Mittwoch, 27. Mai 2026

MünsterAgri-Solarpark liefert Strom für Batterieforschung

[27.05.2026] In Münster-Amelsbüren ist eine neue Agri-Photovoltaikanlage in Betrieb gegangen. Nach Angaben der Stadt Münster verbindet das Projekt Landwirtschaft und Stromerzeugung auf derselben Fläche. Der erzeugte Sonnenstrom soll direkt an die Batterieforschung der Fraunhofer-Einrichtung Forschungsfertigung Batteriezelle (FFB) geliefert werden.
„Drei Männer stehen vor einer großen Freiflächen-Solaranlage auf einer grünen Wiese. Im Hintergrund erstrecken sich mehrere Reihen moderner Solarpaneele unter bewölktem Himmel. Zwei der Männer tragen Business-Outfits, der dritte eine dunkle Freizeitjacke. Die Aufnahme vermittelt den Eindruck eines offiziellen Termins oder einer Inbetriebnahme im Bereich erneuerbare Energien.“

Münsteraner Agri-Photovoltaikanlage ist in Betrieb gegangen.

v.l.: Professor Simon Lux, Fraunhofer FFB; Oberbürgermeister Tilman Fuchs; Stadtwerke-Geschäftsführer Sebastian Jurczyk

(Bildquelle: Stadtwerke Münster)

Auf einem Feld an der Straße Hartmannsbrook in Münster-Amelsbüren produziert seit Kurzem eine Agri-Photovoltaikanlage Sonnenstrom. Zur offiziellen Inbetriebnahme kamen Oberbürgermeister Tilman Fuchs (Bündnis 90/Die Grünen) sowie Vertreterinnen und Vertreter der Stadtwerke Münster und der Forschungseinrichtung Fraunhofer FFB zusammen. Die Anlage entstand laut den Stadtwerken Münster seit Herbst 2025 auf einer Fläche von 13,2 Hektar. Sie soll jährlich rund 5,75 Gigawattstunden Strom erzeugen. Die landwirtschaftliche Nutzung der Fläche bleibe dabei erhalten. Zwischen den Solarmodulen sollen weiterhin Pflanzen für Nahrungs- und Futtermittel wachsen. Der erzeugte Strom wird über eine Direktleitung an die „FFB PreFab“ im Hansa-Business-Park geliefert. Dabei handelt es sich um die erste Forschungsfabrik der Fraunhofer-Einrichtung Forschungsfertigung Batteriezelle.

Lebensmittel und Sonnenstrom

Oberbürgermeister Tilman Fuchs sagte: „Dieses Projekt zeigt, was möglich ist, wenn eine Stadt gemeinsam an ihrer Zukunft arbeitet. Wissenschaft, Landwirtschaft, Stadtwerke und Bürgerinnen und Bürger ziehen hier an einem Strang und machen deutlich: Fortschritt entsteht dort, wo frische Ideen auf gute Zusammenarbeit treffen.“ Sebastian Jurczyk von den Stadtwerken Münster erklärte: „Der Agri-Solarpark zeigt, dass erneuerbare Energieerzeugung und Landwirtschaft keine Gegensätze sein müssen. Hier entsteht kein Entweder-oder, sondern ein echtes Und: Die Fläche liefert Lebensmittel und Sonnenstrom zugleich.“

Regionaler Strom für die Forschung

Wie Fraunhofer FFB mitteilt, soll die Anlage auch als Forschungsplattform dienen. Untersucht werde unter anderem, wie sich Stromerzeugung und Stromverbrauch besser vorhersagen und zeitlich verschieben lassen. Ziel sei eine effizientere Energienutzung. Nach Angaben der Forschungseinrichtung werden für die Herstellung einer Kilowattstunde Batteriezellkapazität derzeit rund 20 bis 40 Kilowattstunden Energie benötigt. Der hohe Bedarf entstehe durch komplexe Fertigungsschritte und kontrollierte Produktionsbedingungen. Institutsleiter Simon Lux sagte: „Umso wichtiger ist für uns der Zugang zu regionalem Strom, damit wir diese Prozesse von Anfang an nachhaltig gestalten und den Weg zur grünen Batteriezelle ebnen.“

Module richten sich zur Sonne aus

Die Solarmodule verteilen sich auf zwei Flächen entlang der Straße Hartmannsbrook. Laut Stadtwerke Münster werden nur rund 12,7 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche überbaut. Auf dem übrigen Teil sollen unter anderem Getreide, Raps und Ackerbohnen angebaut werden. Nach Angaben der Beteiligten könnte die Anlage rechnerisch rund 1.650 Haushalte pro Jahr mit Strom versorgen. Die Module sind bodennah installiert und mit einer sogenannten 2P-Tracking-Technologie ausgestattet. Sensoren richten die Module demnach automatisch zur Sonne aus.





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