Donnerstag, 5. November 2026

Rheinland-PfalzNeue Aufgaben für Energieagentur

[03.11.2025] Die rheinland-pfälzische Energieagentur trägt jetzt den Zusatz „Klimaschutz” im Namen. Sie firmiert nun unter Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz. Mit der Namensänderung gehen neue Aufgaben einher: Die Agentur soll Kommunen noch stärker bei Klimaschutzprojekten, Wärmeplanung und Förderberatung unterstützen.
Die rheinland-pfälzische Umweltministerin Katrin Eder steht im Freien vor ihrem Ministerium in Mainz. Sie trägt einen dunkelblauen Blazer und ein weißes T-Shirt mit Blumenmotiv. Im Hintergrund sind Bäume, ein Platz und Verwaltungsgebäude zu sehen.

Die rheinland-pfälzische Umweltministerin Katrin Eder sagt: „Es ist konsequent, dass die Energieagentur zur Energie- und Klimaschutzagentur wird.“

(Bildquelle: MKUEM/Christof Mattes)

Die Energieagentur Rheinland-Pfalz hat ihren Aufgabenbereich erweitert und firmiert nun als Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz. Das teilte das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität in Mainz mit. Ziel der Umbenennung sei es, die gestiegene Bedeutung des Klimaschutzes in der Arbeit der Agentur sichtbar zu machen. Umweltministerin Katrin Eder (Bündnis 90/Die Grünen) bezeichnete die Einrichtung als „wichtigen Partner der Kommunen im Klimaschutz“. In den dreizehn Jahren ihres Bestehens habe sie sich zu einem verlässlichen Ansprechpartner entwickelt. „Da ist es konsequent, dass die Energieagentur zur Energie- und Klimaschutzagentur wird“, so Eder.

Beratung und Unterstützung für Kommunen

Die Agentur berät Kommunen bei der Umsetzung des Kommunalen Klimapakts (KKP), beim Kommunalen Investitionsprogramm Klimaschutz und Innovation (KIPKI) sowie bei der Kommunalen Wärmeplanung (KWP). Sie unterstützt beim Aufbau regionaler Netzwerke und beim Zugang zu Fördermitteln. Auch die Beratung zu Energieeffizienz, Sanierung, Bauleitplanung und nachhaltiger Mobilität gehört zu ihren Aufgaben. Nach Angaben des Ministeriums hilft die Agentur außerdem beim Klimaschutzmonitoring – also der Überprüfung, wie weit das Land beim Klimaschutz vorangekommen ist. Instrumente dafür sind das Klimaschutz-Dashboard und der Energieatlas Rheinland-Pfalz.

160 Millionen Euro für die Klimaoffensive

Seit Beginn der kommunalen Klimaoffensive Ende 2022 hat die Agentur laut Ministerium über 1.000 Beratungsgespräche im Kommunalen Klimapakt und rund 3.830 Beratungsprozesse im KIPKI-Programm geführt. Rund 500 der 958 bewilligten KIPKI-Projekte seien bereits umgesetzt oder in Arbeit. Das Land habe dafür über 160 Millionen Euro bereitgestellt. Derzeit betreut die Agentur 148 Kommunen im Klimapakt und begleitet die Umsetzung von 161 Projekten.

Auch bei der seit Januar 2024 verpflichtenden Kommunalen Wärmeplanung habe die Agentur vorausschauend gehandelt. Schon vor Inkrafttreten des Gesetzes habe sie Kommunen über Fördermöglichkeiten informiert und bei Anträgen geholfen. So hätten sich mehr als 100 Kommunen noch vor dem Gesetzeserlass Fördergelder sichern können. Von den 18 Kommunen, die ihre Wärmeplanung bereits abgeschlossen haben, seien 16 von der Agentur beraten worden.

Wirtschaftliche Impulse durch Klimaschutz

Die Förderberatung spielt eine zentrale Rolle: In den vergangenen zweieinhalb Jahren habe die Agentur gemeinsam mit Kommunen rund 67 Millionen Euro an Fördermitteln eingeworben. Das habe Investitionen von fast 146 Millionen Euro ausgelöst. Nach Angaben des Ministeriums zeige das, dass Klimaschutz wirtschaftliche Impulse setzt und Arbeitsplätze schafft. Agentur-Geschäftsführer Tobias Büttner betonte, Kommunen seien „zentrale Akteure im Klimaschutz“. Ein Schlüssel zum Erfolg sei die „intensive und umfassende Beratung der Kommunen sowie die Begleitung kommunaler Projekte von der Planung bis zur Umsetzung“.

Lob von kommunalen Verbänden

Auch Vertreterinnen und Vertreter der kommunalen Spitzenverbände lobten die Arbeit der Agentur. Lisa Diener vom Städtetag Rheinland-Pfalz sagte: „Die Energie- und Klimaschutzagentur arbeitet eng mit den Städten zusammen und versteht deren Herausforderungen.“ Andreas Göbel vom Landkreistag ergänzte, die Agentur sei „eine wertvolle Schnittstelle zwischen Land, Kommunen und Praxis“. Nach Einschätzung von Moritz Petry vom Gemeinde- und Städtebund Rheinland-Pfalz sei die Unterstützung bei der Wärmeplanung besonders hilfreich gewesen. Die Energieagentur wurde im Juli 2012 gegründet und hat ihren Sitz in Kaiserslautern. Neben der Zentrale betreibt sie acht Regionalbüros, um eine enge Zusammenarbeit mit den Kommunen sicherzustellen.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Politik

Kraftwerksausschreibung: Kritik an Marktkonzentration

[05.11.2026] Bei der ersten Ausschreibung für gesicherte Kraftwerksleistung haben sich vor allem RWE und LEAG durchgesetzt. Während die Bundesnetzagentur den intensiven Wettbewerb begrüßt, kritisieren Branchenverbände die Konzentration der Zuschläge auf zwei Energiekonzerne und die Benachteiligung von Batteriespeichern. mehr...

Kraftwerksstrategie: Erste Ausschreibung abgeschlossen

[04.11.2026] Die erste Ausschreibung für neue Gaskraftwerke und Langzeitkapazitäten nach dem Strom-Versorgungssicherheits- und Kapazitätsgesetz (StromVKG) ist abgeschlossen. Die Ergebnisse wertet Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche als Erfolg. mehr...

Berlin: Solarpflicht wird evaluiert

[04.11.2026] In Berlin sind inzwischen rund 69.000 Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von 583 Megawattpeak installiert. Drei Jahre nach Einführung der Solarpflicht prüft der Senat nun, ob das Gesetz angepasst werden muss. mehr...

BMI: Sabotageschutz für Energieanlagen ausgeweitet

[02.11.2026] Die Bundesregierung will den Schutz Kritischer Infrastrukturen vor Sabotage verstärken. Künftig sollen auch Beschäftigte in bestimmten Energieanlagen, virtuellen Kraftwerken und Flüssigerdgas-Terminals einer Sicherheitsüberprüfung unterzogen werden. mehr...

EEG-Finanzierung: Förderbedarf für 2027 liegt bei 17,5 Milliarden Euro

[29.10.2026] Der Finanzierungsbedarf für die Förderung Erneuerbarer Energien wird 2027 voraussichtlich 17,5 Milliarden Euro betragen. Ausschlaggebend für die Belastung des Bundeshaushalts ist vor allem die Differenz zwischen den garantierten Vergütungen für Ökostrom und den Erlösen am Strommarkt. mehr...

ASEW: Strom-Umlagen steigen 2027 um knapp 23 Prozent

[27.10.2026] Die Strom-Umlagen steigen 2027 um insgesamt 22,9 Prozent. Vor allem höhere Kosten für die Stromnetze treiben die Belastung nach oben. Auch bei den Netzentgelten und Gaspreisen müssen Verbraucher mit steigenden Kosten rechnen. mehr...

BMWE: Bund und Länder wollen Netzfinanzierung erleichtern

[15.10.2026] Bund und Länder haben sich auf gemeinsame Eckpunkte zur Finanzierung von Stromverteil- und Wärmenetzen verständigt. Ein neues Finanzierungsinstrument soll die Eigenkapitalbasis von Stadtwerken stärken und Investitionen in die Energieinfrastruktur erleichtern. mehr...

VKU: Strategie für grüne Gase gefordert

[15.10.2026] Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) begrüßt erste Eckpunkte des Bundeswirtschaftsministeriums für eine Grüngasquote, sieht aber noch erhebliche offene Fragen. Vor allem müsse die Bundesregierung klären, woher die benötigten Mengen an grünen Gasen kommen sollen und welche Kosten auf die Verbraucher zukommen. mehr...

BDEW: Stromsteuersenkung für alle gefordert

[15.10.2026] Der BDEW begrüßt die Ankündigung der CDU, die Stromsteuer bei ausreichendem Haushaltsspielraum für alle Verbrauchergruppen zu senken. Der Verband fordert eine schnelle und dauerhafte Absenkung auf das europäische Mindestmaß. mehr...

Sachsen: Millionen für Wärmewende bewilligt

[12.10.2026] Sachsen hat erste Millionenförderungen für den Umbau der kommunalen Wärmeversorgung bewilligt. Sechs größere Projekte sollen den Einsatz erneuerbarer Energien voranbringen und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen verringern. mehr...

Grünes Licht für E-Mobilität: Baden-Württemberg födert den Kauf von E-Fahrzeugen und den Bau von Ladesäulen.

MiSpeL: Bundesnetzagentur erleichtert Nutzung von Stromspeichern

[09.10.2026] Die Bundesnetzagentur hat die Festlegung zur Marktintegration von Stromspeichern und Ladepunkten (MiSpeL) beschlossen. Künftig können Speicher und bidirektionale Ladepunkte sowohl Netzstrom als auch selbst erzeugten Solarstrom aufnehmen und ins Netz zurückspeisen, ohne dass die EEG-Förderung entfällt. mehr...

Netzpaket: Redispatch-Vorbehalt stößt auf deutliche Kritik

[09.10.2026] Der geplante Redispatch-Vorbehalt im Netzpaket der Bundesregierung stößt bei zahlreichen Sachverständigen auf Widerstand. In einer Anhörung des Bundestags warnten sie vor rechtlichen Risiken und schlechteren Investitionsbedingungen für erneuerbare Energien. mehr...

Bremen: Fecker kritisiert Umschichtung von KTF-Mitteln

[07.10.2026] Bremens Finanzsenator Björn Fecker kritisiert, dass der Bund Einnahmen aus dem Emissionshandel künftig teilweise dem allgemeinen Haushalt statt dem Klima- und Transformationsfonds zuführen will. Nach Angaben der Bremer Finanzverwaltung geht es 2027 um 2,7 Milliarden Euro, bis 2030 könnten sich die Umschichtungen auf bis zu 13 Milliarden Euro summieren. mehr...

Energy Sharing: Impulspapier fordert klare Standards

[06.10.2026] Seit Juni 2026 ist Energy Sharing in Deutschland formal möglich, in der Praxis stehen Projekten aber noch Hürden bei Netzzugang, Bilanzierung und Abrechnung entgegen. Ein Impulspapier des Projekts Forum EnShare nennt zehn Empfehlungen, die den Einstieg erleichtern sollen. mehr...

Forschungsstelle für Energiewirtschaft: Pachtdeckel könnte EEG-Kosten deutlich senken

[06.10.2026] Eine Begrenzung der Pachten für Windenergieflächen könnte nach Berechnungen der Forschungsstelle für Energiewirtschaft die EEG-Förderkosten bis 2045 um Milliarden Euro senken. Bei der im Entwurf zum EEG 2027 vorgesehenen Obergrenze von 3,5 Prozent des Jahresumsatzes errechnet das Institut je nach Vergleichsszenario Einsparungen zwischen rund drei und 37 Milliarden Euro. mehr...