AEEGreifswald ist Energie-Kommune 2025

Dank regenerativer Wärme und Verkehrswende wurde Greifswald Energie-Kommune 2025.
(Bildquelle: AEE)
Greifswald ist „Energie-Kommune des Jahres 2025“. Das geht aus einer Mitteilung der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) hervor. Die Organisation hatte zuvor zwölf Städte, Gemeinden und Landkreise ausgezeichnet. Aus diesem Kreis wurde per Online-Abstimmung die Jahressiegerin gewählt.
Laut der AEE lag Greifswald mit 42,3 Prozent der Stimmen vor der Gemeinde Schwalmtal mit 35,8 Prozent und dem Landkreis Regensburg mit 21,9 Prozent. Die Abstimmung lief von Dezember bis Januar.
AEE-Geschäftsführer Robert Brandt erklärte: „Wir gratulieren der Stadt Greifswald und allen an der lokalen Energiewende beteiligten Akteuren zu dieser weiteren verdienten Auszeichnung.“ Greifswald treibe die Wärmewende „mit beeindruckender Konsequenz“ voran und zeige mit Sektorenkopplung und Mobilitätskonzepten, welche Wirkungen die Energiewende vor Ort entfalten könne.
Michael Haufe von der Umweltabteilung der Stadt Greifswald sagte: „Wir sind natürlich stolz und freuen uns darüber, dass wir viele Bürgerinnen und Bürger mitnehmen und animieren konnten, uns ihre Stimme zu geben. Alle Nominierten hätten es verdient.“ Klimaschutzmanagerin Juliane Brust-Möbius ergänzte: „Ich freue mich auch für die Akteure, die an der Energiewende mitarbeiten.“
Fernwärme und Solarthermie
Ein Schwerpunkt liegt auf der Wärmeversorgung. Laut Angaben der Stadtwerke wurden hierfür mehr als 40 Millionen Euro in den Umbau investiert. Herzstück ist eine Solarthermieanlage im Energiepark Helmshäger Berg. Solarthermie nutzt Sonnenenergie zur Wärmeerzeugung. Die Anlage ging 2022 in Betrieb. Sie verfügt über 3.792 Kollektoren und erzeugt rund 8.000 Megawattstunden Wärme pro Jahr. Das entspricht dem Bedarf von 800 bis 1.000 Haushalten. Jährlich werden dadurch etwa 1.800 Tonnen Kohlendioxid eingespart.
Teil des Systems ist auch ein innovatives Kraft-Wärme-Kopplungssystem. Bei der Kraft-Wärme-Kopplung werden Strom und Wärme gleichzeitig erzeugt. Es umfasst ein Blockheizkraftwerk mit 4,6 Megawatt thermischer und 4,2 Megawatt elektrischer Leistung, einen Elektroheizkessel sowie einen Wärmespeicher mit einem Volumen von 5.500 Kubikmetern. Insgesamt könnten nach Angaben der Stadtwerke derzeit rund 46.500 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr vermieden werden. Der Anteil erneuerbarer Energien an der Fernwärme beträgt bis zu 20 Prozent.
70 Prozent der Haushalte sind an das Fernwärmenetz angeschlossen. Im Rahmen der kommunalen Wärmeplanung wird geprüft, wo sich ein weiterer Ausbau wirtschaftlich lohnt. In Gebieten mit geringer Bebauungsdichte könnten Wärmepumpen die sinnvollere Lösung sein.
Verkehr und Moore
Auch im Bereich Verkehr verzeichnet die Stadt Fortschritte. „Greifswald setzt Maßstäbe im Bereich der Fahrrad-Mobilität. 44 Prozent der täglichen Wege werden hier mit dem Fahrrad zurückgelegt“, sagte Oberbürgermeister Stefan Fassbinder. Der Stadtbusverkehr setze auf Biomethan. Etwa die Hälfte des Fuhrparks der Stadtwerke ist elektrisch betrieben. Es gibt rund 40 öffentliche Ladepunkte.
Neben den Themen Energie und Verkehr spielt auch der Moorschutz eine Rolle. Moore speichern große Mengen Kohlenstoff. In und um Greifswald werden nach Angaben der Stadt Flächen wiedervernässt. Dadurch sollen die Emissionen aus entwässerten Moorböden verringert werden.
Greifswald ist Gründungsmitglied des „Konvents der Bürgermeister“, eines europäischen Bündnisses für kommunalen Klimaschutz. Bereits 2007 beschloss die Bürgerschaft ein Zehn-Punkte-Programm zu Energieeffizienz, erneuerbaren Energien und Verkehr. Das Ziel der Stadt ist Klimaneutralität bis 2035.
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