Samstag, 9. Mai 2026

Greenpeace Energy / FÖSKonventionelle teurer als Erneuerbare

[13.10.2016] Eine Kurzanalyse des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft im Auftrag von Greenpeace Energy bestätigt, dass die versteckten Kosten für Kohle und Atomstrom die EEG-Umlage deutlich übersteigen.
Zusammensetzung des Strompreises bei Berücksichtigung der Zusatzkosten konventioneller Energieträger für das Jahr 2017.

Zusammensetzung des Strompreises bei Berücksichtigung der Zusatzkosten konventioneller Energieträger für das Jahr 2017.

(Bildquelle: Carsten Raffel/Greenpeace Energy eG)

Das Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) hat jetzt im Auftrag des Ökoenergieanbieters Greenpeace Energy eine Kurzanalyse zu den Kosten von Kohle, Atom und Gas erstellt. Das Ergebnis: Atomkraft und fossile Energieerzeugung sind für Verbraucher anderthalb mal teurer als die EEG-Umlage. So müssten Stromkunden im Jahr 2017 bis zu 10,8 Cent auf jede verbrauchte Kilowattstunde zahlen, wenn die versteckten Kosten für Kohle, Atomenergie und Gas in den Strompreis eingerechnet würden. Denn laut Kurzanalyse des FÖS summieren sich staatliche Fördergelder und gesellschaftliche Folgekosten für konventionelle Energieträger wie Kohle und Atomkraft im kommenden Jahr voraussichtlich auf 38 Milliarden Euro. Damit liegen diese Mehrkosten etwa eineinhalb mal so hoch wie die Förderung für erneuerbare Energien, die auf der Stromrechnung transparent als EEG-Umlage ausgewiesen ist. Marcel Keiffenheim, Leiter Politik und Kommunikation bei Greenpeace Energy, sagt: „Obwohl der Anteil von Kohle und Atom im bundesdeutschen Strom-Mix schrumpft, sind die Kosten für diese schmutzigen und riskanten Energiequellen noch immer deutlich höher als die für den Ökostrom-Ausbau.“ Deshalb fordert Keiffenheim eine ehrliche Debatte darüber, was der Strom wirklich kostet und wer diese Kosten in welchem Maße verursacht. Zurzeit werden stattdessen aus dem Bundeshaushalt staatliche Finanzhilfen, Förderungen und Steuervergünstigungen an die Kohle- und Atomindustrie gezahlt, berichtet Greenpeace Energy. Da Ende 2016 die Kernbrennstoffsteuer auslaufe, erhielten die Betreiber von Atomkraftwerken allein im kommenden Jahr Steuervergünstigungen in Höhe von rund einer Milliarde Euro. Außerdem werde ein großer Teil der Folgekosten für Umwelt- und Gesundheitsschäden auf die Allgemeinheit abgewälzt. Würden diese Belastungen jedoch transparent und analog zur EEG-Methode in der Stromrechnung aufgeführt, dann müssten private Haushalte laut dem Ökostromanbieter künftig rund 39 anstatt 29 Cent für eine Kilowattstunde Strom zahlen. Die EEG-Umlage, die am 14. Oktober offiziell veröffentlicht wird, wird Schätzungen zufolge hingegen unter sieben Cent liegen. Die versteckten Kosten für konventionelle Energien könnten sich laut FÖS in der Zukunft sogar noch erhöhen: Zum Beispiel, wenn die Atommüllendlagerung oder die Renaturierung von Braunkohletagebauflächen stärker als geplant vom Staat mitfinanziert werden.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Politik
Mehrstöckiges Wohnhaus mit Holzfassade und großer Photovoltaikanlage auf dem Dach in einem grünen Wohngebiet. Das Gebäude verfügt über Balkone, große Fenster und eine Terrasse mit Sitzmöbeln. Im Hintergrund sind weitere Häuser, Bäume und eine hügelige Landschaft zu sehen.

Baden-Württemberg: Energiebranche begrüßt Koalitionsvertrag

[07.05.2026] Die Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg sieht im neuen Koalitionsvertrag von Grünen und CDU eine Grundlage für den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien. Der Verband fordert zugleich ein konsequentes Vorgehen der künftigen Landesregierung. mehr...

Netzausbau: Neue Stromleitungen geplant

[04.05.2026] Die Bundesregierung will den Ausbau der Stromnetze beschleunigen und neue Leitungen planen. Ein Gesetzentwurf sieht 45 zusätzliche Projekte vor. Ziel sind mehr Planungssicherheit und geringere Kosten im Energiesystem. mehr...

Arbeiter in Schutzkleidung und Helmen steigen an einem hohen Strommast aus Metall hinauf, während sie an Hochspannungsleitungen arbeiten; der Himmel ist blau mit wenigen Wolken.

Energiewende: Kommunen profitieren

[30.04.2026] Viele Städte und Gemeinden erzielen laut einer Umfrage zusätzliche Einnahmen durch erneuerbare Energien. Gleichzeitig bremsen nach Angaben der Kommunen vor allem fehlende Netze und knappe Haushaltsmittel den weiteren Ausbau. mehr...

DStGB: Forderung nach autonomen Bussen

[30.04.2026] Deutschlands Kommunen verlangen deutlich mehr Geld für den Nahverkehr und drängen zugleich auf autonome Busse im ländlichen Raum. Hintergrund sind Rekorddefizite in den Haushalten, drohende Angebotskürzungen im ÖPNV und die Frage, wie Mobilität außerhalb der Ballungszentren künftig gesichert werden kann. mehr...

Politik: Verbände positionieren sich zu aktuellen Gesetzentwürfen

[24.04.2026] Die Gesetzentwürfe zu StromVKG, EEG und Netzpaket stoßen in der Branche auf breite Zustimmung und scharfe Kritik zugleich. Verbände warnen vor Investitionsrisiken und Ausbauhemmnissen, während die Bundesregierung unter Zeitdruck zentrale Weichen stellt. mehr...

Stadtwerke München: Nachbesserungen bei Energiegesetzen

[24.04.2026] Die Stadtwerke München unterstützen die geplanten Reformen beim Erneuerbare-Energien-Gesetz und beim Netzanschlussverfahren grundsätzlich, warnen jedoch vor schwächeren Investitionsanreizen und einem langsameren Ausbau erneuerbarer Energien, vor allem in Städten. mehr...

Baden-Württemberg: 15-Punkte-Plan für künftige Landesregierung

[21.04.2026] Erneuerbaren-Verbände legen einen 15-Punkte-Plan für den Umbau der Energieversorgung in Baden-Württemberg vor. Der Katalog zielt auf schnelleren Ausbau, mehr Versorgungssicherheit und neue Impulse für Industrie und Verkehr – und setzt die künftige Landesregierung unter Handlungsdruck. mehr...

Gas- und Dampfkraftwerk der Stadtwerke Düsseldorf mit moderner Industriearchitektur, großem verglasten Turm und Schornstein auf dem Betriebsgelände bei Tageslicht.

BDEW: Mix bei Kraftwerksstrategie

[17.04.2026] Der BDEW spricht sich für mehrere Technologien zur Absicherung der Stromversorgung aus. Neben Gaskraftwerken nennt der Verband Batteriespeicher und flexible Stromnachfrage. Hintergrund ist die Debatte über das Ausschreibungsdesign der geplanten Kraftwerksstrategie. mehr...

BEE: Fossile Abhängigkeiten verringern

[14.04.2026] Der Bundesverband Erneuerbare Energie begrüßt die geplanten Entlastungen der Bundesregierung angesichts steigender Energiepreise. Zugleich fordert der Verband schnellere Fortschritte beim Ausbau erneuerbarer Energien. mehr...

BDEW: Mehr Tempo bei Elektrifizierung

[13.04.2026] Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft begrüßt die Ergebnisse des Koalitionsausschusses zum Ausbau erneuerbarer Energien. Zugleich kritisiert der Verband die ausbleibende Senkung der Stromsteuer. mehr...

Umfrage: Mehrheit empfindet Energie-Abhängigkeit als Bedrohung

[10.04.2026] Eine große Mehrheit der Deutschen sieht die Abhängigkeit von Energieimporten als Bedrohung. Eine aktuelle Umfrage zeigt zugleich klaren Rückhalt für mehr erneuerbare Energien und Speicher – und stellt politische Pläne infrage. mehr...

Saarland: Gasspeicher-Strategie gefordert

[02.04.2026] Das Saarland fordert eine nationale Strategie für Gasspeicher, um sinkenden Füllständen und Marktunsicherheiten zu begegnen. Angesichts geopolitischer Spannungen und steigender Preisrisiken wächst der Druck auf den Bund, rechtzeitig vor der nächsten Heizperiode zu handeln. mehr...

Bundesverband Erneuerbare Energie: Branche legt Maßnahmenpaket vor

[31.03.2026] Die Erneuerbaren-Branche legt ein eigenes Maßnahmenpaket für ein kostengünstiges und resilientes Energiesystem vor. Es reagiert auf umstrittene Gesetzesvorschläge aus dem Bundeswirtschaftsministerium und zielt auf mehr Investitionssicherheit und geringere Systemkosten. mehr...

Deutscher Städte- und Gemeindebund: Umsetzung der Wärmewende in Gefahr

[30.03.2026] Deutschlands Kommunen warnen vor einem finanziellen Kollaps, der Investitionen in die Wärmewende ausbremst. Ohne grundlegende Reformen und verlässliche Förderstrukturen drohen Planung und Umsetzung vor Ort ins Stocken zu geraten. mehr...

Gaspaket: Lob und Kritik von Branchenverbänden

[26.03.2026] Drei Branchenverbände bewerten den Gesetzentwurf zum Gas- und Wasserstoffbinnenmarkt grundlegend unterschiedlich. Ihre Stellungnahmen zeigen, wo es beim Umbau der Gasnetze zu Biomethan und Wasserstoff noch hakt und welche Nachbesserungen sie fordern. mehr...