BDEWTransparenzpflichten überprüfen

Umspannwerk: Transparenzpflichten können kritische Infrastruktur gefährden.
(Bildquelle: 50Hertz Transmission GmbH)
Öffentlich zugängliche Informationen über Infrastrukturen können gezielt für Angriffe missbraucht werden. Darauf macht der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) aufmerksam. Neue technologische Entwicklungen wie digitale Kartendienste und Anwendungen mit Künstlicher Intelligenz erleichtern zudem die systematische Auswertung solcher Daten. Der Verband sieht deshalb dringenden Handlungsbedarf. Transparenzanforderungen und Sicherheitsinteressen müssten neu austariert werden. Dabei gehe es nicht um eine generelle Abschaffung von Transparenz, sondern um deren Überprüfung und Abwägung.
Papier nennt Prüfbedarf
In einem Papier nennt der BDEW mehrere Bereiche, in denen aus seiner Sicht ein besonderer Prüfbedarf besteht. Dazu zählen der Infrastrukturatlas, Kapazitätskarten, Netzentwicklungspläne, Informationszugangsrechte sowie Vergabeverfahren. Zudem hat der Verband Vorschläge vorgelegt, wie sich Transparenzpflichten an veränderte Sicherheitsanforderungen anpassen ließen.
Unbeabsichtigte Angriffsflächen
Kerstin Andreae, die Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, erklärte: „Grundsätzlich bestehen gesetzliche beziehungsweise behördliche Regelungen, die Strom- und Gasnetzbetreiber dazu verpflichten, ihre Infrastruktur in der Öffentlichkeit offenzulegen. Dies kann jedoch unbeabsichtigt neue Angriffsflächen schaffen. Es geht nicht darum, Transparenz grundsätzlich infrage zu stellen, sondern sie klug und verantwortungsvoll auszugestalten. Wir brauchen eine konsequente Neubewertung aller relevanten Regelungen mit einem klaren Fokus auf den Schutz kritischer Infrastrukturen. Nur so können wir die Versorgungssicherheit auch in einem zunehmend komplexen Sicherheitsumfeld gewährleisten.“
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