Dienstag, 10. Februar 2026

BonnUmbau des Heizkraftwerks

[31.01.2024] Im Heizkraftwerk Bonn werden derzeit neue wasserstofftaugliche Gasturbinen und ein umgerüsteter Abhitzekessel in Betrieb genommen. Ziel ist es, bis zum zweiten Quartal 2024 die gesamte Gas-und-Dampfturbinen-Anlage betriebsbereit zu haben und damit bis zu 60 Prozent des Bonner Strombedarfs zu erzeugen.

Die SWB Energie und Wasser setzt jetzt den Umbau der Gas- und Dampfturbinenanlage des Heizkraftwerks Bonn konsequent fort. Wie die Stadt Bonn mitteilt, werden in aktuellen Schritten neue Anlagenkomponenten, darunter wasserstofffähige Gasturbinen, die Bestandsturbine und ein umgebauter Abhitzekessel, in Betrieb genommen. Funktionstests, einschließlich Brenner- und Zündversuche, werden derzeit durchgeführt. Gleichzeitig erfolge die kontrollierte Abgabe von ungefährlichem Wasserdampf über Schalldämpfer, wobei vereinzelt hörbare Arbeiten auftreten.
Rolf Driller, technischer Mitarbeiter im Heizkraftwerk Nord, erläutert die bevorstehenden Schritte: „Wir kochen die Wasser-Dampfkreisläufe der Kesselsysteme aus und binden erstmals die beiden Gasturbinen inklusive der Kesselanlagen ein. Dafür wird langsam Wärme zugeführt und Spülwasser dosiert hinzugegeben.“
Der Stadt Bonn zufolge erfolgt aktuell das Ausblasen von Dampf zur Reinigung, wobei der Wasserdampf über einen Schalldämpfer im Maschinenhaus und in den Abhitzekesselhäusern kontrolliert nach draußen entlassen wird. Dieser Schalldämpfer, mit einem Durchmesser von zwei Metern, markiere einen bedeutenden Meilenstein in der Erweiterung des Heizkraftwerks Nord.
Der Parallelbetrieb der Abhitzekessel sei für Mitte Februar geplant, gefolgt von einem Ausblasen des Dampfes an beiden Kesseln vom 13. bis 19. Februar. Diese Tests seien entscheidend für den Volllast-Probebetrieb, der ab dem 1. April 2024 erfolgen soll. Die Inbetriebnahmephase umfasse auch Live-Tests der Sicherheitsketten-Funktionsgruppen. Die Inbetriebnahme der 10.000-Volt- und 400-Volt-Schaltanlage sowie die erfolgreiche Anbindung des neuen Generators an das 110.000-Volt-Netz seien bereits abgeschlossen und getestet worden.
Das übergeordnete Ziel dieser Arbeiten sei es, bis zum zweiten Quartal 2024 sämtliche Teile der Gas- und Dampfturbinenanlage in Betrieb zu nehmen. Dadurch soll zukünftig bis zu 60 Prozent des Bonner Strombedarfs im Heizkraftwerk Nord erzeugt werden. Dies werde durch die Integration neuer wasserstofffähiger Turbinen und den Umbau der Bestandsgasturbine samt neuem Abhitzekessel ermöglicht. Die Erweiterung der Fernwärmeerzeugung im Heizkraftwerk Nord und im Heizkraftwerk Süd soll so umweltfreundliche Strom- und Fernwärmeversorgung in Bonn dauerhaft sichern.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Wärmeversorgung

Stiftung Umweltenergierecht: Webinar zur Wärmeplanung

[09.02.2026] Neue Leitfäden sollen Kommunen den Schritt von der Wärmeplanung in die praktische Umsetzung erleichtern. Die Stiftung Umweltenergierecht stellt zentrale Inhalte und Empfehlungen in einem kostenfreien Online-Seminar vor. mehr...

Stuttgart: Abwärme von Rechenzentrum macht Schule

[06.02.2026] Ein Rechenzentrum in Stuttgart speist seine Abwärme erstmals systematisch in ein lokales Wärmenetz ein. Das Projekt von nLighten und Wärmelösungen Synergiepark Stuttgart zeigt, wie digitale Infrastruktur konkret zur Dekarbonisierung städtischer Wärmeversorgung beitragen kann. mehr...

Leverkusen: Wärmeplan liegt öffentlich aus

[05.02.2026] Der Entwurf der kommunalen Wärmeplanung der Stadt Leverkusen liegt nun öffentlich aus. Bürgerinnen und Bürger haben die Möglichkeit, den Plan online einzusehen und Stellung zu nehmen. Das Ziel ist eine klimaneutrale Wärmeversorgung bis zum Jahr 2045. mehr...

Darmstadt/Wiesbaden: Fortschritte bei kommunaler Wärmeplanung

[05.02.2026] Wiesbaden legt den Entwurf seiner kommunalen Wärmeplanung öffentlich aus, Darmstadt hat seine Wärmeplanung bereits beschlossen und vorgestellt. Beide Städte wollen damit den Umbau der Wärmeversorgung bis 2045 klimaneutral, wirtschaftlich tragfähig und planbar gestalten. mehr...

Gebäudeenergiegesetz: Spitzenverbände fordern Reform

[29.01.2026] Mehrere Spitzenverbände aus Energie-, Kommunal- und Immobilienwirtschaft fordern eine schnelle und grundsätzliche Reform des Gebäudeenergiegesetzes hin zu einem Gebäudemodernisierungsgesetz. Sie verlangen klare, investitionsfreundliche und praxistaugliche Regeln, die nationale und europäische Vorgaben zusammenführen. mehr...

Pforzheim: Energiezentrale in Betrieb gegangen

[29.01.2026] In Huchenfeld ist eine neue Energiezentrale in Betrieb gegangen, die den Pforzheimer Stadtteil künftig mit überwiegend erneuerbarer Wärme versorgen soll. Betreiber sind die Stadtwerke Pforzheim, die damit ihre Nah- und Fernwärmestrategie weiter ausbauen. mehr...

Nexiga/DBI: Wärmebedarf von Gebäuden berechnen

[21.01.2026] Eine neue, normbasierte Methode berechnet erstmals den Wärmebedarf nahezu aller Gebäude in Deutschland gebäudescharf. Entwickelt von Nexiga und der DBI-Gruppe, soll sie Kommunen, Energiewirtschaft und Wohnungswirtschaft präzisere Planungsgrundlagen liefern. mehr...

Herrenchiemsee: Kulturerbe hat Nahwärmesystem erhalten

[19.01.2026] Auf der Herreninsel im Chiemsee ist ein neues Nahwärmesystem mit Holzvergaser-Blockheizkraftwerk in Betrieb gegangen, das mehrere denkmalgeschützte Gebäude nahezu autark mit Wärme und Strom versorgt. Das Projekt zeigt, wie sich erneuerbare Energietechnik auch in sensiblen Kulturerbe-Strukturen technisch anspruchsvoll integrieren lässt. mehr...

Rhein-Hunsrück-Kreis: Wärmeplanung abgeschlossen

[16.01.2026] Im Rhein-Hunsrück-Kreis ist die kommunale Wärmeplanung abgeschlossen und zeigt Wege zu einer klimaneutralen Wärmeversorgung auf. Kennzeichnend ist die interkommunale Zusammenarbeit mehrerer Kommunen, die ihre gesetzlich geforderten Wärmepläne gemeinsam erarbeitet haben. mehr...

bericht

Wärmeversorgung: Hoher Energieeinsatz, große Hebel

[13.01.2026] Wie Gewerbegebiete die Wärmewende vorantreiben können, zeigt ein Projekt im Ruhrgebiet. Im Rahmen von EMG.Ruhr sollen wirtschaftlich genutzte Flächen systematisch für eine klimafreundliche Energie-Infrastruktur erschlossen werden. mehr...

Fellbach: Fortschritte bei Wärmeplanung

[09.01.2026] Fellbach treibt die kommunale Wärmeplanung mit dem Ziel einer klimaneutralen Wärmeversorgung bis 2040 voran. Der Gemeinderat setzt dabei auf Machbarkeitsstudien für Wärmenetze, den Ausbau von Photovoltaik und Wärmepumpen sowie auf eine intensive Information der Bürgerschaft. mehr...

Stadtwerke Osnabrück: Zwischenbilanz zu Wärmepumpen-Komplettpaket

[08.01.2026] Nach einem Jahr ziehen die Stadtwerke Osnabrück eine positive Zwischenbilanz ihres Wärmepumpen-Komplettpakets. Das gemeinsam mit Industriepartnern und regionalem Handwerk entwickelte Modell stößt auf anhaltendes Interesse und wird inzwischen durch PV- und Speicherlösungen ergänzt. mehr...

bericht

Hamburg: Wärme aus Abwasser

[07.01.2026] Mit der größten Abwasserwärmepumpe Deutschlands treiben die Hamburger Energiewerke und Hamburg Wasser die Wärmewende voran. Das Pionierprojekt im Energiepark Hafen demonstriert, wie Städte ihre lokalen Energiepotenziale nutzen können. mehr...

bericht

Wärmeversorgung: Das Jahrhundert der Großwärmepumpe

[05.01.2026] Vor einem Jahr ging auf dem Hafengelände der dänischen Stadt Esbjerg die weltweit größte Meerwasserwärmepumpe mit CO2 als natürlichem Kältemittel in Betrieb. Die Anlage produziert nicht nur klimaneutral Wärme, sondern trägt auch zur Netzstabilisierung bei. mehr...

Stiftung Umweltenergierecht: Leitfäden für die Wärmewende

[05.01.2026] Neue Leitfäden sollen Kommunen, Energieversorgern sowie Bürgerinnen und Bürgern den Weg von der kommunalen Wärmeplanung in die praktische Umsetzung erleichtern. Sie bündeln rechtliche Hinweise, Handlungsempfehlungen und Beispiele aus der Praxis für die lokale Wärmewende. mehr...