Mittwoch, 25. März 2026

EigenversorgungWas Prosumer brauchen

[27.10.2016] Eine Gruppe aus Wissenschaftlern von der RWTH Aachen, von der Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung (GWS) und dem Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) haben jetzt Handlungsempfehlungen an die Politik für Prosumer veröffentlicht.
Die Handlungsempfehlungen für Prosumer reichen von verlässlichen Rahmenbedingungen bis hin zu finanziellen Anreizen für die Netzentlastung.

Die Handlungsempfehlungen für Prosumer reichen von verlässlichen Rahmenbedingungen bis hin zu finanziellen Anreizen für die Netzentlastung.

(Bildquelle: IÖW / GWS / RWTH Aachen)

Immer mehr Bürger und Unternehmen erzeugen ihren eigenen Ökostrom und verbrauchen diesen auch teilweise oder ganz. Diesen so genannten Prosumern wird eine große Bedeutung bei der Energiewende zugesprochen. Aktuelle politische Rahmenbedingungen erschweren allerdings den Eigenverbrauch. Wissenschaftler des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW), der RWTH Aachen und der Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung (GWS) geben der Politik nun Empfehlungen, wie sie private Haushalte, die Strom zur eigenen Nutzung erzeugen, effizient fördern kann. Demnach müsse zunächst der wirtschaftliche Betrieb einer Erneuerbare-Energien-Anlage gewährleistet sein. Um das verlässlich einschätzen zu können, müsse der rechtliche Rahmen für Prosumer möglichst wenig komplex gestaltet werden. Grundsätzlich hält das Forscher-Team dabei eine teilweise Belastung des eigenverbrauchten Ökostroms für zulässig, da durch einen erhöhten Eigenverbrauch die verbleibenden Kosten des öffentlichen Stromnetzes auf weniger Verbraucher aufgeteilt werden. Indem Prosumer steuern, wieviel Strom sie wann einspeisen, können sie die Netze entlasten und den Ausbaubedarf reduzieren. Dazu müsse aber auch sichergestellt werden, dass der Anlagenbetrieb dem gesamten System diene. Hier empfehlen die Forscher, die Einspeiseleistung bei Netzüberlastung gezielt zu kappen. Anlagenbetreiber sollten für diesen Beitrag zur Netzentlastung einen finanziellen Anreiz erhalten, etwa indem sie für den selbst verbrauchten Strom von den Netzentgelten befreit werden. Außerdem empfiehlt das Projekt-Team, die bürokratischen Hürden für so genannte Mieterstrommodelle für Mehrfamilienhäuser und Quartiere abzubauen. Generell sollte aus Sicht der Wissenschaftler die Regulierung offener für innovative Geschäftsmodelle gestaltet werden. Die Handlungsempfehlungen sind im Projekt Prosumer-Haushalte entstanden. Dieses wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Programm Umwelt- und gesellschaftliche Transformation des Energiesystems gefördert. Welche Spielräume es bei der Energiepolitik für Prosumer gibt, wird das IÖW auch am 7. November 2016 auf der Fachkonferenz Dezentrale Energiewende vor dem Aus? in Berlin diskutieren. Die Veranstaltung behandelt laut Institutsangaben verschiedene Aspekte des Prosumings: aktuelle rechtliche Rahmenbedingungen, Mieterstrom, gewerbliches Prosuming und Guerilla-Photovoltaik.





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