EU-Energiefahrplan 2050Zustimmung und Kritik

EU-Kommissar Günther Oettinger stellte Energiefahrplan vor.
(Bildquelle: EU-Kommission)
Die Europäische Union will die CO2-Emissionen in den Mitgliedsstaaten bis 2050 um 80 bis 95 Prozent senken. Um dieses Ziel ohne eine Beeinträchtigung der Energieversorgung und der Wettbewerbsfähigkeit zu erreichen, hat Energiekommissar Günther Oettinger einen Energiefahrplan 2050 erarbeitet, den er Mitte Dezember 2011 in Brüssel vorgestellt hat. Ausgehend von der Analyse mehrerer Szenarios, in denen die vier Hauptdekarbonisierungswege (Energieeffizienz, erneuerbare Energien, Kernenergie und CO2-Abtrennung und -Speicherung) kombiniert wurden, werden in der Energy Roadmap die Auswirkungen eines CO2-freien Energiesystems und des dafür erforderlichen politischen Rahmens beschrieben. In dem Papier heißt es, dass unabhängig vom jeweils gewählten Energiemix eine verbesserte Energieeffizienz und ein deutlich höherer Anteil erneuerbarer Energien notwendig sind, um die CO2-Ziele im Jahr 2050 zu erreichen. Auch Gas, Erdöl, Kohle und die Kernenergie sind in allen Szenarios in unterschiedlichen Anteilen vorhanden. Auf Basis der Szenarios sollen die Mitgliedsstaaten nun die notwendigen energiepolitischen Entscheidungen treffen.
Die Bundesregierung begrüßte den Energiefahrplan der EU. Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler sagte: „Mit ihrer Energie-Roadmap 2050 bewegt sich die Europäische Kommission in eine ähnliche Richtung wie Deutschland mit seinem Energiekonzept.“ Er teile die Haltung der Europäischen Kommission, wonach eine klimapolitisch ambitionierte Energiepolitik auch die Versorgungssicherheit und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Europas im Blick haben müsse. Der Bundesumweltminister äußerte sich ebenfalls positiv. „Um seine Klimaziele zu erreichen, muss Europa stärker als bisher auf erneuerbare Energien und Energieeffizienz setzen. Das ist für mich die zentrale Botschaft des EU-Energiefahrplans 2050“, sagte Norbert Röttgen.
Kritik an Oettingers Fahrplan kam von den Grünen im EU-Parlament. Claude Turmes, energiepolitischer Sprecher der Fraktion Grünen/EFA, sagte, die EU-Kommission rede den Beitrag der erneuerbaren Energien klein. Sie gehe von einem maximalen Beitrag der erneuerbaren Energien von nur 30 Prozent bis zum Jahre 2030 aus, dabei seien bis dahin 45 Prozent und bis 2050 eine Umstellung auf 100 Prozent erneuerbare Energien möglich. Grünen-Fraktionsvorsitzende Rebecca Harms kommentierte, Oettinger lege keine objektive Abschätzung der möglichen Energieszenarien für die EU vor, sondern versuche den Ladenhüter Atomkraft als kostengünstigen Klimaretter zu verkaufen.
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