DestatisErneuerbare Energien decken mehr als die Hälfte des Strombedarfs

Die Stromerzeugung im 1. Quartal 2026 stammt mehrheitlich aus erneuerbaren Quellen.
(Bildquelle: Statistisches Bundesamt)
Mehr als die Hälfte des in Deutschland erzeugten Stroms stammte im ersten Quartal 2026 aus erneuerbaren Energien. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, produzierten die Kraftwerke und Erzeugungsanlagen insgesamt 126,6 Milliarden Kilowattstunden Strom und speisten diese ins Netz ein. Das waren sechs Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
Der Anteil der erneuerbaren Energien stieg auf 53,3 Prozent. Insgesamt legte ihre Stromerzeugung gegenüber dem ersten Quartal 2025 um 13,9 Prozent auf 67,5 Milliarden Kilowattstunden zu. Im Vorjahr hatte ihr Anteil noch bei 49,6 Prozent gelegen. Die Stromerzeugung aus konventionellen Energieträgern sank dagegen um 1,8 Prozent auf 59,1 Milliarden Kilowattstunden. Ihr Anteil am Strommix verringerte sich auf 46,7 Prozent.
Den größten Beitrag zum Wachstum der erneuerbaren Energien leistete die Windkraft. Ihre Stromproduktion stieg um 28,8 Prozent auf 42,8 Milliarden Kilowattstunden und erreichte einen Anteil von 33,8 Prozent an der gesamten inländischen Stromerzeugung. Damit blieb sie der wichtigste Energieträger. Destatis weist allerdings darauf hin, dass der starke Zuwachs vor allem auf das außergewöhnlich windarme erste Quartal 2025 zurückzuführen ist. Im langfristigen Vergleich bewegte sich die Windstromproduktion Anfang 2026 auf einem durchschnittlichen Niveau.
Anders entwickelte sich die Photovoltaik. Ihre Stromerzeugung ging um 7,4 Prozent auf 10,3 Milliarden Kilowattstunden zurück. Der Anteil am Strommix sank damit von 9,3 auf 8,1 Prozent.
Bei den konventionellen Energieträgern verlor die Kohleverstromung weiter an Bedeutung. Die Erzeugung sank um 5,1 Prozent auf 30,5 Milliarden Kilowattstunden. Mit einem Anteil von 24,1 Prozent blieb Kohle dennoch der zweitwichtigste Energieträger. Die Stromproduktion aus Erdgas stieg dagegen um 3,2 Prozent auf 25,4 Milliarden Kilowattstunden. Wegen der insgesamt höheren Strommenge verringerte sich der Anteil am Strommix jedoch leicht von 20,6 auf 20 Prozent.
Parallel dazu veränderte sich der grenzüberschreitende Stromhandel deutlich. Die Importe sanken gegenüber dem Vorjahresquartal um 15,5 Prozent auf 16,4 Milliarden Kilowattstunden. Gleichzeitig stiegen die Exporte um 20,4 Prozent auf 19,5 Milliarden Kilowattstunden. Mit einem Exportüberschuss von 3,1 Milliarden Kilowattstunden war Deutschland erstmals seit dem vierten Quartal 2023 wieder Nettoexporteur von Strom über ein gesamtes Quartal.
Die Statistik erfasst alle Kraftwerke und Erzeugungsanlagen, die Strom in das öffentliche Netz einspeisen. Nicht berücksichtigt wird Strom aus Industriekraftwerken, der direkt in den Betrieben verbraucht wird. Zudem entspricht die eingespeiste Strommenge nicht dem tatsächlichen Stromverbrauch, da Netzverluste sowie Im- und Exporte berücksichtigt werden müssen.
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