EnergiekommuneHermeskeil plant Ausbau der Nahwärme

In Hermeskeil soll die Abwärme einer örtlichen Biogasanlage künftig effizienter genutzt werden, um weitere Privathaushalte über das Nahwärmenetz zu versorgen.
(Bildquelle: BGA Eiden GmbH)
Die rheinland-pfälzische Verbandsgemeinde will Stromerzeugung, Wärmeversorgung und Landwirtschaft stärker miteinander verbinden. Dafür wurde Hermeskeil von der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) im Oktober 2026 zur Energie-Kommune gekürt. Geplant sind eine Solaranlage auf landwirtschaftlichen Flächen und der Ausbau des örtlichen Nahwärmenetzes.
Wind und Sonne
In der Verbandsgemeinde gibt es 37 Windenergieanlagen. Hinzu kommen Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von mehr als 30 Megawatt-Peak. Photovoltaik bezeichnet die Erzeugung von Strom aus Sonnenlicht. Der Begriff „Megawatt-Peak” gibt die Spitzenleistung von Solaranlagen unter festgelegten Testbedingungen an.
Laut AEE profitiere die lokale Wirtschaft direkt vom neu errichteten Windpark Bescheid Süd durch erneuerbaren Strom. Ein Solidarvertrag beteiligt auch benachbarte Ortsgemeinden, die über keine eigenen Anlagen verfügen.
Bereits im Jahr 2023 erarbeitete die Stadt Hermeskeil als erste Kommune im Landkreis Trier-Saarburg ein integriertes Klimaschutzkonzept. Ein kostenloser elektrischer Bürgerbus soll den Verkehr entlasten. Ein kommunales Förderprogramm unterstützt zudem private Maßnahmen. Dazu zählen Balkonsolaranlagen, Batteriespeicher und sparsame Haushaltsgeräte.
Mit der geplanten Anlage „Energie Alm Hochwald” sollen landwirtschaftliche Flächen doppelt genutzt werden: für die Landwirtschaft und für die Stromerzeugung. Dieses Verfahren wird als Agri-Photovoltaik (Agri-PV) bezeichnet.
Wärme vor Ort
Grundlage für den Ausbau der Wärmeversorgung ist die kommunale Wärmeplanung, die im Jahr 2026 abgeschlossen wurde. Künftig soll die Abwärme einer örtlichen Biogasanlage effizienter genutzt werden. Zudem soll die Anlage flexibler arbeiten. Sie soll dann Strom und Wärme bereitstellen können, wenn der Bedarf im Netz besonders hoch ist.
Für den Bau neuer Wärmeleitungen will die Stadt Hermeskeil anstehende Sanierungsarbeiten in der Fußgängerzone nutzen. Im Zuge dessen sollen weitere Privathaushalte an das Nahwärmenetz angeschlossen werden.
Anika Schwalbe, Geschäftsführerin des AEE, begründet die Auszeichnung mit dem Zusammenspiel der verschiedenen Maßnahmen: „Die Verbandsgemeinde Hermeskeil demonstriert eindrucksvoll, wie die Energiewende im ländlichen Raum gelingt. Durch die Doppelnutzung landwirtschaftlicher Flächen, Bürger*innenbeteiligungen und den vorausschauenden Infrastrukturausbau wird Klimaschutz direkt vor Ort spürbar und stärkt die regionale Wertschöpfung.“
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