 2026 vorgesehen. mehr...

Hanau: Kommunaler Beirat soll Wärmeplan begleiten

[23.06.2026] Hanau richtet einen Kommunalen Entwicklungsbeirat ein, der die Umsetzung der kommunalen Wärmeplanung begleiten soll. Das neue Beteiligungsformat bringt Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zusammen und soll Konflikte bei der Wärmewende frühzeitig sichtbar machen. mehr...

DStGB/DGRV: Genossenschaften als Motor der kommunalen Wärmewende

[19.06.2026] Eine neue Publikation von DStGB und DGRV zeigt, wie Genossenschaften die kommunale Wärmewende voranbringen können. Anhand von Praxisbeispielen verdeutlicht sie, warum gerade Städte, Gemeinden und ländliche Regionen von diesem Modell profitieren. mehr...

Nürnberg: Spatenstich für neues Heizkraftwerk

[17.06.2026] N-ERGIE baut im Nürnberger Südwesten ein innovatives Heizkraftwerk für eine klimafreundliche Fernwärmeversorgung. Die Anlage soll ein neues Stadtquartier und Teile des bestehenden Netzes versorgen und gilt als wichtiger Baustein der Wärmewende. mehr...

Koblenz: Konkretisierung der Wärmepläne

[15.06.2026] Koblenz treibt die kommunale Wärmeplanung voran und konkretisiert Projekte für Wärmenetze in mehreren Stadtteilen. Neue Bundesvorgaben verändern zwar den gesetzlichen Rahmen, doch für Eigentümer werden nun wichtige Weichen für die künftige Wärmeversorgung gestellt. mehr...

Krefeld/Kassel: Fortschritte bei der Wärmeplanung

[15.06.2026] Die Städte Krefeld und Kassel treiben ihre kommunale Wärmeplanung voran und schaffen damit strategische Grundlagen für die Wärmewende. Während Krefeld den politischen Fahrplan bereits beschlossen hat, hat Kassel die nächste Beschlussstufe erreicht und bereitet die verstärkte Umsetzung vor. mehr...