EnergieministerkonferenzVerlässliche Rahmenbedingungen gefordert

Vergangene Woche hat in Stralsund die Energieministerkonferenz stattgefunden.
(Bildquelle: Nils Kinder)
Bei der Energieministerkonferenz vergangene Woche in Stralsund rückten die Länder die zentrale Forderung nach verlässlichen energiepolitischen Rahmenbedingungen in den Mittelpunkt. Wie das Wirtschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommern berichtet, wurde der Ausbau erneuerbarer Energien ebenso diskutiert wie die Frage bezahlbarer Strompreise. Der dortige Energieminister Wolfgang Blank (parteilos) betonte laut Mitteilung seines Hauses, Energie müsse für alle bezahlbar sein. Er verwies auf die im Koalitionsvertrag zugesagte, aber noch ausstehende Senkung der Stromsteuer und forderte mehr Flexibilität im Stromsystem, um Kosten zu dämpfen. Mecklenburg-Vorpommern mit seinen wind- und sonnenreichen Küstenregionen könne nach den Worten Blanks neue Wertschöpfung in der Wasserstoffwirtschaft schaffen, brauche dafür aber einen planungssicheren rechtlichen Rahmen.
Energiepolitischer Schlingerkurs
Auch Schleswig-Holstein drängte nach Angaben seines Ministeriums auf Klarheit seitens des Bundes. Tobias Goldschmidt (Bündnis 90/Die Grünen) kritisierte einen energiepolitischen Schlingerkurs und stellte die Bedeutung stabiler Regeln für Industrie, Hauseigentümer und Handwerk heraus. Dem Kieler Ministerium zufolge war die Einigung auf die Fortführung des Gebäudeenergiegesetzes ein zentrales Ergebnis der Beratungen. Goldschmidt verband dies mit einem Appell, den Wasserstoffhochlauf endlich mit einem klaren strategischen Zielbild zu hinterlegen, das Elektrolyseure, Speicher, Netze und einen funktionierenden Markt für grünen Wasserstoff umfasst. Beim Offshore-Ausbau drängte Schleswig-Holstein zudem auf mehr Tempo bei Genehmigungen und Planfeststellung sowie auf eine einheitliche Rettungsinfrastruktur in der ausschließlichen Wirtschaftszone.
Initiativen vom Saarland
Das Saarland hob nach Angaben seines Wirtschaftsministeriums zwei eigene Initiativen hervor, die von den Ländern beschlossen wurden. Energieminister Jürgen Barke (SPD) warb für „mehr Pragmatismus und weniger Ideologie“ beim Wasserstoffhochlauf und plädierte dafür, im Übergang alle Wasserstofffarben zuzulassen. Die Länder forderten laut Saarbrücken die Bundesregierung auf, das geplante Wasserstoff-Kernnetz zügig voranzutreiben und Unternehmen beim Umstieg mit Investitions- und Betriebskostenzuschüssen zu unterstützen. Zudem erinnerten sie den Bund an das Koalitionsversprechen, Strompreise dauerhaft zu senken und den Bundeszuschuss zu den Übertragungsnetzentgelten zu verstetigen. Mit Blick auf die Kraftwerkstrategie verlangte Barke einen verlässlichen Zeitplan für wasserstofffähige Gaskraftwerke und verwies auf geeignete Standorte im Saarland.
Im kommenden Jahr übernimmt Niedersachsen den Vorsitz der Energieministerkonferenz.
BDEW: Besserer Schutz für Kritische Infrastrukturen
[08.09.2026] Der BDEW dringt auf bessere Rahmenbedingungen für den Schutz der Energieversorgung. Der Verband fordert unter anderem weniger öffentlich zugängliche Infrastrukturdaten, eine wirksamere Drohnenabwehr und einen staatlich finanzierten Resilienzfonds. mehr...
Energiewende-Digitalisierungs-Allianz: Gesetzentwurf soll Netzbetreiber stärker in die Pflicht nehmen
[08.09.2026] Eine Allianz aus 17 Energieunternehmen fordert bundesweit einheitliche und digitale Verfahren für Netzanschlüsse und Netzbetrieb. Ein eigener Gesetzentwurf sieht 30 Maßnahmen vor – darunter finanzielle Ansprüche von Netznutzern, wenn Verteilnetzbetreiber gesetzliche Standards nicht einhalten. mehr...
Sachsen-Anhalt: Energiebranche mahnt Kontinuität an
[08.09.2026] Nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt warnen Verbände und Unternehmen vor einem Bruch in der Energiepolitik. BEE, BWE und LichtBlick verweisen auf die wirtschaftliche Bedeutung der erneuerbaren Energien und fordern verlässliche Rahmenbedingungen für weitere Investitionen. mehr...
BDEW/VKU: Stellungnahme zum Brandanschlag
[02.09.2026] Nach dem Angriff auf ein Umspannwerk in Turnow-Preilack haben sich BDEW und VKU zum Schutz Kritischer Energie-Infrastruktur geäußert. Beide Verbände fordern Konsequenzen, unterscheiden sich aber in der Frage, welche Rolle Staat und Betreiber beim Schutz der Stromnetze übernehmen sollen. mehr...
Bundesregierung: Eckpunkte für ein Wärmenetzpaket beschlossen
[28.08.2026] Die Bundesregierung hat Eckpunkte für ein neues Wärmenetzpaket beschlossen. Der geplante Rechtsrahmen soll Investitionen erleichtern und zugleich Preise sowie Verbraucherrechte neu regeln. mehr...
RWE/Amprion: Stromanbieter kritisieren geplante Übernahme
[19.08.2026] Die geplante Übernahme von Amprion durch RWE stößt bei vier Ökostromanbietern auf Kritik. Sie fordern von der Bundesnetzagentur eine neue Prüfung, weil sie Risiken für Wettbewerb, Netzunabhängigkeit und den Zugang zu Flexibilitätsmärkten sehen. mehr...
Windenergie-auf-See-Gesetz: VKU fordert Ausbau mit Augenmaß
[19.08.2026] Der VKU fordert für den weiteren Ausbau der Offshore-Windenergie mehr Wettbewerb und eine stärkere Orientierung am tatsächlichen Stromertrag. Zur Novelle des Windenergie-auf-See-Gesetzes schlägt der Verband unter anderem ein niedrigeres Ausbauziel und kleinere Ausschreibungsflächen vor. mehr...
Interview: Schocks absorbieren
[10.08.2026] Die Energiebranche fordert klare Regeln für den Schutz Kritischer Infrastrukturen. stadt+werk sprach mit Kerstin Andreae, BDEW, und Ingbert Liebing, VKU, über die Bedrohungslage und mögliche Wege zu höherer Sicherheit. mehr...
Verband Region Stuttgart: Ausbau der Stromnetze beschleunigen
[06.08.2026] Der Verband Region Stuttgart und zahlreiche Partner wollen den Ausbau der Stromnetze in der Region beschleunigen. Eine gemeinsame Absichtserklärung soll Planungs- und Genehmigungsverfahren vereinfachen und die Zusammenarbeit von Kommunen, Netzbetreibern und Stadtwerken stärken. mehr...
Bundesregierung: StromVKG verabschiedet
[04.08.2026] Das neue Strom-Versorgungssicherheits- und Kapazitätengesetz schafft den Rahmen für zusätzliche flexible Stromkapazitäten. Es soll die Versorgung auch bei wachsendem Anteil erneuerbarer Energien und dem Kohleausstieg absichern. mehr...
EEG-Novelle/Netzanschlusspaket: Stellungnahmen zu Reformschritten
[29.07.2026] Das Bundeskabinett hat heute die Entwürfe für die EEG-Novelle und das Netzanschlusspaket beschlossen. Energieverbände begrüßen den Reformkurs, verlangen im parlamentarischen Verfahren aber an zentralen Punkten Änderungen. mehr...
Thüringen: Energie-Anlagen schneller genehmigen
[28.07.2026] Thüringen will Genehmigungsverfahren für Industrie- und Energie-Anlagen weiter beschleunigen. Neue Vorgaben und organisatorische Maßnahmen sollen Investitionen sowie den Ausbau der Energie-Infrastruktur erleichtern, ohne den Umweltschutz zu schwächen. mehr...
Politik: Stellungnahmen zur EEG-Novelle und zum Netzanschlusspaket
[24.07.2026] Die Referentenentwürfe zur EEG-Novelle und zum Netzanschlusspaket stoßen bei Ländern und Verbänden auf ein geteiltes Echo. Während einige Akteure Nachbesserungen verlangen, sehen andere wichtige Fortschritte – fordern aber mehr Zeit und einen strukturierten Dialog vor dem Kabinettsbeschluss. mehr...
Sokratherm: Politische Entscheidungen verbessern Bedingungen für KWK
[22.07.2026] Das neue Gebäudemodernisierungsgesetz und ein EuGH-Urteil stärken die Rahmenbedingungen für Kraft-Wärme-Kopplung. Beide Entscheidungen könnten den Einsatz von Blockheizkraftwerken erleichtern und die anstehende Reform des KWK-Gesetzes beeinflussen. mehr...
EEG-Novelle: Kritik aus der Biogasbranche
[22.07.2026] Ein Netzwerk der Biogasbranche kritisiert den Entwurf zur EEG-Novelle als existenzielle Bedrohung für bestehende Biogasanlagen. Nach Ansicht der Flexperten gefährden die geplanten Ausschreibungsregeln Versorgungssicherheit, Wärmewende und ländliche Wertschöpfung – und fordern deutliche Nachbesserungen. mehr...












