Donnerstag, 29. Oktober 2026

VKUAusbau von Großbatteriespeichern gewinnt an Dynamik

[11.06.2026] Kommunale Energieversorger treiben den Ausbau von Großbatteriespeichern voran. Eine VKU-Umfrage zeigt hohe Investitionsbereitschaft, zugleich fordert der Verband bessere Rahmenbedingungen für den weiteren Hochlauf.

Immer mehr Unternehmen setzen auf Großbatteriespeicher.

(Bildquelle: Adobe Stock)

Der Ausbau von Großbatteriespeichern gewinnt bei kommunalen Energieversorgern deutlich an Dynamik. Wie der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) auf Basis einer aktuellen Umfrage berichtet, setzen bereits elf Prozent der befragten Unternehmen konkrete Speicherprojekte um. Weitere 27 Prozent planen entsprechende Vorhaben, 46 Prozent prüfen derzeit einen Einstieg. Damit beschäftigen sich insgesamt 84 Prozent der Unternehmen mit dem Einsatz von Batteriespeichern.

Batteriespeicher sollen dazu beitragen, Strom aus Wind- und Solaranlagen bedarfsgerecht verfügbar zu machen. Speicher in direkter Verbindung mit Erneuerbare-Energien-Anlagen (Co-Location) können überschüssigen Strom vor Ort aufnehmen und zeitversetzt wieder einspeisen. Eigenständige Speicheranlagen stabilisieren zudem das Stromsystem und können den Bedarf an Netzausbau sowie kostenintensive Eingriffe in den Netzbetrieb verringern.

Netzdienlicher Einsatz

„Wichtig ist, dass die Speicher netzdienlich eingesetzt und wirtschaftlich betrieben werden können. Jetzt braucht es verlässliche Rahmenbedingungen, damit die Dynamik nicht ausgebremst wird“, sagt VKU-Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing. Der Verband warnt davor, den Ausbau zu verzögern. Andernfalls drohten steigende Systemkosten sowie zusätzliche Belastungen für Stromnetze und Verbraucher.

Aus Sicht des VKU besteht insbesondere im Baurecht Handlungsbedarf. Derzeit können Batteriespeicher im Umfeld von Umspannwerken und Kraftwerken ohne Bebauungsplan errichtet werden, allerdings nur bis zu einer Entfernung von 200 Metern. Im Rahmen der geplanten Novelle des Baugesetzbuchs fordert der Verband eine Ausweitung dieser Privilegierung auf mindestens 500 Meter.

Speicher in allen Größen

Die Projekte unterscheiden sich deutlich in ihrer Größe. Nach Angaben des VKU errichten jeweils 34 Prozent der befragten Unternehmen Speicher mit einer Leistung von einen bis fünf Megawatt (MW) beziehungsweise fünf bis zehn MW. Rund 23 Prozent planen Anlagen mit zehn bis 100 MW, weitere sieben Prozent sogar mit 100 bis 500 MW. Damit erreichen einige Projekte Leistungsgrößen, die mit konventionellen Kraftwerksblöcken vergleichbar sind.

Für rund 35 Prozent der befragten Unternehmen werden Batteriespeicher bis 2030 eine hohe oder sehr hohe Bedeutung haben. Gleichzeitig steigt der Druck auf die Stromnetze. Neben Speichern sorgen auch der Ausbau der Photovoltaik, Wärmepumpen und Lade-Infrastruktur für Elektromobilität für zusätzliche Anschlussanfragen. Bei 38 Prozent der Netzbetreiber nahm deren Zahl im Jahr 2025 zu, bei elf Prozent sogar deutlich.

Die Dauer eines Netzanschlusses variiert erheblich. Bei 27 Prozent der Unternehmen vergehen vom vollständigen Eingang der Unterlagen bis zur Inbetriebnahme weniger als sechs Monate. 42 Prozent nennen Zeiträume von sechs bis zwölf Monaten, 19 Prozent benötigen zwischen zwölf und 18 Monaten.

Zuspruch für Pläne der Bundesnetzagentur

Positiv bewertet der VKU aktuelle Überlegungen der Bundesnetzagentur im Rahmen des AgNes-Prozesses zur Reform der Netzentgelte. Demnach sollen bestehende Netzentgeltbefreiungen für neue Batteriespeicher, die bis Sommer 2029 ans Netz gehen, erhalten bleiben. Auch für Bestandsanlagen sollen neue Entgelte erst nach Auslaufen bestehender Sonderregelungen greifen. „Das schafft Planungssicherheit für Investitionen“, sagt Liebing. Kritisch sieht der Verband dagegen die geplante Beibehaltung dynamischer Netzentgelte.

Für den weiteren Ausbau fordert der VKU bundesweit einheitliche Regeln für Netzanschlüsse, verlässliche Investitionsbedingungen über das Jahr 2029 hinaus sowie digitale und einfache Prozesse für Messung, Marktintegration und Redispatch. Zudem spricht sich der Verband für eine stärkere Kombination von Batteriespeichern mit erneuerbaren Erzeugungsanlagen aus. „Die geopolitische Lage zeigt, der Umstieg auf erneuerbare Energien ist richtig“, sagt Liebing. „Batteriespeicher sind dafür unverzichtbar.“





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