450-MHz-FrequenzEnergie und Verkehr zusammendenken
Energiewirtschaft und Automobilindustrie sprechen sich dafür aus, die 450-Megahertz-Frequenz an Betreiber kritischer Infrastrukturen zu vergeben. Gemeinsam wollen der Bundesverband der der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), der Verband der Automobilindustrie (VDA) und der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) für das Gelingen einer sektorenübergreifenden neuen Energiewelt die Sektoren Energie und Mobilität im Sinne der Versorgungssicherheit und des Klimaschutzes auch vermehrt zusammendenken (wir berichteten).
Zukünftig wird eine sehr große Anzahl an E-Fahrzeugen an öffentlichen und privaten Ladepunkten aufgeladen. Hierfür ist neben der standardisierten Schnittstelle zwischen Fahrzeug und Ladepunkt eine stabile Kommunikationstechnologie zwischen Ladepunkt und Energienetz erforderlich, mit der die Ladevorgänge intelligent gesteuert werden können. Zudem wachsen hinsichtlich der Cybersicherheit die Anforderungen an eine besonders widerstandsfähige Informations- und Kommunikationstechnik. Mit Blick auf diese Herausforderungen sollten, so die Verbände, auch die 450-MHz-Frequenzen genutzt werden. In den vergangenen Monaten haben sich zudem die Wirtschaftsministerkonferenz und der Beirat der Bundesnetzagentur für die Frequenz-Nutzung durch die Energiewirtschaft ausgesprochen. Die Energiewirtschaft hat einen erheblichen und kurzfristigen Bedarf und keine Alternative zu einem 450-MHz-Funknetz.
„Es geht um nicht weniger als die Gewährleistung der Versorgungssicherheit, die Umsetzung der Energiewende und die Digitalisierung kritischer Infrastrukturen“, betonten Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, und Michael Wübbels, stellvertretender VKU-Hauptgeschäftsführer. „Eine stark steigende Anzahl von Elektroautos erfordert den weiteren Ausbau einer Lade-Infrastruktur, die kommunikativ in die Steuerung der Stromnetze eingebunden sein muss. Die kommunikationstechnische Einbindung kann über 450 MHz erfolgen, die im freien Wettbewerb allen Interessierten offenstehen muss. Die Automobilbranche unterstützt daher die Position der Energiewirtschaft zur Zuteilung“, erklärte Hildegard Müller, Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie.
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