MönchengladbachRegenerative Energie für neues Rathaus
In Mönchengladbach hat die Verwaltung jetzt einen Sachstandsbericht zu dem geplanten zentralen Verwaltungsgebäude mg+ vorgelegt. Wie die Stadt mitteilt, sind die Pläne für das Rathaus wirtschaftlich sinnvoll und erscheinen angesichts der aktuellen Energiekrise wichtiger denn je.
Zuletzt habe der Rat sich im Dezember 2021 mit dem Projekt befasst und dabei wichtige Festlegungen für das weitere Vorgehen getroffen. Etwa, dass die Stadttöchter EWMG, WFMG und WohnBau Mönchengladbach bei den Planungen aus wirtschaftlichen Gründen nicht weiter berücksichtigt würden. Oder, dass das Karstadt-Gebäude in seiner Grundsubstanz – reduziert um ein Geschoss – erhalten bleiben solle, während das Sparkassengebäude zurückgebaut werde. Diese Entscheidungen hätten wesentliche Auswirkungen auf die weiteren Grundlagen des Projekts.
Durch den Abbruch des Sparkassengebäudes würden unter dem dortigen Baufeld III zum Beispiel Bohrungen für Tiefengeothermie ermöglicht, mit deren Hilfe später der gesamte Gebäudekomplex mit Wärme und Kälte versorgt werden kann. „Mit dem geplanten Neubau machen wir uns bei der Gebäudeheizung und -kühlung unabhängig von fossilen Energieträgern wie Gas und setzen mit der Erdwärme zu 100 Prozent auf eine umweltfreundliche und regenerative Energiequelle“, betont Stadtdirektor, Bau- und Umweltdezernent Gregor Bonin. „Das ist nicht nur vor dem Hintergrund der Klimakrise geboten, sondern macht uns auch unabhängiger von Energieimporten, zum Beispiel aus Russland.“ Angaben der Stadt zufolge haben bereits Anfang April Geotechniker ihre Arbeit aufgenommen. Sie untersuchen die Beschaffenheit des Baugrunds und leisten damit wichtige Vorarbeit für die späteren Tiefenbohrungen.
Zukünftiges Rathaus vollständig klimaneutral
Auch in puncto Strom werde die Selbstversorgung beim neuen Rathaus mit einer großflächigen Photovoltaikanlage auf dem Dach gestärkt. Der verbleibende Energiebedarf solle mithilfe von Ökostrom gedeckt werden, sodass das künftige Rathaus der Zukunft mg+ vollständig klimaneutral betrieben wird. Auch in anderer Hinsicht sollten beim Rathaus-Neubau Ressourcen geschont werden, etwa indem so weit wie möglich auf recycelte Materialien gesetzt wird oder Baustoffe so gewählt und eingesetzt werden, dass sie sortenrein wieder voneinander getrennt und wiederverwendet werden können.
Das Fundament für das Rathaus der Zukunft mg+ sei seine Wirtschaftlichkeit. Nicht ohne Grund sei das Projekt als Maßnahme des Haushaltssanierungsplans (HSP) bereits in 2017 in ersten Ansätzen auf den Weg gebracht worden. Aufgrund der zentralen Bedeutung des Themas aktualisiere und plausibilisiere die Verwaltung die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung für das Vorhaben regelmäßig mithilfe externer Beratungsunternehmen. Die aktuelle Fortschreibung von Anfang Juni habe auch die letzten Entscheidungen des Rates zum weiteren Vorgehen berücksichtigt. Am Ergebnis der bisherigen Analyse habe sich dabei nichts verändert. Der Rathaus-Neubau werde – gerechnet bis zum Jahr 2046 – unter den gesetzten Rahmenbedingungen wirtschaftlicher sein als die weitere notwendige Unterhaltung, Sanierung und Modernisierung von mehr als 20 Verwaltungsstandorten. Externe Wirtschaftsprüfer bestätigten, dass die Kalkulationen zutreffen und plausibel seien. Nicht-monetäre Faktoren seien hierin noch nicht berücksichtigt.
Überprüfung bis Mitte Mai 2021
„Gerade unter schwieriger werdenden finanziellen Rahmenbedingungen scheint das Rathaus der Zukunft mg+ für die Stadt auch weiterhin ein lohnenswertes Projekt zu sein. Hieraus kann man schließen, dass die zentrale Neubauvariante, gerade mit Blick auf die zukünftige Nutzung, wirtschaftlich auf festen Beinen zu stehen scheint. Die Annahmen aus der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung gilt es nun, im Rahmen der weiteren Planungen zu konkretisieren und bis Mitte 2023 final zu überprüfen“, erklärt Stadtkämmerer Michael Heck. Gestiegene Baupreise und die aktuell anziehenden Kreditzinsen, so berichtet die Stadt, stellen bei der Finanzierung durchaus nennenswerte Risiken dar, die bis zum Bau- und Investitionsbeschluss weiter beobachtet werden. Bleiben die aktuell stark steigenden Energiepreise dauerhaft hoch, bestehe demgegenüber die Chance, dass das Rathaus der Zukunft mg+ durch seine nachhaltige Bauweise den städtischen Haushalt wohl in Zukunft noch deutlich stärker entlasten könnte, als momentan angenommen.
Insgesamt 14 Leistungen für Fachplanungen und externe Beratungsleistungen seien derzeit für den zentralen Verwaltungsneubau am Rheydter Marktplatz zu vergeben. Für den Großteil der Aufträge möchte die städtische eigenbetriebsähnliche Einrichtung Rathaus der Zukunft mg+ (EäE) bis Ende August Planer und Dienstleister verpflichtet haben. Zuletzt könnten neben der Geotechnik etwa die Gewerke Tragwerksplanung und Bauphysik vergeben werden.
Parallel suche die Stadt auch eine so genannte Baustellenkümmerung, die eng angedockt an das Rheydter Quartiersmanagement eine wichtige Schnittstellen- und Koordinationsfunktion zwischen allen Interessensgruppen rund um das Projekt ausübt, von Politik und Verwaltung über Einzelhändler bis hin zu Bürgerinnen und Bürgern. Nachdem eine Ausschreibung auf dem Vergabemarktplatz Rheinland ohne Ergebnis blieb, prüfe die Verwaltung derzeit, auf welchem Weg am besten Baustellenkümmerer mit der nötigen Portion Herzblut für das Projekt gefunden werden können.
Anpassung des Zeitplans
Voraussichtlich in den nächsten Tagen werde ein Büro beauftragt, das die technische Gebäudeausrüstung planen soll. Damit werde dieses Gewerk gewissermaßen in der „Verlängerung“ vergeben, denn im ursprünglichen Vergabezeitraum hatte von den vier Wettbewerbsteilnehmern zunächst keiner ein Angebot abgegeben. Da die technische Ausrüstung ein zentrales Planungsgewerk ist, sei der Zeitplan angepasst worden. Der Bau- und Investitionsbeschluss werde vermutlich Mitte 2023 dem Rat vorgelegt. Die Verzögerung solle durch optimierte Abläufe im Projektplan aufgefangen werden. Indem andere Planungsgewerke Detailplanungen wo möglich vorziehen, werde die Zwischenzeit zudem produktiv genutzt. So bleibe es nach heutigem Stand beim avisierten Fertigstellungstermin zum Jahreswechsel 2026/2027.
Parallel zu den Planungen bereite die Stadt mithilfe der städtischen Entwicklungsgesellschaft EWMG den Kauf des Karstadt- und des Sparkassengebäudes sowie einer weiteren für das Baufeld benötigten Immobilie an der Stresemannstraße vor. Weitere Ankäufe und Anmietungen würden erforderlich sein, um rund 600 Mitarbeitende während der Bauphase in Interimsflächen unterzubringen. Damit sei das städtische Gebäude-Management beauftragt, das derzeit geeignete Immobilien sucht.
Görlitz: 2030 grenzüberschreitend klimaneutral
[13.07.2026] Görlitz will bis zum Jahr 2030 klimaneutral werden. Daraus ist ein langfristiger Umbau der Energieversorgung, der Stadtentwicklung und der Zusammenarbeit entstanden. Die Stadt arbeitet mit Partnern aus Deutschland und Polen zusammen. Für ihr Engagement wurde die Kommune von der Agentur für Erneuerbare Energien als „Energie-Kommune des Monats Juli 2026” ausgezeichnet. mehr...
Hamburg: CO2-Bilanz vorgelegt
[08.07.2026] Hamburg hat erstmals eine CO2-Schätzbilanz bereits sechs Monate nach Ende des Bilanzjahres vorgelegt. Die vorläufigen Daten zeigen für 2025 einen Anstieg der Emissionen und sollen die Steuerung der Klimapolitik deutlich beschleunigen. mehr...
Bremen: Schornstein macht Platz für Neues
[08.07.2026] Auf dem Kraftwerksgelände der swb im Bremer Hafen beginnt der Rückbau der Schornsteine der ehemaligen Steinkohleblöcke 5 und 6. Mit dem Abriss verschwindet nicht nur das höchste Bauwerk Bremens, sondern es entstehen auch Flächen für den weiteren Umbau des Energiestandorts. mehr...
Konstanz: Neuer Klimaschutzbericht erschienen
[29.06.2026] Der 14. Klimaschutzbericht der Stadt Konstanz verweist auf eine wachsende Lücke zwischen Klimazielen und tatsächlicher Umsetzung. Zugleich nennt der Bericht konkrete Ansätze für schnellere Emissionsminderungen und eine wirksamere Finanzierung des kommunalen Klimaschutzes. mehr...
Energie-Kommune: Bremen will Klimaneutralität bis 2038
[15.06.2026] Bremen möchte seine Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2038 um 95 Prozent im Vergleich zu 1990 reduzieren. So sieht es die Klimaschutzstrategie des Landes vor. Dafür wurde sie jetzt von der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) als Energie-Kommune des Monats Juni ausgezeichnet. mehr...
BEEKOMM: Thüringen erhält 1,6 Millionen Euro Förderung
[05.06.2026] Mit dem Projekt BEEKOMM unterstützt Thüringen Kommunen beim schnelleren Ausbau von Windenergie und Freiflächen-Photovoltaik. Bund und Land stellen dafür Fördermittel bereit und finanzieren neue Beratungsangebote, die Planungsprozesse vor Ort beschleunigen sollen. mehr...
Netzwerk Altmühlfranken: Auszeichnung für Energie- und Wärmewendeprojekte erhalten
[03.06.2026] Das kommunale Klimaschutznetzwerk Altmühlfranken ist für seine interkommunale Zusammenarbeit bei Energie- und Wärmewendeprojekten ausgezeichnet worden. In drei Jahren entstanden 38 gemeinsame Konzepte und Projekte, die den Ausbau erneuerbarer Energien in der Region deutlich vorangebracht haben. mehr...
eueco: Neue Leitfadenreihe zur Bürgerbeteiligung veröffentlicht
[28.05.2026] eueco hat eine neue Leitfadenreihe für Bürgerbeteiligung an Projekten mit erneuerbaren Energien veröffentlicht. Hintergrund sind strengere Vorgaben, wachsender Finanzierungsdruck und der steigende Bedarf an standardisierten Beteiligungsmodellen für Kommunen, Stadtwerke und Projektierer. mehr...
Oberpfalz: Kommunales Klimaschutz-Netzwerk gegründet
[26.05.2026] In der Oberpfalz hat ein kommunales Klimaschutz-Netzwerk für den Ausbau erneuerbarer Energien seine Arbeit aufgenommen. Das auf drei Jahre angelegte Projekt soll Städte und Gemeinden bei Speichertechnik, Netzausbau und Finanzierungsmodellen enger zusammenbringen. mehr...
Baden-Württemberg: Zum letzten Mal erhalten Kommunen den European Energy Award
[15.05.2026] Baden-Württemberg hat acht Kommunen mit dem European Energy Award ausgezeichnet, der in Deutschland nun ausläuft. Neue Klimaschutzmanagement-Systeme sollen den Übergang sichern und Kommunen beim Ausbau ihrer Klimaschutzmaßnahmen weiter unterstützen. mehr...
Bad Berleburg: Energie-Kommune mit Wind, PV und Verkehrswende
[13.05.2026] Die Stadt Bad Berleburg wurde von der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) zur „Energie-Kommune des Monats Mai 2026“ gekürt. Die nordrhein-westfälische Kommune setzt auf Windkraft, Photovoltaik und neue Mobilitätskonzepte. Ihr Ziel ist es, bis 2035 treibhausgasneutral zu sein. mehr...
Klimakommune Deutschland: Neues Programm für kommunalen Klimaschutz vorgestellt
[12.05.2026] Der Verein Klimakommune Deutschland hat ein neues Programm für kommunalen Klimaschutz und die Umsetzung der Energiewende vorgestellt. Nach dem Aus des European Energy Award sollen Städte, Gemeinden und Landkreise damit wieder ein strukturiertes Instrument für Klimastrategien und Emissionsminderung erhalten. mehr...
Bundeswirtschaftsministerium: Wettbewerb für klimafreundliche Quartiere
[06.05.2026] Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat einen neuen Innovationswettbewerb für Energiequartiere gestartet. Ziel ist es, bestehende Stadtteile effizienter, widerstandsfähiger und klimaverträglicher zu machen. Bewerbungen sind bis zum 2. Oktober 2026 möglich. mehr...
Nordrhein-Westfalen: Hochschulen legen CO2-Bilanz vor
[28.04.2026] Nordrhein-Westfalens Hochschulen legen erstmals eine gemeinsame, landesweite CO2-Bilanz nach einheitlichen Standards vor. Die Daten aus 30 öffentlich-rechtlichen Einrichtungen zeigen, wo Emissionen entstehen, welche Maßnahmen bereits greifen und warum daraus nun ein dauerhaftes Klimamonitoring folgt. mehr...
Wuppertaler Stadtwerke: Podcast-Folge zu kommunalen Transformationsprozessen
[28.04.2026] Die Wuppertaler Stadtwerke widmen eine neue Podcast-Folge der Frage, wie Kommunen lokale Transformationsprozesse trotz knapper Mittel steuern können. Im Gespräch mit Wuppertals Oberbürgermeisterin Miriam Scherff geht es um Zielkonflikte bei Stadtentwicklung, Mobilität und Klimaschutz – und um politische Strategien, die vor Ort tragfähig bleiben. mehr...















