Cloud ComputingWeder Hype noch Dogma

Mithilfe eines PDF Cloud Services (PCS) steht die aktuelle Dokumentenvorlage jedem Mitarbeiter mit entsprechender Berechtigung auf Knopfdruck zur Verfügung.
(Bildquelle: Cortility)
Während die Cloud für viele Energieversorger vor allem eine Frage strategischer Zukunftsüberlegungen ist, nutzen andere sie bereits im Tagesgeschäft. „Immer wenn Anwendungen nur selten benötigt werden oder eine Skalierbarkeit gewünscht ist, liegt es nahe, die Funktionalität in der Cloud zu realisieren“, erläutert Klaus Nitschke. Für den Geschäftsführer des SAP-Partners Cortility ist die Cloud daher weder Hype noch Dogma, sondern eine Möglichkeit, auf die Kundenbedürfnisse einzugehen.
Allerdings seien Cloud-Anwendungen im SAP-Umfeld keine Plug-and-Play-Dienste. „Cloud-Lösungen sind in der Regel Black Boxes“, sagt Nitschke. Es gelte folgende Regel: „Wenn du die Input-Schnittstelle richtig füllst, erhältst du auch das richtige Ergebnis.“ Dies mit den richtigen Daten zum richtigen Zeitpunkt zu tun, sei aber keine einfache Aufgabe. Daher gehört die Integration ins Back End zu den Leistungen, die IT-Dienstleister Cortility neben dem Bereitstellen der eigentlichen Cloud-Lösung übernimmt.
Eng am SAP-Standard
„Add-ons für zusätzliche Funktionen im Umfeld von SAP-Anwendungen anzubieten, ist traditionell ein Teil unseres Kerngeschäfts – heute nutzen wir dafür wo es sinnvoll ist eben auch Cloud-Dienste“, erläutert Cortility-Chef Klaus Nitschke. Ebenso wie bei den in der Vergangenheit entwickelten Add-ons sei die Strategie dabei, sich möglichst eng am SAP-Standard zu orientieren.
Aus der Praxis weiß Nitschke, dass Dokumente nicht immer auf dem aktuellen Briefpapier verschickt werden und häufig auch die letzte Corporate-Design-Änderung nicht berücksichtigt wurde. Die von Cortility entwickelte Lösung trennt deshalb den Inhalt von der Vorlage. Während zum Beispiel die Abrechnungsdaten im SAP-System bearbeitet werden, liegt die stets aktuelle Dokumentenvorlage zentral administriert in der Cloud. Mithilfe des PDF Cloud Services (PCS) steht sie jedem Mitarbeiter mit entsprechender Berechtigung auf Knopfdruck zur Verfügung. Der individuelle Content wird in der Cloud-Anwendung mit der jeweiligen Vorlage verbunden und daraus eine PDF-Datei erzeugt. „Das funktioniert im unternehmensinternen Netzwerk ebenso wie bei Mitarbeitern, die aus dem Homeoffice oder mobil von unterwegs aus arbeiten“, betont Klaus Nitschke. Und es erlaube, die Vorlagen auch schnell und aktuell zu ändern.
PDF-Dateien einfach bearbeiten
Der PCS ermöglicht es, PDF-Dateien einfach und flexibel mit Elementen wie Logos, Bildern, Texten oder weiteren Seiten anzureichern. Die Daten können sowohl aus einem SAP-System als auch aus beliebigen Archivsystemen zur Verfügung gestellt werden. „Ein entscheidender Vorteil dabei ist, dass im Unternehmen kein zusätzlicher Server oder Server-Dienst aufgesetzt und betreut werden muss“, erklärt der Cortility-Geschäftsführer.
PDF-Dateien werden mit dem Cortility Cloud Client verschlüsselt in ein Cloud-System eines zuverlässigen Anbieters in Deutschland übertragen, angereichert und wieder empfangen. Die PDF-Dateien werden maximal kurzzeitig zur Verarbeitung gespeichert. Ist dies der Fall, werden sie nach der endgültigen Übertragung aus der Cloud gelöscht. Zu jeder Serviceanfrage werden Metriken wie Laufzeit der Anfrage und Größe der PDF-Datei ermittelt und zu Abrechnungszwecken aufbewahrt.
Skalierbarer Service
Die elektronische Rechnungsverarbeitung gemäß ZUGFeRD 2.0 hat Cortility ebenfalls in die Cloud verlegt und bietet so einen skalierbaren Service an. Das hybride Format soll den strukturierten Austausch von Rechnungen in Wirtschaft und Verwaltung ohne bilaterale Abstimmungen der Beteiligten kostengünstig ermöglichen. Es besteht aus einem PDF- und einem XML-Teil. Insbesondere für Unternehmen mit einer überschaubaren Anzahl von Anwendungen jährlich ist der Einstieg über die Cloud mit deutlich weniger Kosten und Risiken verbunden. „Selbstverständlich haben wir unsere Lösung vollständig in SAP integriert. Und dank des Pay-per-Use-Modells bieten wir einfache und transparente Staffelpreise“, beschreibt Nitschke die Vorteile des ZUGFeRD Cloud Services (ZCS).
Die ZUGFeRD-Lösung besteht aus dem ABAP- und dem Java-Modul. Ersteres liest SAP-Daten aus und leitet diese per Web-Service an das Java-Modul weiter. Innerhalb des Java-Moduls werden die Daten in ein XML-Format konvertiert und ein PDF erzeugt. Die Rechnung wird dann versendet. Bei der Cortility-Lösung wird das Java-Modul komplett in die Cloud überführt. Die Konvertierung der SAP-Daten in das XML-Format und die Erzeugung des PDFs finden vollständig in der Wolke statt. Aus dieser wird das ZUGFeRD-PDF zurück ans SAP-System gesendet. Der Versand der Rechnung erfolgt über den lokalen Mailserver, alternativ können die Rechnungen auch per File Transfer Protocol (FTP) zugestellt oder in einem Portal abgelegt werden.
Kosten senken
„Energieversorger, die nur im zwei- oder dreistelligen Bereich ZUGFeRD-Rechnungen übermitteln, standen bisher vor dem wirtschaftlichen Problem, dass eine klassische Installation durchaus 25.000 Euro kosten kann – bei der Cloud-Lösung haben wir das Ziel im Blick, pro Rechnung unter die Kosten einer per Post verschickten Rechnung zu kommen“, sagt Klaus Nitschke. Das aktuelle Preismodell basiere dabei auf dem Datenvolumen. „Kunden, die unseren ZCS eingeführt haben, nutzen ZUGFeRD nicht nur gegenüber Behörden, sie bieten diesen Rechnungsversand auch gewerblichen Kunden an. Da sich die Lösung gut skalieren lässt, wächst sie mit den Bedürfnissen der Unternehmen.“
Dieser Beitrag ist in der Ausgabe September/Oktober 2019 von stadt+werk erschienen. Hier können Sie ein Exemplar bestellen oder die Zeitschrift abonnieren
cortility: KI automatisiert Standardanliegen
[03.09.2026] cortility und Pipeforce wollen Künstliche Intelligenz stärker für die automatisierte Bearbeitung von Kundenanliegen bei Energieversorgern einsetzen. Standardvorgänge wie Zählerstandsmeldungen, Umzüge oder Abschlagsfragen sollen sich damit weitgehend ohne manuelle Eingriffe verarbeiten lassen. mehr...
E-Rechnung: Versandpflicht wird ausgeweitet
[26.08.2026] Für Unternehmen mit mehr als 800.000 Euro Umsatz verschärfen sich zum Jahreswechsel die Vorgaben für elektronische Rechnungen. Ab Januar 2027 müssen sie E-Rechnungen nach der europäischen Norm EN 16931 versenden. Ein Jahr später gilt die Vorgabe für alle Unternehmen. mehr...
KRITIS-Schutz: Resilienz ist Pflicht
[18.08.2026] Mit dem KRITIS-Dachgesetz sind Städte und Gemeinden unter Zugzwang: Bis Mai 2027 müssen Schutzkonzepte stehen. Doch zwischen gesetzlicher Pflicht und gelebter Resilienz klafft häufig noch eine gefährliche Lücke. mehr...
Maingau: Portfoliomanagement in der Cloud
[14.08.2026] Maingau hat sein Portfolio-Management auf eine Cloud-Lösung von Kisters umgestellt. Damit will der Energieversorger Handelsprozesse stärker automatisieren und weitere Funktionen in die Systemlandschaft integrieren. mehr...
Kundenservice: Vom Antrag zur Lösung
[13.08.2026] Stadtwerke können ihre Kundenservices mit durchgängigen End-to-End-Prozessen effizienter gestalten. Standardisierte Abläufe, intelligentes Routing und KI sollen Bearbeitungszeiten verkürzen und Mitarbeitende entlasten – entscheidend bleibt dabei die Verbindung von Technik, Daten und Menschen. mehr...
kraftwerk Software Gruppe: Joules erhält KI-Funktionen
[13.08.2026] Die kraftwerk Software Gruppe hat die Software Joules erweitert. Das aktuelle Release bringt KI-gestützte Funktionen für verschiedene Arbeitsabläufe sowie ein neu aufgebautes Kunden-, Lead- und Servicemanagement. mehr...
IT-Infrastruktur: Vollumfassende Integration
[11.08.2026] Neue digitale Angebote und gesetzliche Anforderungen überfordern die IT-Landschaften der Stadtwerke zunehmend. Insbesondere bei systemübergreifenden Prozessen reichen punktuelle Integrationen nicht mehr aus. Gefragt sind vielmehr durchgängige Prozessketten, die verteilte Anwendungen zuverlässig verbinden. mehr...
cortility: EDM-Kooperation mit endica
[11.08.2026] Das Unternehmen cortility überträgt die bislang von endica eingesetzten Lösungen für das Energiedatenmanagement auf SAP S/4HANA Utilities. Damit soll das Energiedatenmanagement für Strom und Gas auch in der neuen Systemlandschaft von endica verfügbar sein. mehr...
Kraftwerk Software Gruppe: Neue KI-gestützte Wissensplattform vorgestellt
[24.07.2026] Die Kraftwerk Software Gruppe hat mit der Lösung kraftwerk.Knowledge eine KI-gestützte Wissensplattform für Versorgungsunternehmen vorgestellt. Sie soll Stadtwerke bei der Dokumentation, der Einhaltung regulatorischer Vorgaben und der schnellen Suche nach Fachinformationen unterstützen. mehr...
Civitas Connect: Offene digitale Basisinfrastrukturen
[20.07.2026] Ein offener Brief fordert, bestehende offene Daten- und Integrationsplattformen stärker in die föderalen Digitalstrukturen einzubinden. Laut Initiator Civitas Connect richtet sich die Initiative an Bund, Länder und weitere zuständige Gremien. Kommunen, öffentliche Unternehmen und andere Organisationen können sich der Erklärung bis Ende September anschließen. mehr...
cortility: SAP-Umstellung bleibt eine Herausforderung
[17.07.2026] Mit dem Ende des Supports für SAP R/3 Ende 2027 wächst der Zeitdruck für Energieversorger. Nach Einschätzung des IT-Dienstleisters cortility werden jedoch zahlreiche Unternehmen den Termin nicht einhalten können. mehr...
enercity: Test für KI-Energie-Assistenten
[16.07.2026] enercity hat die Testphase eines KI-Energie-Assistenten gestartet, der Kundinnen und Kunden die Verwaltung ihres Energievertrags direkt über ChatGPT ermöglichen soll. Nach Angaben des Unternehmens können unter anderem Vertragsdaten eingesehen, Rechnungen abgefragt und Zählerstände übermittelt werden. mehr...
Stadtwerke Baden-Baden: Neue GIS-Plattform für alle Versorgungssparten
[10.07.2026] Die Stadtwerke Baden-Baden stellen ihre Geoinformations- und Netzsysteme schrittweise auf eine neue webbasierte Plattform um. Nach Angaben von VertiGIS soll damit eine integrierte Arbeitsumgebung für die Sparten Strom, Gas, Wasser und Fernwärme entstehen. mehr...
Mahnwesen: Lücke im SAP-System
[09.07.2026] Stadtwerke, die SAP im Mahnwesen einsetzen, müssen Mahngebühren manuell verbuchen. Das kostet wertvolle Arbeitszeit und birgt die Gefahr von Fehlbuchungen und Compliance-Risiken. Eine SAP-basierte Erweiterung automatisiert den Prozess und beseitigt diese Schwachstelle. mehr...
cortility: Einfacher Lieferantenwechsel
[08.07.2026] Der IT-Dienstleister cortility hat eine Software vorgestellt, die Energieversorger beim seit 2025 geltenden 24-Stunden-Lieferantenwechsel unterstützen soll. mehr...









