Montag, 7. September 2026

ThüringenKlimaschutzstrategie vorgestellt

[11.06.2019] 50 Schritte für die Bereiche Wärme, Strom, Wirtschaft, Verkehr sowie Landwirtschaft/Landnutzung enthält das Maßnahmenpaket für aktiven Klimaschutz des Landes Thüringen. Die Klimaschutzstrategie ist das Ergebnis eines breit angelegten Beteiligungsprozesses.

Anja Siegesmund, Ministerin für Umwelt, Energie und Naturschutz in Thüringen, hat Anfang Juni die vom Kabinett verabschiedete Integrierte Energie- und Klimaschutzstrategie vorgestellt. Damit liege für den Freistaat erstmals ein konkretes Maßnahmenpaket der Energie- und Klimapolitik vor, informiert das Ministerium. Bis 2040 will das Land bilanziell komplett auf erneuerbare Energien setzen. Klimaschädliche Treibhausgasemissionen sollen bis 2050 schrittweise um 95 Prozent sinken. Das Klimagesetz hatte dazu den Rahmen vorgegeben. Die Klimaschutzstrategie ist das Ergebnis eines breiten Beteiligungsprozesses. Über zwei Jahre haben über 500 Thüringer dazu beigetragen, ein konkretes Bild für klimafreundliches Handeln im Land zu zeichnen.
Das Maßnahmenpaket enthält 50 konkrete Schritte für die Bereiche Wärme (18), Strom (2), Wirtschaft (5), Verkehr (8) sowie Landwirtschaft/Landnutzung (8). Eine besondere Rolle übernimmt der Bereich Wärme. Bislang fließen mehr als 50 Prozent des Energiebedarfs in das Heizen oder Kühlen von Gebäuden. Der Anteil der erneuerbaren Energien liegt bundesweit bei lediglich 14 Prozent, in Thüringen nur wenig darüber.

Wasserstoff als wichtiger Baustein

Dieses große Potenzial zur CO2-Reduktion soll durch den Bau von Wärmenetzen auf Basis erneuerbarer Energien und Abwärme erschlossen werden. Konkret plant Thüringen Beratungsangebote, Machbarkeitsstudien sowie den Aufbau von Wärme-Clustern und -netzwerken. Diese Instrumente sollen nach Angaben des Umweltministeriums zukünftig intensiv gefördert werden.
Neben Strom und Wärme steht der Verkehrssektor vor einem großen Umbruch. Grüner Wasserstoff soll als Treibstoff für Bahn, Bus und Lastwagen wichtiger Energieträger werden. Gewonnen aus erneuerbaren Energien, ist er zudem ein wichtiger Baustein im Energiesystem der Zukunft. Denn auch zur Stromspeicherung oder im Wärmebereich setze Thüringen auf das leichte Gas. Zur Entwicklung wirtschaftlicher Lösungen möchte das Land die Technologie gezielt fördern, meldet das Umweltministerium weiter. Ministerin Siegesmund lasse aktuell die erste Wasserstoffstrategie erarbeiten. In den Bereichen Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Ernährung setze die Landesregierung vor allem auf Kommunikation und Anreize zum nachhaltigen Ändern alter Gewohnheiten und Verhaltensweisen.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Klimaschutz

Stadtwerke Osnabrück: Nachhaltigkeitsbericht erstellt

[07.09.2026] Die Stadtwerke Osnabrück haben ihren ersten konzernweiten Nachhaltigkeitsbericht nach CSRD-Logik digital erstellt. Eine PowerApp und ein Power-BI-Dashboard bündeln dafür Nachhaltigkeits- und Emissionsdaten und sollen die Transformation steuerbar machen. mehr...

bericht

Nachhaltige Wirtschaftsflächen: Vom Standort zur passenden Strategie

[02.09.2026] Eine Typologie mit sechs Kategorien zeigt, welche Nachhaltigkeitsmaßnahmen zu Gewerbe- und Industriegebieten passen. Die Systematik soll Kommunen helfen, Flächennutzung, Klimaanpassung, Energie und Mobilität schon früh standortgerecht zu planen. mehr...

Braunschweig: Projekt als Klima-Leuchtturm ausgezeichnet

[31.08.2026] Braunschweig erhält für das Beteiligungsprojekt COABS erneut den Preis „Klima-Leuchtturm“. Das Projekt entwickelte mit Wissenschaft, Verwaltung und Stadtgesellschaft konkrete Bausteine für die kommunale Klimaanpassung. mehr...

Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen: Elf Kommunen erhalten Auszeichnung

[27.08.2026] Elf Kommunen sind beim Wettbewerb „Klima kommunal“ 2026 für Projekte zum Klimaschutz und zur Klimaanpassung ausgezeichnet worden. Darunter finden sich auch Vorhaben mit Bezug zu Energieversorgung, Wärme und kommunalen Liegenschaften. mehr...

Photovoltaikanlage auf dem Dach des Stuttgarter Rathauses mit Blick über die Innenstadt. Am Horizont ist der Stuttgarter Fernsehturm erkennbar.
bericht

Stuttgart: Klimaziele nicht erreichbar

[17.08.2026] Stuttgart hat seine Treibhausgasemissionen seit 1990 deutlich reduziert. Für das Ziel, bis 2035 klimaneutral zu werden, reicht das bisherige Tempo jedoch nicht aus. Das geht aus dem neuen Bericht zur Gesamtstädtischen Klimastrategie hervor. Besonders kritisch bewertet die Stadt die Entwicklung im Wärmesektor. mehr...

Energie-Kommune: Tangerhütte setzt auf Erneuerbaren-Mix

[11.08.2026] In Tangerhütte sind bereits Anlagen zur Gewinnung von Strom aus erneuerbaren Energien mit einer Leistung von rund 261 Megawatt installiert. Es sind weitere Wind- und Solarprojekte geplant. Zugleich arbeitet die Stadt an einer nachhaltigen Wärmeversorgung und setzt auf einen großen neuen Batteriespeicher. mehr...

Nürnberg: Maßnahmen zur Klimaneutralität bis 2035 vorgestellt

[05.08.2026] Die Stadtentwässerung und Umweltanalytik Nürnberg baut ihre Eigenenergieerzeugung und Energieeffizienz aus, um bis 2035 klimaneutral zu werden. Ein Sachstandsbericht zeigt, welche technischen Maßnahmen bereits wirken und welche Projekte als Nächstes folgen. mehr...

Westmittelfranken: Vier Kreise legen Energienutzungspläne vor

[03.08.2026] Vier Landkreise in Westmittelfranken haben digitale Energienutzungspläne bis 2040 vorgestellt. Die Analysen zeigen, warum für die Energiewende künftig nicht mehr Jahresbilanzen, sondern das zeitliche Zusammenspiel von Erzeugung, Verbrauch, Netzen und Speichern entscheidend ist. mehr...

bericht

Baden-Württemberg: Klima-Impulse aus dem Süden

[23.07.2026] Vier Kommunen in Baden-Württemberg haben sich auf den Weg gemacht, Klimaneutralität bis 2035 zu erreichen – fünf Jahre früher als vorgeschrieben. Sie verfolgen bewusst unterschiedliche Schwerpunkte. Viele Ansätze lassen sich auf andere Kommunen übertragen. mehr...

Tübingen: Stadt will Klimaschutzprogramm fortsetzen

[23.07.2026] Tübingen hat sein Klimaschutzprogramm bis 2030 fortgeschrieben und den Ausbau der Wärme- und Energie-Infrastruktur bekräftigt. Der Gemeinderat hält trotz schwieriger Rahmenbedingungen am Ziel der Klimaneutralität fest und setzt dabei auf umfangreiche Investitionen von Stadt und Stadtwerken. mehr...

Görlitz: 2030 grenzüberschreitend klimaneutral

[13.07.2026] Görlitz will bis zum Jahr 2030 klimaneutral werden. Daraus ist ein langfristiger Umbau der Energieversorgung, der Stadtentwicklung und der Zusammenarbeit entstanden. Die Stadt arbeitet mit Partnern aus Deutschland und Polen zusammen. Für ihr Engagement wurde die Kommune von der Agentur für Erneuerbare Energien als „Energie-Kommune des Monats Juli 2026” ausgezeichnet. mehr...

Hamburg: CO2-Bilanz vorgelegt

[08.07.2026] Hamburg hat erstmals eine CO2-Schätzbilanz bereits sechs Monate nach Ende des Bilanzjahres vorgelegt. Die vorläufigen Daten zeigen für 2025 einen Anstieg der Emissionen und sollen die Steuerung der Klimapolitik deutlich beschleunigen. mehr...

Bremen: Schornstein macht Platz für Neues

[08.07.2026] Auf dem Kraftwerksgelände der swb im Bremer Hafen beginnt der Rückbau der Schornsteine der ehemaligen Steinkohleblöcke 5 und 6. Mit dem Abriss verschwindet nicht nur das höchste Bauwerk Bremens, sondern es entstehen auch Flächen für den weiteren Umbau des Energiestandorts. mehr...

Konstanz: Neuer Klimaschutzbericht erschienen

[29.06.2026] Der 14. Klimaschutzbericht der Stadt Konstanz verweist auf eine wachsende Lücke zwischen Klimazielen und tatsächlicher Umsetzung. Zugleich nennt der Bericht konkrete Ansätze für schnellere Emissionsminderungen und eine wirksamere Finanzierung des kommunalen Klimaschutzes. mehr...

Energie-Kommune: Bremen will Klimaneutralität bis 2038

[15.06.2026] Bremen möchte seine Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2038 um 95 Prozent im Vergleich zu 1990 reduzieren. So sieht es die Klimaschutzstrategie des Landes vor. Dafür wurde sie jetzt von der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) als Energie-Kommune des Monats Juni ausgezeichnet. mehr...