KommunikationDie Verbindung steht immer
Herr Clausmeyer, Herr Wierwille, wie sind Sie auf Satellitenkommunikation zur Steuerung der Netze aufmerksam geworden?
Clausmeyer: Wir haben vor etwas mehr als zwei Jahren auf einer Fachveranstaltung erstmals von dieser innovativen Technik gehört. Kurze Zeit darauf hat sich für uns dann tatsächlich die Situation ergeben, dass wir fünf rund 100 Kilometer entfernte Standorte für einen Servicekunden an unser Netz und unser NOC anbinden mussten. Diese Standorte lagen außerhalb der Reichweite unseres eigenen Fernmeldenetzes und der Aufbau einer direkten terrestrischen Anbindung war wirtschaftlich nicht darstellbar.
Was hat Sie an der Lösung überzeugt?
Wierwille: Quasi aus dem Nichts heraus konnten wir in kürzester Zeit diese Standorte an unser Netz nehmen. Bei Datentransfers sind wir auf Schnelligkeit und Zuverlässigkeit angewiesen. Die dabei von uns eingesetzten Übertragungsprotokolle ließen sich innerhalb kürzester Zeit einwandfrei für Transfers über den Satelliten anpassen. In der Praxis hat sich die Lösung dann bewährt. Über die Satellitenverbindungen laufen neben Betriebsdaten und Störmeldungen auch die von uns ausgeführten Schalthandlungen.
Wo sehen Sie Potenziale für die Einbindung von Satelliten?
Clausmeyer: Generell bieten sich die schnell verfügbaren Lösungen überall dort an, wo eigene oder öffentliche Fernmeldenetze nicht verfügbar sind. Die Satellitenverbindung steht immer.
Wierwille: Zudem lassen sich etwa in Kombination mit VPN-Verbindungen redundante Netzinfrastrukturen aufbauen, die Netzbetreibern höchste Sicherheit und Zuverlässigkeit bieten. Sollte einmal eine terrestrische Strecke ausfallen, hat der Betreiber dann immer noch als zuverlässiges Backup seine Satellitenverbindung – das bietet selbst unter wirtschaftlichen Aspekten große Vorteile.
Dieses Interview ist in der November-Ausgabe von stadt+werk im Schwerpunkt Kommunikation erschienen. Hier können Sie ein Exemplar bestellen oder die Zeitschrift abonnieren.
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