Montag, 9. März 2026

SmightLösung integriert Kurzschlussanzeiger

[09.03.2026] Das Smight Grid2 Gateway Plus bindet erstmals Kurzschlussanzeiger aus der Mittelspannung direkt in eine Lösung zur Netzüberwachung ein. Verteilnetzbetreiber können damit Störungen schneller lokalisieren und erhalten gleichzeitig zusätzliche Transparenz über die Niederspannung.

Das SMIGHT Grid2 Gateway Plus ermöglicht die Anbindung von Kurzschlussanzeigern und damit die Integration der Mittelspannungsebene.

(Bildquelle: SMIGHT GmbH)

Mit dem Grid2 Gateway Plus erweitert das Unternehmen Smight seine Plattform zur Digitalisierung von Verteilnetzen um die Integration der Mittelspannungsebene. Wie das Unternehmen aus Karlsruhe mitteilt, lassen sich mit der neuen Hardware erstmals Kurzschlussanzeiger (KSA) direkt anbinden und gemeinsam mit Messdaten aus der Niederspannung auswerten.

Kurzschluss- und Erdschlüsse in der Mittelspannung erfassen Netzbetreiber üblicherweise über Kurzschlussanzeiger in Ortsnetzstationen. Entscheidend für eine schnelle Entstörung ist, dass diese Fehlerinformationen rasch digital verfügbar sind. Einsatzteams können dann gezielt zu den betroffenen Stationen fahren, was Ausfallzeiten verkürzt.

Das Grid2 Gateway Plus bindet kompatible Kurzschlussanzeiger über eine integrierte Modbus-RTU-Schnittstelle an. Für Geräte mit Relaiskontakt steht ein Adapter zur Verfügung. Die Fehlerinformationen überträgt das System asynchron in die Smight-Cloud. Über den optionalen SMIGHT Leitstellen Communicator lassen sich die Daten zusätzlich per IEC 60870-5-104 direkt in ein Mittelspannungsleitsystem integrieren, sodass bestehende Leitstellenprozesse unverändert weiterlaufen können.

Parallel verarbeitet das Gateway Messdaten der Smight Grid2 Sensoren aus der Niederspannung. Verteilnetzbetreiber erhalten damit nach nur einer Installation in der Ortsnetzstation sowohl Fehlerinformationen aus der Mittelspannung als auch detaillierte Daten zur Lastsituation der Niederspannungsabgänge. Mittel- und Niederspannung werden damit erstmals in einer gemeinsamen Lösung zusammengeführt.

Für die Kommunikation unterstützt das Gateway neben öffentlichem LTE auch das 450-Megahertz-Funknetz. Diese Frequenz bietet eine hohe Flächen- und Gebäudeverfügbarkeit und gilt als schwarzfallsicher, sodass Daten auch bei längeren Stromausfällen übertragen werden können. Standardmäßig ist jedes Gerät mit aktiver LTE-Verbindung und einer vorbereiteten SIM-Karte für 450 Megahertz ausgestattet. Netzbetreiber können die alternative Funkkommunikation bei Bedarf pro Ortsnetzstation remote aktivieren.

Das Gateway integriert zudem weitere Messpunkte in der Station. Über die Modbus-RTU-Schnittstelle lassen sich Ströme und Spannungen aus Kurzschlussanzeigern sowie aus Trafomessgeräten wie Kries IKI 50 oder Janitza UMG 96RM beziehungsweise RM-E übernehmen. Die Liste kompatibler Geräte soll laut Hersteller kontinuierlich erweitert werden, unter anderem um Produkte von Horstmann, PQ Plus und Jean Müller. Zusätzlich verfügt das Gateway über Digitaleingänge für Türkontakte sowie Anschlüsse für PT100-Temperatursensoren.

„Mit dem Gateway Plus erweitern wir unsere Lösung konsequent um die Mittelspannungsebene“, erklärt Geschäftsführer Oliver Deuschle. „Verteilnetzbetreiber erhalten damit ein umfassendes Netzbild, das die Entstörung deutlich beschleunigt.“



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