Donnerstag, 26. Februar 2026

AachenVorbereitungen für seismische Messungen

[01.10.2025] Die STAWAG bereitet in Aachen seismische Untersuchungen vor, um das Potenzial der Tiefengeothermie für die regionale Wärmeversorgung zu prüfen. Ziel ist es, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern und erneuerbare Wärmequellen stärker einzubinden.

Ab Dezember beginnt STAWAG mit seismischen Messungen nordöstlich von Aachen.

(Bildquelle: STAWAG – Stadt- und Städteregionswerke Aachen AG)

Ab Dezember beginnt STAWAG mit seismischen Messungen nordöstlich von Aachen. Wie das Unternehmen mitteilt, sollen dabei geologische Strukturen erkundet werden, die heißes Tiefenwasser enthalten könnten. Die Technik, vergleichbar mit einem Ultraschall für den Boden, ermöglicht es, den Untergrund sichtbar zu machen und Tiefe sowie Ausdehnung möglicherweise wasserführender Schichten zu bestimmen. Bestätigen die Ergebnisse die Erwartungen, will STAWAG die Nutzung der hydrothermalen Geothermie für die lokale Fernwärmeversorgung weiter vorantreiben.

Nach Angaben des Unternehmens spielt die Tiefengeothermie in seiner Strategie zur Wärmewende eine zentrale Rolle. „Sie steht jederzeit verlässlich zur Verfügung, benötigt keine Brennstoffe und kann große Energiemengen auf vergleichsweise kleiner Fläche liefern“, erklärt STAWAG-Vorstand Christian Becker. Bereits heute nutzt STAWAG in Aachen-Burtscheid Thermalwasser mit Temperaturen von bis zu 70 Grad Celsius zur Wärmeversorgung mehrerer Gebäude.

Laut Geschäftsführer Frank Brösse setzt das Unternehmen zudem auf einen Energiemix, um die Wärmeerzeugung klimafreundlicher zu gestalten. Noch stammt ein Großteil der Fernwärme aus dem Braunkohlekraftwerk Weisweiler, künftig soll sie stärker aus der Müllverbrennung, aus hocheffizienten Blockheizkraftwerken und aus erneuerbaren Quellen wie der Geothermie gewonnen werden.

Das Aachener Projekt ist Teil des nordrhein-westfälischen Masterplans Geothermie, den das Landeswirtschaftsministerium 2024 aufgelegt hat. Unterstützt vom Geologischen Dienst NRW, der bereits erste Messungen durchgeführt hat, sollen damit weitere regionale Wärmequellen erschlossen werden. In Bayern arbeiten derzeit rund 25 Anlagen erfolgreich mit Tiefengeothermie und erzeugen jährlich über 2,8 Terawattstunden Wärme – ein Maßstab, an den Nordrhein-Westfalen anknüpfen will.



Stichwörter: Geothermie, STAWAG, Aachen


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