PotsdamVerlängerung von Projekt zur Tiefengeothermie

EWP und GFZ haben jetzt eine vierjährige Kooperation zur Erschließung von tiefengeothermischer Ressourcen geschlossen.
v.l.: Tristan Grüttner, Manager Infrastrukturprojekte der EWP; Til Boehme, Senior Manager Wärme- und Energiewendeprojekte der EWP; Lars-Christian Klinnert, Administrativer Vorstand GFZ; Prof. Dr. Susanne Buiter, Wissenschaftliche Vorständin GFZ; Monty Balisch, kaufmännischer Geschäftsführer der EWP; Carsten Schulte, technischer Geschäftsführer der EWP; Dr. habil. Sven Fuchs, Arbeitsgruppenleiter Hydrothermale Energie, Sektion Geoenergie, GFZ
(Bildquelle: Energie und Wasser Potsdam GmbH (EWP))
EWP und GFZ haben jetzt eine vierjährige Kooperation zur Erschließung von tiefengeothermischer Ressourcen geschlossen.
v.l.: Tristan Grüttner, Manager Infrastrukturprojekte der EWP; Til Boehme, Senior Manager Wärme- und Energiewendeprojekte der EWP; Lars-Christian Klinnert, Administrativer Vorstand GFZ; Prof. Dr. Susanne Buiter, Wissenschaftliche Vorständin GFZ; Monty Balisch, kaufmännischer Geschäftsführer der EWP; Carsten Schulte, technischer Geschäftsführer der EWP; Dr. habil. Sven Fuchs, Arbeitsgruppenleiter Hydrothermale Energie, Sektion Geoenergie, GFZ
(Bildquelle: Energie und Wasser Potsdam GmbH (EWP))
Energie und Wasser Potsdam (EWP) und das GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung haben einen Projektvertrag zur geothermischen Erschließung weiterer Standorte in Potsdam unterzeichnet. Wie EWP mitteilt, startet damit eine auf vier Jahre angelegte Zusammenarbeit im Rahmen des Programms „Wärme mit Geothermie“, das die Nutzung hydrothermaler Geothermie für die Wärmeversorgung der Landeshauptstadt ausbauen soll.
Ziel ist es, das geothermische Potenzial Potsdams systematisch zu erschließen und dauerhaft in die kommunale Wärmeversorgung einzubinden. Das GFZ übernimmt wissenschaftliche Aufgaben wie Exploration, Reservoirerschließung, Bewirtschaftung und Monitoring. EWP verantwortet als Projektträgerin die Gesamtplanung, die Investitionen, die technische Umsetzung sowie die Integration der Anlagen in das städtische Wärmenetz. Zudem trägt das Unternehmen die wirtschaftliche Verantwortung für Infrastruktur, Anlagenbau und Netzintegration. Der Vertrag läuft bis Ende 2029.
Nach Angaben von EWP liefert das erste große Geothermieprojekt an der Heinrich-Mann-Allee bereits einen Eindruck vom Potenzial der Technologie. Die Anlage soll künftig mehr als vier Megawatt thermische Leistung in das Wärmenetz einspeisen und damit über 6.000 Haushalte versorgen. „Die Zusammenarbeit mit dem GFZ und deren Expertise ermöglicht es uns, dieses Erfolgskonzept auf weitere Standorte zu übertragen“, sagt EWP-Technikgeschäftsführer Carsten Schulte.
Das GFZ gilt als nationales Forschungszentrum für die Geowissenschaften und verfügt über umfangreiche Erfahrung bei Tiefengeothermieprojekten. Wissenschaftliche Vorständin Professorin Susanne Buiter sieht in der Kooperation eine enge Verbindung von Forschung und Praxis. Die Nutzung von Erdwärme könne einen wichtigen Beitrag zur Wärmewende leisten, zudem seien die geologischen Voraussetzungen in der Region günstig.
Professor Ingo Sass, Leiter der GFZ-Sektion Geoenergie und Projektleiter auf Seiten des Forschungszentrums, verweist auf die besonderen geologischen Bedingungen. Als Teil des Norddeutschen Beckens verfüge Berlin-Brandenburg über mindestens ein halbes Dutzend hydrothermaler Schichten. In Potsdam könnten erstmals mehrere Reservoirhorizonte erschlossen und genutzt werden. Das hätte nach seiner Einschätzung Signalwirkung weit über die Region hinaus.
Die Geothermie ist Teil einer umfassenden Umbaustrategie der Potsdamer Wärmeversorgung. EWP plant insgesamt acht Tiefengeothermieprojekte, um das seit 1995 betriebene Heizkraftwerk schrittweise zu ersetzen. Bis 2030 soll der erste Ablösungsschritt abgeschlossen sein. Künftig soll die Wärme dezentral an mehreren Standorten erzeugt werden. Neben Tiefengeothermie setzt EWP dabei auf Flusswasserwärme sowie ergänzend auf Blockheizkraftwerke und Power-to-Heat-Anlagen. Ziel ist eine langfristig sichere, unabhängige und bezahlbare Wärmeversorgung.
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