Sonntag, 10. Mai 2026

Allgäuer ÜberlandwerkEchter Ökostrom aus der Region

[25.10.2017] Im Netzgebiet des Allgäuer Überlandwerks sollen Privatpersonen bald direkten Stromhandel untereinander betreiben können. Dazu arbeitet der kommunale Versorger mit dem New Yorker Start-up LO3 Energy zusammen.
AÜW-Pilotkunde Günter Mögele: Blockchain ermöglicht direkten Stromhandel zwischen Privatpersonen.

AÜW-Pilotkunde Günter Mögele: Blockchain ermöglicht direkten Stromhandel zwischen Privatpersonen.

(Bildquelle: AÜW / Christian Ziegler)

Das Allgäuer Überlandwerk (AÜW) kooperiert mit dem New Yorker Start-up LO3 Energy, um auf Basis der Blockchain-Technologie den direkten Stromhandel zwischen Privatpersonen zu ermöglichen. Ziel des Projekts ist laut AÜW der Aufbau einer Handelsplattform, auf der Stromerzeuger und Stromverbraucher zusammengebracht werden und untereinander – ohne einen dazwischengeschalteten Energieversorger – Strom handeln können. Statt wie bisher Strom unbekannter Herkunft von nur einem Stromversorger zu beziehen, sollen Haushalte dann aus einer Vielzahl verschiedener Lieferanten ihren Strombezug flexibel selbst auswählen können. Gleichermaßen sei es auf Erzeugungsseite denkbar, überschüssig produzierten Strom nicht wie bisher über die EEG-Vergütung einfach ins Netz einzuspeisen, sondern diesen lokal an den nächsten Abnehmer, etwa den Nachbarn, zu verkaufen – echter Ökostrom, direkt aus der Region.
AÜW-Geschäftsführer Michael Lucke erklärt: „Im ersten Versuch nutzen wir unsere bestehenden Erfahrungen aus dem Allgäu Microgrid, welches wir bereits für andere Projekte erfolgreich in Wildpoldsried aufgebaut haben (wir berichteten). Im zweiten Schritt möchten wir den Stromhandel auf unser gesamtes Netzgebiet ausweiten.“ Für den Aufbau der Plattform werden laut AÜW Pilotkunden ausgewählt, die mit einem von LO3 Energy speziell entwickelten Smart Meter, welcher Teil der Blockchain ist, ausgestattet werden. Über eine darauf zugeschnittene App werde es den Teilnehmern dann ermöglicht, auf der Plattform untereinander mithilfe einer digitalen Währung Strom zu handeln. Dabei sollen die Pilotkunden Präferenzen angeben können, wie sich ihr Strommix, produziert aus lokalen Erzeugungsanlagen, zusammensetzt.
Das US-Unternehmen LO3 Energy hat das Brooklyn Microgrid geschaffen, eines der meistgenannten Beispiele, wenn es um die Einsatzmöglichkeiten der Blockchain-Technologie in der Praxis geht. Das Beispiel von Brooklyn ist die digitale Vernetzung von Nutzern zu einem virtuellen Stromnetz, in dem überschüssige Energie von regenerativen Erzeugungsanlagen direkt an andere Teilnehmer in der Nachbarschaft verkauft werden. Die Blockchain bildet die Grundlage für die Vertragsabschlüsse und gilt als besonders fälschungssicher.





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