Sonntag, 8. November 2026

Offenbach an der QueichKalte Nahwärme mit Zukunft

[27.11.2024] Offenbach an der Queich (Rheinland-Pfalz) betreibt künftig ein kaltes Nahwärmenetz. Damit hat sich die Ortsgemeinde nach Angaben des Ministeriums für Klimaschutz und Energie des Landes für eine zukunftsweisende Wärmeversorgung mit Vorbildcharakter entschieden.

Die rheinland-pfälzische Klimaschutz- und Energieministerin Katrin Eder (Bündnis 90/Die Grünen) hat das Nahwärmenetz in Offenbach an der Queich offiziell in Betrieb genommen. Es versorgt das Rathaus und umliegende städtische Gebäude mit Wärme, darunter das Schwimmbad, die Sporthalle, eine Kindertagesstätte und die Feuerwache. In Zukunft sollen auch Privathaushalte an das Netz angeschlossen werden. „Mit der kalten Nahwärme hat sich Offenbach an der Queich für eine zukunftsfähige Wärmeversorgung entschieden“, so Eder.

Weniger Verluste und zusätzliche Kühlfunktion

Kalte Nahwärmenetze arbeiten mit niedrigeren Betriebstemperaturen, was zu deutlich geringeren Wärmeverlusten ins Erdreich führt. Gleichzeitig können sie zur Gebäudekühlung genutzt werden. Diese Technologie ist energieeffizient, klimaschonend und benötigt wenig Strom. Offenbach an der Queich leistet damit nicht nur einen Beitrag zum Klimaschutz, sondern schafft auch eine unabhängige und kostensichere Wärmeversorgung für die Bürger.

Wärme von Grundwasser und Sonne

Das neue Wärmenetz wird aus Grundwasserbrunnen, Photovoltaikanlagen und einem Sondenfeld gespeist. Diese Kombination ermöglicht eine flexible und emissionsarme Energieversorgung. Das Netz besteht aus drei Entnahmebrunnen mit einer Tiefe von 16 Metern und zwölf Rückgabebrunnen.

Die geplante Trassenlänge beträgt rund 1.385 Meter. Die Vorlauftemperatur des Netzes beträgt zehn bis 13 Grad Celsius. Diese Temperatur wird mit effizienten Wärmepumpen auf die in den angeschlossenen Gebäuden benötigte Heiztemperatur angehoben. Insgesamt hat die Anlage eine Heizleistung von 500 Kilowatt (kW), die einen jährlichen Wärmebedarf von rund 1.110.000 Kilowattstunden (kWh) deckt.

Das Projekt stößt bereits über die Landesgrenzen hinaus auf Interesse. Im Sommer informierten sich Delegierte aus Städten der japanischen Präfektur Ibaraki über das Nahwärmenetz. „Wenn es uns gelingt, auf solche Vorzeigeprojekte aufmerksam zu machen, damit andere Gemeinden diesem Beispiel folgen, sind wir auf einem guten Weg weg von fossilen Energieträgern“, so Ministerin Eder.





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