Dienstag, 23. Juni 2026

HanauKommunaler Beirat soll Wärmeplan begleiten

[23.06.2026] Hanau richtet einen Kommunalen Entwicklungsbeirat ein, der die Umsetzung der kommunalen Wärmeplanung begleiten soll. Das neue Beteiligungsformat bringt Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zusammen und soll Konflikte bei der Wärmewende frühzeitig sichtbar machen.

Die Stadt Hanau richtet einen Kommunalen Entwicklungsbeirat ein, der die Umsetzung des kommunalen Wärmeplans begleiten soll.

(Bildquelle: Stadt Hanau/Moritz Göbel)

Hanau will die Umsetzung seiner kommunalen Wärmeplanung künftig mit einem Kommunalen Entwicklungsbeirat begleiten. Wie die Stadt Hanau mitteilt, hat der Magistrat beschlossen, das neue Beteiligungsgremium einzurichten.

Der Beirat soll Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zusammenbringen und den Dialog über die Wärmewende dauerhaft begleiten. Der Beteiligungsprozess startet im Herbst 2026 und konzentriert sich vor allem auf die Phase nach der Verabschiedung des kommunalen Wärmeplans.

Hintergrund ist die wachsende Bedeutung der kommunalen Wärmeplanung für Energieversorgung, Wohnkosten, wirtschaftliche Entwicklung und Klimaschutz. In Hanau ist knapp die Hälfte aller Heizungsanlagen älter als 20 Jahre und muss in den kommenden Jahren ersetzt werden. Gleichzeitig stehen Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen vor der Frage, welche Heizsysteme künftig technisch sinnvoll und wirtschaftlich tragfähig sind.

Wärmewende als gesellschaftliche Herausforderung

„Die Wärmewende ist nicht nur eine technische Aufgabe, sondern eine gesellschaftliche Herausforderung. Deshalb bringen wir frühzeitig unterschiedliche Perspektiven zusammen und sprechen gemeinsam über Lösungen“, sagt Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD). Der Entwicklungsbeirat solle Transparenz schaffen, Zielkonflikte offen diskutieren und die Umsetzung der Wärmeplanung konstruktiv begleiten.

Entwickelt und begleitet wird das Format von der Berlin Governance Platform, einer gemeinnützigen Organisation, die Beteiligungs- und Dialogprozesse für gesellschaftliche Transformationsvorhaben konzipiert und Kommunen bundesweit bei der Wärmewende unterstützt. Die Politikwissenschaftlerin Professorin Gesine Schwan gehört zu den Mitgründerinnen der Organisation. Hanau setzte sich in einem Auswahlverfahren gegen neun weitere Bewerberstädte durch. Das Pilotprojekt „Kommunale Entwicklungsbeiräte in der Wärmeplanung“ fördern die Deutsche Bundesstiftung Umwelt, die Stiftung Mercator und die Michael Otto Foundation for Sustainability.

Schwan unterstreicht die Bedeutung solcher Formate: „Gerade bei Zukunftsfragen wie der Wärmewende braucht es Räume, in denen unterschiedliche Interessen frühzeitig zusammengebracht werden. Kommunale Entwicklungsbeiräte können helfen, Vertrauen aufzubauen und tragfähige Lösungen gemeinsam zu entwickeln.“

Erarbeitung von Empfehlungen

Der Beirat soll aus 30 bis 40 Personen bestehen und zwischen Herbst 2026 und Frühjahr 2027 viermal tagen. Die Zusammensetzung und die Aufgaben werden mit den politischen Gremien abgestimmt. Das Gremium selbst trifft keine verbindlichen Entscheidungen, sondern erarbeitet Empfehlungen für die politische Beratung und Beschlussfassung.

Die Berlin Governance Platform übernimmt die Moderation, organisiert den Prozess, bereitet Beteiligungsveranstaltungen vor, begleitet die Öffentlichkeitsarbeit und sichert die Qualität des Verfahrens.

Nach Angaben der Stadt knüpft der Entwicklungsbeirat an bestehende Beteiligungsformate an. Bereits in den vergangenen Monaten fanden Abstimmungen innerhalb der Verwaltung sowie Gespräche mit Fachakteuren statt, darunter die Industrie- und Handelskammer, die Kreishandwerkerschaft, Energieberaterinnen und Energieberater sowie das Schornsteinfegerhandwerk. Während der Offenlage des kommunalen Wärmeplans sind weitere Informations- und Dialogveranstaltungen für die Öffentlichkeit geplant.





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