Samstag, 17. Oktober 2026

KlimaschutzMission Klimaneutralität

[25.10.2023] Kommunen stehen vor der Aufgabe, CO2 zu reduzieren, Ressourcen zu schonen und Energie einzusparen, um Ökosysteme nachhaltig zu bewahren. Die Einführung eines Energie-Management-Systems trägt unter anderem dazu bei, das Ziel der Klimaneutralität zu erreichen.
Energie-Management-System e2watch hilft bei der Erstellung von Klimabilanzen.

Energie-Management-System e2watch hilft bei der Erstellung von Klimabilanzen.

(Bildquelle: regio iT)

Kommunen haben auf dem Weg zur Klimaneutralität eine Vorbildfunktion. So nehmen mit Aachen, Dortmund, Dresden, Frankfurt am Main, Heidelberg, Leipzig, Mannheim, München und Münster mehrere deutsche Städte an der Mission „Klimaneutrale und intelligente Städte“ des EU-Förderprogramms Horizont Europa teil. Im Rahmen des Climate City Contract will zum Beispiel Aachen als eine von 100 Städten bis zum Jahr 2030 klimaneutral werden und als Experimentier- und Innovationszentrum dienen, damit andere Städte in die Lage versetzt werden, bis 2050 das gleiche Ziel zu erreichen.

Bündel neuer Pflichten

Das Streben nach Klimaneutralität geht mit einem Bündel neuer Pflichten und Anforderungen für alle öffentlichen Verwaltungen einher. Zahlreiche Richtlinien und Gesetze sollen für die Erreichung dieses Ziels sorgen. So strebt etwa das im Dezember 2019 in Kraft getretene Bundes-Klimaschutzgesetz Treib­hausgasneutralität bis 2045 an und gilt mittelfristig auch für fast alle Unternehmen des öffentlichen Interesses. Das Zwischenziel für 2030 wurde von derzeit 55 auf 65 Prozent Treib­hausgasminderung erhöht.
Mit dem im April 2023 auf den Weg gebrachten Energieeffizienzgesetz (EnEfG), das im Januar 2024 in Kraft treten soll, wurde erstmals ein sektorübergreifender Rahmen zur Steigerung der Energieeffizienz geschaffen. Damit einher geht die Verpflichtung zur Einführung von Energie- oder Umwelt-Management-Systemen. Am 5. Januar 2023 in Kraft getreten ist die neue EU-Richtlinie zur Unternehmens-Nachhaltigkeitsberichterstattung (CSRD). Für die Umsetzung der neuen Vorschriften haben die Mitgliedstaaten 18 Monate Zeit.
Das Bundeskabinett hat zudem das „Gesetz für die Wärmeplanung und zur Dekarbonisierung der Wärmenetze“ (WPG) beschlossen, das jetzt in das parlamentarische Verfahren geht. Gemeint ist ein langfristiger und strategisch angelegter Prozess mit dem Ziel einer weitgehend klimaneutralen Wärmeversorgung bis zum Jahr 2045. Bis Ende dieses Jahres soll das Gesetz beschlossen werden und anschließend in Kraft treten.

Thema Nachhaltigkeit

Kreise, Städte und Gemeinden müssen sich daher verstärkt mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinandersetzen, Ziele und Strategien neu ausrichten und deren Wirksamkeit jährlich überprüfen. Stand heute verfügen aber nur wenige Kommunen über eine Treibhausgasbilanz. Eine belastbare Datenlage über die kommunalen CO2-Emissionen ist jedoch Voraussetzung für ein solides Monitoring.
Laut einer aktuellen Umfrage des Deutschen Städtetags vom Juli dieses Jahres befindet sich fast die Hälfte (47 Prozent) der 119 befragten Städte aktuell in der Koordinierungsphase für eine kommunale Wärmeplanung, in der erste Schritte sondiert werden. Weitere 18 Prozent arbeiten an der Bestandsanalyse, zehn Prozent an einer Potenzialanalyse, 17 Prozent befassen sich mit der Konzeptentwicklung, vier Prozent sind in die Umsetzung gestartet. Noch nicht begonnen haben ebenfalls vier Prozent der Befragten. Ein Energie-Management-System spart Geld und senkt Treibhausgase. Der Implementierungsaufwand hierfür ist gering. Auch wenn die kommunale Wärmeplanung erst 2026 für große Städte und 2028 für kleine Städte gesetzlich verankert sein wird, sollten Kommunen bereits jetzt eine solide Datengrundlage für dieses übergreifende Thema schaffen. Bei der Planung sollte der komplexe Aufwand für die Erfassung, Auslesung und Analyse von Daten bedacht werden. Für die Transformation hin zur Treibhausgasneutralität können Kommunen Förderungen der Bundesregierung nutzen. Gefördert werden zum Beispiel die Ermittlung von Kosten für die Erstellung und Zertifizierung einer CO2-Bilanz, die Kosten für erforderliche Messungen, Datenerhebungen und Datenbeschaffungen zur Erstellung eines Transformationskonzepts sowie die Erstellung eines Konzepts zur Unterstützung von Kommunen bei der Transformation zur Klimaneutralität inklusive CO2-Bilanz und Kosten für die Energieberatung.

Wärmebedarf ermitteln

Aber wie ermittelt man den aktuellen Wärmebedarf und -verbrauch und die daraus resultierenden Treibhausgasemissionen, um eine kommunale Wärmeplanung aufzustellen? Das Wärmethema wird integriert in das Gesamtbild der Kommune, für die der so genannte BISKO-Standard für Energie- und THG-Bilanzierung (Bilanzierungssystematik kommunal) des Umweltbundesamts eine methodische Hilfe bei der Erstellung einer Treibhausgasbilanz sein kann. Auch der neue Leitfaden „Digitale Werkzeuge für die Klimaneutralität“ des IT-Dienstleisters regio iT (Anforderung unter vertrieb@regioit.de) bietet Unterstützung, um die folgenden Themen mit den notwendigen digitalen Methoden anzugehen: Wie ist Nachhaltigkeit in der Kommune organisiert? Wie sieht der Status quo aus? Existiert vielleicht bereits eine Treibhausgasbilanz? Mit welchen Maßnahmen lassen sich Emissionen reduzieren? Wurden bereits Ziele und Maßnahmen zur Senkung der Treibhausgase festgelegt? Wie gelingt ein kontinuierliches Monitoring der Emissionen der Kommune, und wie lässt sich hierfür die Datenbeschaffung organisieren?
Auf dem Weg zur Klimaneu­tralität unterstützt regio iT Kommunen mit der Business Unit Urban Innovation sowohl beratend als auch bei der Datenbeschaffung mit Schnittstellenexpertise, Datenräumen und zusätzlicher Sensorik sowie mit Software-Lösungen zur Datenanalyse und Visualisierung. Zudem werden neue, zertifizierte Dienstleistungen und KI-basierte Produkte entwickelt, damit Kommunen den steigenden gesetzlichen ­Anforderungen gerecht werden können. Dazu gehört unter anderem die Weiterentwicklung des Energie-Management-Systems e2watch, mit dem Verwaltungen, Versorger und Stadtwerke ihre Klimabilanz erstellen können.

Dr. Peter Zink

Der Autor, Dr. Peter ZinkDr. Peter Zink leitet seit Januar 2023 die Business Unit Urban Innovation bei regio iT. Zuvor war er unter anderem in leitenden und strategischen Positionen bei Philips Lighting (jetzt Signify) und beim Büro für Energiewirtschaft und technische Planung GmbH (BET) tätig.



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