Freitag, 19. Juni 2026

Wien/BerlinGemeinsam für die urbane Energiewende

[09.12.2024] Bei den Vienna Science Days in Berlin trafen sich Ende November Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft, um über die Herausforderungen der Energiewende und Dekarbonisierung in Großstädten zu diskutieren. Im Fokus standen die Zusammenarbeit zwischen Wien und Berlin.
Das Bild zeigt Franziska Giffey (SPD), Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe und Bürgermeisterin von Berlin, bei der Eröffnungsrede auf den Vienna Science Days in Berlin.

Die Vienna Science Days in Berlin wurden von Bürgermeisterin Franziska Giffey eröffnet.

(Bildquelle: Stadt Wien / Ines Grabner)

Am 27. und 28. November 2024 fanden in Berlin die Vienna Science Days statt, die Expertinnen und Experten aus den Stadtverwaltungen und Universitäten Wiens und Berlins sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Wirtschaft zusammenbrachten. Organisiert wurde die Veranstaltung von den Internationalen Büros der Stadt Wien. Gemeinsam wurden Strategien zur Dekarbonisierung und Energiewende in den beiden Metropolen diskutiert. Peko Baxant (SPÖ), Abgeordneter zum Wiener Landtag und Gemeinderat, betonte die besondere Partnerschaft der beiden Hauptstädte: „Wien und Berlin sind als die beiden größten deutschsprachigen Universitätsstädte ideale Partnerinnen für die Kernidee der Vienna Science Days: die bestmögliche Vernetzung zwischen Wissenschaft und Politik, Wirtschaft und Verwaltung.“

Fernwärme und Geothermie

Ein zentrales Thema der Konferenz war die Rekommunalisierung der Fernwärme, die Franziska Giffey (SPD), Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe und Bürgermeisterin von Berlin, als die wichtigste klimapolitische Weichenstellung dieses Jahrzehnts bezeichnete. Sie betonte, dass auch der öffentliche Wohnungsbau eine Schlüsselrolle bei der Wärmewende spiele. Der kommunale Wohnbau der Stadt Wien gelte hier international als Vorbild.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Tiefengeothermie, die als nachhaltige Energiequelle zur Dekarbonisierung beitragen soll. In Wien versorgt eine der leistungsstärksten Großwärmepumpen Europas zehntausende Haushalte mit umweltfreundlicher Wärme. Auch Berlin hat bereits erste Schritte in diese Richtung unternommen. Elisa Dunkelberg von der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt in Berlin wies aber auch auf Herausforderungen hin: „Es gibt den Konflikt zwischen Grundwasserschutz und der Nutzung von Geothermie. Es wäre interessant zu sehen, inwieweit Trinkwasserleitungen zur Wärmegewinnung genutzt werden können.“

Die abschließende Podiumsdiskussion widmete sich den Potenzialen der Zusammenarbeit zwischen den beiden Städten. Susanne Huneke vom Energieversorger BEW Berliner Energie und Wärme betonte: „Zwei Systeme mit großen Herausforderungen, aber auch enormen Potenzialen. Wenn uns hier die Dekarbonisierung gelingt, setzen wir ein großes Zeichen für den urbanen Raum – als Vorbild für viele andere Städte.“ Karl Gruber, Geschäftsführer von Wien Energie, erklärte: „Berlin und Wien stehen vor den gleichen Herausforderungen der Mobilitätswende, der Energiewende und der Dekarbonisierung. In Wien wird die tiefe Geothermie eine zentrale Rolle spielen. Auch Berlin hat viele Chancen, die mit großem Engagement verfolgt werden.“

Alexander Schaeff




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