Donnerstag, 5. März 2026

WeikersheimBaustart von Rohbiogasleitung

[05.03.2026] In Weikersheim entsteht eine 4,3 Kilometer lange Rohbiogasleitung mit zwei Satelliten-Blockheizkraftwerken für die kommunale Wärmeversorgung. Das vom Land Baden-Württemberg mit 300.000 Euro geförderte Projekt soll jährlich bis zu 500.000 Liter Heizöl ersetzen und gilt als Modell für den ländlichen Raum.

Die Landesregierung in Baden-Württemberg will biobasiertes Wirtschaften stärken, jüngstes Beispiel ist die Förderung einer Rohbiogasleitung in Weikersheim.

(Bildquelle: adobestock)

In der Stadt Weikersheim im Main-Tauber-Kreis startet der Bau einer 4,3 Kilometer langen Rohbiogasleitung, die zwei Satelliten-Blockheizkraftwerke mit einer elektrischen Gesamtleistung von drei Megawatt versorgt. Wie das Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg mitteilt, soll das Projekt „Biogasleitung Weikersheim“ die kommunale Wärmeversorgung sichern und jährlich bis zu 500.000 Liter Heizöl einsparen.

Träger des Vorhabens ist das Unternehmen Bioenergie Tauberhöhe. Das Land Baden-Württemberg fördert das Projekt im Rahmen des Programms Zukunft Biogas Plus mit 300.000 Euro. Beim Spatenstich betonte Minister Peter Hauk (CDU): „Das Projekt Biogasleitung Weikersheim ist mustergültig für die Innovationskraft im ländlichen Raum. Es kombiniert lokale Wärmeerzeugung mit der Flexibilität des Gasnetzes und stärkt die Unabhängigkeit und Resilienz des ländlichen Raums.“ Biogas sei keine Übergangslösung, sondern ein strategisch wichtiger Baustein für eine sichere, grundlastfähige und klimaneutrale Energieversorgung.

Das Vorhaben fügt sich in die Landesstrategie Nachhaltige Bioökonomie Baden-Württemberg ein. Mit ihr will die Landesregierung biobasiertes und kreislauforientiertes Wirtschaften stärken. Flankiert wird sie durch die Biogasstrategie des Landes, die Investitionen und Planungssicherheit für Betreiber verbessern soll. Hauk verwies zudem auf die Eckpunkte des neuen Gebäudemodernisierungsgesetzes des Bundes (wir berichteten). Der angekündigte Kurswechsel bringe mehr Technologieoffenheit und löse das bisherige Heizungsgesetz ab.

Nach Angaben des Ministeriums erzeugt die Biogasbranche in Deutschland jährlich rund 30 Milliarden Kilowattstunden Strom und versorgt damit etwa zehn Millionen Haushalte. Die Branche sichert rund 50.000 Arbeitsplätze, erwirtschaftet etwa 13 Milliarden Euro Umsatz pro Jahr und kann bis zu 21 Millionen Tonnen Treibhausgasemissionen einsparen.





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