Mittwoch, 8. Juli 2026

HamburgCO2-Bilanz vorgelegt

[08.07.2026] Hamburg hat erstmals eine CO2-Schätzbilanz bereits sechs Monate nach Ende des Bilanzjahres vorgelegt. Die vorläufigen Daten zeigen für 2025 einen Anstieg der Emissionen und sollen die Steuerung der Klimapolitik deutlich beschleunigen.

Im Vergleich zum Basisjahr 1990 liegen die CO2-Emissionen der Freien und Hansestadt Hamburg im Jahr 2025 um 41,3 Prozent niedriger.

(Bildquelle: Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft)

Die Freie und Hansestadt Hamburg hat erstmals eine CO2-Schätzbilanz bereits sechs Monate nach Abschluss eines Bilanzjahres veröffentlicht. Wie die Stadt mitteilt, weist die Bilanz für 2025 CO2-Emissionen von 12,037 Millionen Tonnen aus. Gegenüber 2024 stiegen die Emissionen um 2,6 Prozent, im Vergleich zum Basisjahr 1990 liegen sie jedoch weiterhin um 41,3 Prozent niedriger.

Grundlage der neuen Bilanz ist das geänderte Hamburgische Klimaschutzgesetz. Die Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA) erstellte die Schätzung gemeinsam mit dem Statistikamt Nord auf Basis einer extern beauftragten Energiebilanz. Das Verfahren kombiniert bereits verfügbare Daten mit einem ökonometrischen Prognosemodell, das Hamburg-spezifische Rahmenbedingungen berücksichtigt. Der Hybrid-Ansatz entspricht der seit Jahren auf Bundesebene eingesetzten Methodik.

Nach Angaben des Senats geht der Emissionsanstieg vor allem auf die kältere Witterung im Jahr 2025 zurück. Dadurch stieg der Energieverbrauch für Fernwärme und Erdgas. Hinzu kamen eine leichte wirtschaftliche Erholung mit höherer Produktionsleistung sowie die fortschreitende Elektrifizierung des Straßenverkehrs, die den Stromverbrauch erhöhte.

Die fortschreitende Dekarbonisierung von Strom und Fernwärme konnte den höheren Energiebedarf nur teilweise ausgleichen. Für den Bundesstrommix unterstellt die Schätzbilanz eine Verbesserung der Emissionsintensität um rund 1,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bei der Hamburger Fernwärme fiel die Verbesserung deutlich stärker aus. Verstärkte Abwärmenutzung aus der Industrie sowie aus der Müllverwertungsanlage Borsigstraße verringerte den Kohleeinsatz in der Wärmeversorgung. Dadurch sanken die Emissionen je Kilowattstunde Fernwärme gegenüber 2024 um rund 13 Prozent.

Der Senat nutzt die Schätzbilanz nach eigenen Angaben für die Nachsteuerung der Klimaziele 2030. Derzeit untersucht er die Ursachen der Emissionsentwicklung, prüft zusätzliche Rahmenbedingungen auf Bundes-, EU- und Landesebene und erarbeitet Maßnahmen für die Klimaziele 2040. Diese sollen in die dritte Fortschreibung des Hamburger Klimaplans einfließen.

Die nun veröffentlichte Schätzbilanz hat noch keine unmittelbaren rechtlichen Folgen. Sie dient dazu, die Einhaltung der neuen gesetzlichen Jahresemissionsgesamtmengen frühzeitig zu überprüfen. Die amtliche Verursacherbilanz für 2025 wird dem Statistikamt Nord voraussichtlich im Frühjahr 2027 vorliegen. Anschließend sollen die Ergebnisse mit der Schätzbilanz abgeglichen und die Methodik weiterentwickelt werden.



Stichwörter: Klimaschutz, CO2-Bilanz, Hamburg


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