BEEUmdenken bei der Kraftwerksstrategie
Die Erneuerbare-Energien-Branche setzt sich für eine Änderung der Kraftwerksstrategie der Bundesregierung ein. Im Zentrum der Debatte steht die Forderung nach einem Wandel hin zu dezentralen und flexiblen Energiequellen, weg von traditionellen, zentralen Kraftwerksstrukturen. Simone Peter, Präsidentin des Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE), kritisiert das Festhalten an überholten Systemen: „Erneuerbare Energien sind heute systemrelevant. Das Festhalten an der Systematik zentraler Kraftwerksstrukturen ist völlig kontraproduktiv.“
Peter betont, dass der Bau neuer Kraftwerke an alten Standorten nicht nur teuer, sondern auch ineffizient sei und die Gefahr von Redispatch-Problemen berge, wenn sie nicht in die neue Erzeugungssystematik passten. Stattdessen setzt sie auf dezentrale Lösungen, die nicht nur kostengünstiger, sondern auch schneller und umweltfreundlicher seien.
Ein Kernelement der geforderten Strategie ist die Flexibilisierung des Biogasanlagenparks. Der BEE prognostiziert, dass dadurch bis 2030 rund zwölf Gigawatt (GW) und bis 2050 sogar 27 GW an flexibler Leistung entstehen könnten. Das würde weniger als die Hälfte der 60 Milliarden Euro kosten, welche die Bundesregierung für den Gaskraftwerkspark veranschlagt, so der Verband. „Das ist auch ein Angebot an die Landwirte, für die ein Gesamtpaket geschnürt und Zukunftsperspektiven geschaffen werden müssen“, so Peter.
Neben Biogas sieht der BEE auch in Wasserkraft, grüner Kraft-Wärme-Kopplung, Geothermie, verschiedenen Speichertechnologien und der Sektorenkopplung von dezentral erzeugtem grünem Wasserstoff bis hin zu Power-to-Heat große Potenziale für die Flexibilität des Energiesystems. Für eine erfolgreiche Umsetzung dieser Strategien fordert Peter eine umfassende Planung, die neben der Wasserstoff- und Speicherstrategie auch Biomasse, Wasserkraft und Geothermie umfasst und in das neue Strommarktdesign und die Kraftwerksstrategie integriert wird.
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