Mittwoch, 3. Juni 2026

BundesregierungWasserstoffstrategie verabschiedet

[11.06.2020] Am 10. Juni 2020 hat die Bundesregierung ihre Nationale Wasserstoffstrategie verabschiedet. Zentrale Erzeugungskapazitäten sollen in Nordafrika entstehen. Im Wärmemarkt soll Wasserstoff keine Verwendung finden.
Neben der Chemie ist die Mobilität und der Aufbau eines Tankstellennetzes eines der großen Anwendungsfelder der Nationalen Wasserstoffstrategie.

Neben der Chemie ist die Mobilität und der Aufbau eines Tankstellennetzes eines der großen Anwendungsfelder der Nationalen Wasserstoffstrategie.

(Bildquelle: Shell)

Deutschland will bei neuen und grünen Wasserstofftechnologien weltweit führen, so Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) zur Verabschiedung der Nationalen Wasserstoffstrategie am 10. Juni 2020 durch die Bundesregierung. Bis 2030 sollen unter anderem Erzeugungsanlagen von bis zu fünf Gigawatt aufgebaut werden. Weitere fünf GW sollen spätestens 2040 installiert werden. Sieben Milliarden Euro sollen dafür aus dem Konjunkturpakt (wir berichteten) kommen. Weitere zwei Milliarden Euro stehen für Partnerschaften im Ausland bereit. Das betrifft insbesondere Nordafrika, wo ein Großteil der Erzeugungskapazitäten entstehen soll, da hierzulande nicht genug erneuerbare Energien für den Elektrolyseprozess zur Verfügung stehen.
Die Strategie enthält 38 Einzelmaßnahmen. Dazu gehören Investitionszuschüsse und der Aufbau eines Tankstellennetzes. Im Wärmemarkt jedoch soll Wasserstoff außen vor bleiben. Vorrangige Anwendungen werden in der Industrie und in der Mobilität gesehen.
Von den Branchenverbänden wurde die Wasserstoffstrategie überwiegend begrüßt. „Darauf müssen wir aufbauen und in der Umsetzung Tempo machen“, erklärte Kerstin Andreae, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Sie bemängelt jedoch, dass im Wärmemarkt Potenziale verschenkt würden. Denn im Wärmemarkt ermöglichten steigende Anteile erneuerbarer und dekarbonisierter Gase bezahlbaren Klimaschutz.
„Viele Stadtwerke haben bereits eigene Wasserstoffprojekte entwickelt oder haben sie in der Planung“, erklärte Ingbert Liebing, Hauptgeschäftsführer des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU) und kritisierte deswegen, dass die Strategie kaum auf die dezentrale Wasserstofferzeugung eingehe. Beim Thema Wasserstoff dürfe man nicht nur an Sahara und Rub al-Chali-Wüste denken, sondern auch an heimische Regionen wie Ruhrgebiet und Rheingau.





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