Dienstag, 5. Mai 2026

BilanzStadtwerk am See auf Kurs

[17.07.2015] Rekordinvestitionen und hoher Überschuss bei sinkendem Umsatz und Energieabsatz. So lautet die Bilanz des Stadtwerks am See für das abgelaufene Geschäftsjahr.
Bilanzieller Höhenflug: Stadtwerk am See verdoppelt den Gewinn in nur zwei Jahren.

Bilanzieller Höhenflug: Stadtwerk am See verdoppelt den Gewinn in nur zwei Jahren.

(Bildquelle: Stadtwerk am See)

Über 14 Millionen Euro Gewinn erwirtschaftete das Stadtwerk am See (Bodenseekreis) im Geschäftsjahr 2014. Die Investitionen lagen mit über 18 Millionen Euro so hoch wie nie in der Geschichte des kommunalen Unternehmens, das im Jahr 2012 aus einem Zusammenschluss der Stadtwerke Überlingen und der Technischen Werke Friedrichshafen entstand. Geschäftsführer Alfred Müllner stellte fest: „Wir sind wirtschaftlich erfolgreich und unverzichtbarer Teil dieser Region.“ Über Gewinn und Investitionen hinaus sei 2014 ein sehr gutes Jahr gewesen. „Wir haben nie zuvor mehr Häuser neu ans Energienetz angeschlossen, nie zuvor mehr Umsätze mit Dienstleistungen gemacht, nie so viele Wärmeanlagen gebaut. Wir wollen wachsen, und das sind unsere Bausteine für die Zukunft“, erklärte Müllner.

Schlüsselthemen Ökologie und Service

Zu einem richtig guten Jahr 2014 hätten nur niedrige Temperaturen im Winter gefehlt, bilanziert der Geschäftsführer. Durch den milden Winter habe das Stadtwerk rund 20 Prozent weniger Gas und Wärme verkauft. Da auch der Absatz von Strom und Wasser sank, ging der Umsatz gegenüber dem Vorjahr auf rund 167 Millionen Euro (2013: fast 180 Millionen Euro) zurück. Der Rekordgewinn sei zum Teil auch auf einen Sondereffekt zurückzuführen, nämlich den Erlös aus dem Verkauf zweier Gasnetze an das Regionalwerk Bodensee. Dies war bei der Gründung des Regionalwerks, an dem das Stadtwerk am See beteiligt ist, vertraglich festgelegt und wurde nun wirksam.
Eine der zentralen Strategien ist laut Müllner der Bau ökologischer Wärmeanlagen und der Ausbau des Dienstleistungsgeschäfts. „Ökologie und Service sind unsere Schlüsselthemen in den nächsten Jahren“, kündigt Müllner an. „Hier sind wir stark – und wollen noch besser werden.“ Insbesondere mit dem Thema Ökologie beschäftigt sich das Stadtwerk intensiv. „Unser Stadtwerk setzt auf ökologische Nahwärme und baut diesen Bereich konsequent aus“, sagt Müllner. „Wir unterstützen damit auch die Anstrengungen der Städte und Gemeinden zum Klimaschutz in unserer Region.“

Bürger der Region profitieren

Der Aufsichtsratsvorsitzende des Stadtwerks am See, Friedrichshafens Oberbürgermeister Andreas Brand, hob die Bedeutung des Versorgers hervor: „Vom Erfolg des Stadtwerks profitieren die Bürger der Region.“ Der Aufsichtsrat nehme den Respekt deutlich wahr, mit dem man in der Region, aber auch in der Branche vom Stadtwerk am See spreche, erklärte Brand. Und das Ergebnis sei noch höher zu bewerten, wenn man wisse, dass das Stadtwerk so viel investiert habe wie noch nie zuvor in der Geschichte. „Das sind Leistungen, die in der Region bleiben – schließlich beauftragen wir ja zum allergrößten Teil regionale Firmen“, sagte Brand. Die Wertschöpfung in der Region übersteige damit bei weitem den Überschuss des Stadtwerks.
#bild2 Besonders hoch bewertete Brand die Übernahme von Konzessionen in der Region. 2014 hat das Stadtwerk am See die Stromkonzession in Daisendorf gewonnen, 2015 kamen die Gaskonzessionen in Frickingen und Heiligenberg hinzu. Dass das Stadtwerk in den vergangenen 18 Monaten drei Konzessionen bekommen hat, sei für ihn weit mehr als ein wirtschaftlicher Erfolg. „Es zeigt das Vertrauen, das die Kommunen in unser regionales Stadtwerk haben“, sagte Brand. Die Zusammenarbeit mit den Städten und Gemeinden im Bodenseekreis auf Augenhöhe sei für ihn eine Herzenssache. Brand: „Auch dafür haben wir ein regionales Stadtwerk aufgebaut, das unseren Zusammenhalt im Bodenseekreis stärkt und unsere Wirtschaft unterstützt.“





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Unternehmen

Mainova: Operatives Geschäft verbessert

[04.05.2026] Mainova hat 2025 sein Ergebnis deutlich verbessert und kündigt weitere Investitionen an. Vor allem das operative Geschäft entwickelte sich besser als im Vorjahr. Für 2026 erwartet das Unternehmen jedoch ein schwächeres Ergebnis. mehr...

kraftwerk: Neue App für den Kundenkontakt veröffentlicht

[29.04.2026] Die kraftwerk Software Gruppe ergänzt ihre Portallösungen für Versorger um die mobile App-Plattform kraftwerk.One. Die neue Kooperation mit endios soll Energie- und Wasserunternehmen eine durchgängige digitale Kundenschnittstelle vom Abrechnungssystem bis zum Smartphone liefern. mehr...

Quadra energy: Migration in KISTERScloud

[28.04.2026] Quadra energy hat sein Energie- und Portfoliomanagement in wenigen Stunden aus einer On-Premise-Umgebung in die KISTERScloud verlagert. Der Umstieg soll bei laufendem Betrieb mehr Performance, höhere Stabilität und Spielraum für den weiteren Ausbau der Handels- und Marktkommunikationsprozesse schaffen. mehr...

Stadtwerke Energie Jena-Pößneck: Gründung vor 35 Jahren

[23.04.2026] Die Stadtwerke Energie Jena-Pößneck bestehen seit 35 Jahren. Nach Angaben des Unternehmens entwickelte sich der kommunale Versorger seit der Gründung 1991 von einem kleinen Betrieb zu einem regionalen Anbieter für Strom, Gas und Fernwärme. Heute setzt das Unternehmen verstärkt auf Projekte zur Energiewende. mehr...

Stadtwerke München: Insgesamt ein gutes Jahr

[20.04.2026] Im Geschäftsjahr 2025 haben die Stadtwerke München über eine Milliarde Euro investiert. Das operative Ergebnis lag unter dem Vorjahr, blieb aber im langjährigen Durchschnitt. Gleichzeitig überwies der Konzern erneut 100 Millionen Euro an die Stadt München. mehr...

Region Rhein-Eifel: Genossenschaft für Wärmewende

[17.04.2026] Zwölf Kommunen aus drei Kreisen haben gemeinsam mit dem Energieunternehmen e-regio die Genossenschaft Energiewende RheinEifel gegründet. Nach Angaben der Beteiligten soll sie Projekte zur Energie- und Wärmewende regional koordinieren. mehr...

interview

Interview: Pioniergeist trifft Exzellenz

[17.04.2026] Seit Mitte 2025 trägt MAN Energy Solutions den Namen Everllence. Was es mit der Umbenennung auf sich hat und welche Strategie das Unternehmen beispielsweise im Bereich der Energiewirtschaft fährt, erläutert CEO Uwe Lauber im Interview mit stadt+werk. mehr...

enercity: Umsatz geht zurück

[13.04.2026] Im Jahr 2025 hat enercity einen geringeren Umsatz und Gewinn erzielt als in den Vorjahren. Gleichzeitig hat das Unternehmen seine Investitionen erhöht und den Ausbau erneuerbarer Energien vorangetrieben. mehr...

bericht

Trianel: Beeindruckende Bilanz

[09.04.2026] Die Stadtwerke-Kooperation Trianel unterstützt mit ihren drei Gesellschaften Energieversorger und Kommunen in Deutschland bei der Umsetzung der Energiewende. Die Kooperation kann bereits auf beachtliche Erfolge zurückblicken. mehr...

enercity: Neuer CEO bei enercity Erneuerbare

[08.04.2026] Der Energiekonzern enercity besetzt die Spitze seiner Tochtergesellschaft für erneuerbare Energien neu. Mit Jörg Kubitza übernimmt ein Branchenmanager die Leitung. Der bisherige CEO Ralf Nietiet scheidet auf eigenen Wunsch aus. mehr...

Jena: Baustart von Reallabor JenErgieReal

[02.04.2026] Das Reallabor JenErgieReal geht in Jena in die bauliche Umsetzung und vernetzt erstmals Speicher, Lade-Infrastruktur und Netze intelligent. Das Projekt zeigt, wie ein digitales Energiesystem im urbanen Raum praktisch funktioniert und welche Lösungen bis 2027 entstehen. mehr...

VNEW: Unter neuer Flagge unterwegs

[27.03.2026] Der Stadtwerkeverband VSHEW firmiert künftig als Verband der Norddeutschen Energie- und Wasserwirtschaft (VNEW). Hintergrund ist die Ausweitung auf weitere Bundesländer sowie der Anspruch, die Energiewende regional stärker zu bündeln. mehr...

JUWI: Strategische Neuausrichtung

[17.03.2026] Der Projektentwickler JUWI richtet seine Organisation neu aus und fokussiert sich stärker auf seine europäischen Kernmärkte im Wind- und Solarsektor. Hintergrund sind verschärfter Wettbewerb um Investoren, Netzanschlüsse und Ausschreibungen – mit der Neuausrichtung will das Unternehmen seine Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit sichern. mehr...

Stadtwerke Essen: Ausweitung der Partnerschaft mit Iqony Fernwärme

[17.03.2026] Die Stadtwerke Essen und Iqony Fernwärme wollen ihre Wärmeinfrastrukturen künftig enger verzahnen. Eine neue Partnerschaftsvereinbarung soll Synergien beim Ausbau klimafreundlicher Netze heben und Optionen wie Netzkopplungen oder gemeinsame Erzeugungsanlagen prüfen. mehr...

Solarpark der Energieversorgung Mittelrhein (evm) in Görgeshausen mit mehreren Reihen von Photovoltaikmodulen auf einer Wiese.

evm: Nachhaltige Energiegewinnung

[13.03.2026] Die Wind- und Solarparks der Energieversorgung Mittelrhein (evm) haben im vergangenen Jahr mehr als 70 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugt. Nun plant das Unternehmen die Errichtung weiterer Anlagen in der Region. mehr...