StuttgartWärmewende nimmt Gestalt an

Der Entwurf der kommunalen Wärmeplanung markiert im Stuttgarter Stadtgebiet die Zonen mit bestehenden Wärmenetzen, Eignungs‐ und Versorgungsgebiete, Erweiterungsbereiche und Einzelversorgungsgebiete.
(Bildquelle: Amt für Umweltschutz, LHS)
In Stuttgart wurde jetzt in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Klima und Umwelt der Entwurf für die Einstufung des Stadtgebiets in Eignungsgebiete für Wärmenetze vorgestellt. Außerdem wurden die weiteren Schritte skizziert, die notwendig sind, damit der Gemeinderat noch in diesem Jahr die Wärmeplanung beschließen kann. Wie die Stadt Stuttgart mitteilt, ist eine nachhaltige Wärmeversorgung von zentraler Bedeutung, um das Ziel der Klimaneutralität bis 2035 zu erreichen. Die Voraussetzungen dafür seien in den 23 Stadtbezirken jedoch sehr unterschiedlich. Das Amt für Umweltschutz (AfU) und die Stadtwerke Stuttgart berichteten dem Gremium über ihre Einschätzung und den Stand der gemeinsam erarbeiteten Planung. Das Leitbild soll den Umbauprozess in den nächsten Jahren begleiten und bei allen städtebaulichen Entwicklungen berücksichtigt werden.
Die klimaneutrale Wärmeversorgung könne sowohl über eine Einzelversorgung als auch über ein Wärmenetz realisiert werden. Dabei spiele auch die bestehende Fernwärmeversorgung eine wichtige Rolle. Für den Ausbau des Netzes gelte es, Gebiete zu identifizieren, in denen ein Wärmenetz praktikabel sei.
Wärmenetze lassen sich verdichten
Der im Ausschuss für Klima und Umwelt vorgestellte Entwurf der Eignungsgebiete zeige, dass die bestehenden Wärmenetze in Stuttgart verdichtet und teilweise erweitert werden können. Hinzu kämen Gebiete, die sich aufgrund ihrer Struktur und möglicher Wärmequellen für ein neues klimaneutrales Wärmenetz eignen. Sie würden nach ihrem zeitlichen und planerischen Stand in zwei Prioritäten eingeteilt. Daneben gebe es Gebiete, die aufgrund ihrer sehr hohen Bebauungsdichte und geringen Gebäudeabstände kaum Möglichkeiten für eine klimaneutrale Einzelversorgung bieten, sodass auch hier Wärmenetze als Option zu prüfen sind.
Außerhalb dieser Wärmenetz-Eignungs- und Versorgungsgebiete sei eine Einzelversorgung der Gebäude erforderlich. In beiden Fällen unterstütze die Stadt Stuttgart bereits mit zahlreichen Förderprogrammen die Stuttgarter Bürgerinnen und Bürger bei der Umsetzung der Energiewende und des Klimaschutzes, beispielsweise durch die Förderung von Gebäudesanierung, Photovoltaik, Balkonkraftwerken, Wärmepumpen oder dem Anschluss an ein Wärmenetz.
Schritte bis zur fertigen Wärmeplanung
Die Landeshauptstadt will die vorläufigen Ergebnisse der kommunalen Wärmeplanung am 29. September erneut im Ausschuss für Klima und Umwelt vorstellen. Unmittelbar danach sollen die Bürgerinnen und Bürger in die Wärmeplanung einbezogen werden. Eine Informationsveranstaltung am 5. Oktober werde dazu den Planungsstand der breiten Öffentlichkeit vorstellen und die Methodik erläutern.
Die vorläufigen Ergebnisse würden dann auf der Website der Stadt veröffentlicht und könnten auch im Amt für Umweltschutz eingesehen werden. Im Oktober bestehe die Möglichkeit, Anregungen, Rückmeldungen und Stellungnahmen an das Amt für Umweltschutz zu senden, die in die Beratungen zur Endfassung des kommunalen Wärmeplans einfließen. Es sei geplant, dass der Gemeinderat im Dezember den Wärmeplan für das Stadtgebiet Stuttgart beschließt.
Fragen zur Aufstellung des kommunalen Wärmeplans können Interessierte an waermeplanung@stuttgart.de senden.
DStGB/DGRV: Genossenschaften als Motor der kommunalen Wärmewende
[19.06.2026] Eine neue Publikation von DStGB und DGRV zeigt, wie Genossenschaften die kommunale Wärmewende voranbringen können. Anhand von Praxisbeispielen verdeutlicht sie, warum gerade Städte, Gemeinden und ländliche Regionen von diesem Modell profitieren. mehr...
Nürnberg: Spatenstich für neues Heizkraftwerk
[17.06.2026] N-ERGIE baut im Nürnberger Südwesten ein innovatives Heizkraftwerk für eine klimafreundliche Fernwärmeversorgung. Die Anlage soll ein neues Stadtquartier und Teile des bestehenden Netzes versorgen und gilt als wichtiger Baustein der Wärmewende. mehr...
Koblenz: Konkretisierung der Wärmepläne
[15.06.2026] Koblenz treibt die kommunale Wärmeplanung voran und konkretisiert Projekte für Wärmenetze in mehreren Stadtteilen. Neue Bundesvorgaben verändern zwar den gesetzlichen Rahmen, doch für Eigentümer werden nun wichtige Weichen für die künftige Wärmeversorgung gestellt. mehr...
Krefeld/Kassel: Fortschritte bei der Wärmeplanung
[15.06.2026] Die Städte Krefeld und Kassel treiben ihre kommunale Wärmeplanung voran und schaffen damit strategische Grundlagen für die Wärmewende. Während Krefeld den politischen Fahrplan bereits beschlossen hat, hat Kassel die nächste Beschlussstufe erreicht und bereitet die verstärkte Umsetzung vor. mehr...
Stadtwerke Flensburg: Grundstein für Großwärmepumpe gelegt
[10.06.2026] Die Stadtwerke Flensburg haben den Grundstein für ihre erste Großwärmepumpe mit 60 MW thermischer Leistung gelegt. Das 70-Millionen-Euro-Projekt soll ab 2027 Wärme aus Fördewasser ins Fernwärmenetz einspeisen und ist ein zentraler Baustein für die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung. mehr...
Oldenburg: Rat hat Wärmeplanung beschlossen
[10.06.2026] Der Rat der Stadt Oldenburg hat den kommunalen Wärmeplan mit 18 Maßnahmen zur Wärmewende beschlossen. Nun startet die Umsetzung von Wärmenetzstudien, Beratungsangeboten und neuen Beteiligungsformaten, die den Umstieg auf klimafreundliche Wärmeversorgung voranbringen sollen. mehr...
Darmstadt: Fahrplan bis 2045 vorgestellt
[09.06.2026] Darmstadt hatte sich bereits 2022 zur Erarbeitung einer kommunalen Wärmeplanung entschlossen. Nach umfassender Datenerhebung liegen jetzt die Ergebnisse vor. Eine Erkenntnis: Wasserstoff ist für Darmstadt keine realistische Option zur flächendeckenden Wärmeversorgung. mehr...
RheinEnergie: Bau einer Flusswasser-Wärmepumpe startet
[09.06.2026] In Köln hat die Hauptbauphase für eine der europaweit größten Flusswasser-Wärmepumpen begonnen. Das Unternehmen RheinEnergie investiert 280 Millionen Euro in das Projekt am Standort Köln-Niehl. Ab 2028 soll die Anlage Fernwärme für bis zu 50.000 Haushalte liefern. mehr...
Kiel: Förderung für Quartierswärmemanagement
[08.06.2026] Schleswig-Holstein fördert erstmals ein Quartierswärmemanagement zur Umsetzung der kommunalen Wärmeplanung. Die Stadt Kiel erhält dafür rund 198.000 Euro und startet in zwei Quartieren mit Beratungs- und Unterstützungsangeboten für die Wärmewende. mehr...
Kommunale Wärmeplanung: Fossile Energieträger dominieren
[03.06.2026] Eine aktuelle Studie zur kommunalen Wärmeplanung zeigt: Großstädte setzen auf den Ausbau der Fernwärme. In kleineren Kommunen werden dezentrale Strategien mit Wärmepumpen und biogenen Energieträgern verfolgt. mehr...
Bremen: Erster Klimaturm soll Quartier versorgen
[03.06.2026] Towergy nimmt Ende Juni in Bremen den ersten Klimaturm in Betrieb, eine kompakte Luft-Wasser-Großwärmepumpe für dicht bebaute Quartiere. Das System soll erneuerbare Wärme und Kälte platzsparend bereitstellen und könnte neue Möglichkeiten für die Wärmewende in Städten eröffnen. mehr...
Berlin: Wärme aus dem Rechenzentrum für Modell-Campus
[01.06.2026] Auf dem Modell-Campus ringberlin soll künftig Wärme aus einem benachbarten Rechenzentrum genutzt werden. Langfristig ist die Wärmeversorgung des gesamten Quartiers geplant. mehr...
Wärmewende: Austauschprojekt zwischen Städten gestartet
[29.05.2026] Stuttgart, Leipzig und Köln starten mit der Forschungsstelle für Energiewirtschaft das Projekt GLOW-Up zur kommunalen Wärmewende. Das Netzwerk soll Städten helfen, Wärmepläne schneller umzusetzen, Bürger früh einzubinden und praxistaugliche Lösungen für Finanzierung und Infrastruktur zu entwickeln. mehr...
Kaiserslautern: Quartier erhält Energiezentrale
[29.05.2026] Im Pfaff-Quartier in Kaiserslautern ist eine Energiezentrale für die klimaneutrale Wärmeversorgung des neuen Stadtviertels in Betrieb gegangen. Das Gebäude verbindet Niedertemperatur-Wärmenetz, Abwärmenutzung und Forschung zum bidirektionalen Laden von Elektrofahrzeugen und gilt als Kernstück des Projekts EnStadt. mehr...
Borken: Kaltes Nahwärmenetz geplant
[27.05.2026] Borken will ein kaltes Nahwärmenetz aufbauen, das Wärme aus gereinigtem Abwasser nutzt. Für das kommunale Modellprojekt stellen Bund und Kommune zusammen mehr als zehn Millionen Euro bereit – mit dem Ziel, öffentliche Gebäude weitgehend ohne fossile Energien zu beheizen. mehr...













