Freitag, 6. Februar 2026

BorkumWärmeplanung gestartet

[19.03.2025] Die Insel Borkum hat jetzt gemeinsam mit der Energielenker Gruppe die kommunale Wärmeplanung gestartet. Ziel ist eine nachhaltige und langfristig kosteneffiziente Wärmeversorgung, die sowohl den Tourismus als auch die Lebensqualität der Bewohner stärkt.

Gruppenbild zum Auftakt der kommunalen Wärmeplanung auf der Insel Borkum.

v. l.: Jonas Hundertmark, Olaf Behrendt, Sigrid Kopitz, alle energielenker Gruppe; Jürgen Akkermann, Bürgermeister Borkum; Axel Held, Stadtwerkedirektor und Geschäftsführer Nordseeheilbad Borkum GmbH (NBG); Gerhard Begemann, Energetisches Sanierungsmanagement NBG; Olaf Look, Neue Technologien Stadtwerke Borkum; Dennis Rusch, Bauabteilung Stadt Borkum

(Bildquelle: energielenker Gruppe)

Die Insel Borkum hat jetzt den Startschuss für ihre kommunale Wärmeplanung gegeben. Wie die Energielenker Gruppe mitteilt, wird sie in den kommenden Monaten gemeinsam mit der Insel Strategien für eine klimaneutrale Wärmeversorgung entwickeln. Die Initiative wird durch die Nationale Klimaschutzinitiative (NKI) gefördert und legt großen Wert auf die Einbindung der Borkumer Bevölkerung.

Nachhaltiges Reiseziel

„Borkum geht mit gutem Beispiel voran“, erklärt Olaf Behrendt, Key-Account-Manager der Energielenker Gruppe. Obwohl die Insel nach aktuellem niedersächsischem Klimaschutzgesetz nicht verpflichtet ist, eine kommunale Wärmeplanung zu erstellen, verfolgt sie laut der Energielenker Gruppe ambitionierte Klimaziele. Dabei spielt der Tourismus als wirtschaftlicher Hauptfaktor eine zentrale Rolle: Eine klimaneutrale und perspektivisch kostengünstigere Wärmeversorgung soll die Attraktivität der Insel als nachhaltiges Reiseziel sichern.

Derzeit basiert die Wärmeversorgung auf Borkum größtenteils auf Erdgas. Der neue Wärmeplan wird als strategische Grundlage für den Umbau hin zu erneuerbaren Energien dienen und bereits bestehende Projekte einbeziehen. Erste Erkenntnisse aus einer Bestandsanalyse zeigen, dass sich das Wärmeprofil der Insel von dem kleinerer Städte unterscheidet – insbesondere durch den hohen Warmwasserbedarf in den Sommermonaten aufgrund der vielen Badegäste. Zu den diskutierten Lösungsansätzen zählen die Nutzung der Wärme des Nordseewassers und geothermische Bohrungen bis zu 3.700 Metern Tiefe, um hohe Temperaturen von 120 bis 130 Grad Celsius zu erschließen.

Auftakt Anfang Februar

Anfang Februar wurde das Projekt mit einem Auftakttermin und einer Ortsbegehung gestartet, bei der bestehende Heizzentralen sowie bereits umgesetzte Modellprojekte begutachtet wurden. Die weitere Planung erfolgt in enger Abstimmung mit der Stadt Borkum, den Stadtwerken Borkum und Nordseeheilbad Borkum. Geplant sind regelmäßige Workshops, Vor-Ort-Termine und eine Bürgerveranstaltung im Spätsommer 2025. Zudem wurde ein Lenkungskreis eingerichtet, der den Fortschritt überwacht.

„Echte Veränderung lässt sich nicht von oben diktieren. Stattdessen möchten wir die Menschen mitnehmen und ihnen zeigen, wie sie profitieren können“, betont Axel Held, Geschäftsführer von Nordseeheilbad Borkum. Bis Ende 2025 soll ein konkreter Plan für die klimaneutrale Wärmeversorgung vorliegen.





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