Dienstag, 9. Juni 2026

ÜNBAbruf der Winterreserve

[23.11.2015] Eine seit elf Tagen anhaltende Windfront hat die vier Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) dazu veranlasst, erstmals die Winterreserve abzurufen, um die Stromnetze zu stabilisieren.

Seit dem 9. November 2015 rufen die vier Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) 50Hertz, Amprion, Tennet und TransnetBW erstmals für den Winter gesicherte Reservekapazität ab. Die Winterreserve dient der Stabilisierung des Stromnetzes. Wie die ÜNB mitteilen, ist die Ursache für den Abruf die seit elf Tagen anhaltende Windfront. Diese hat zu hohen Windeinspeisungen von mehr als 30.000 Megawatt (MW) geführt. In Abhängigkeit von den Einspeiseprognosen seien täglich zwischen 200 und 2.200 MW Reservekapazität abgerufen worden. Der Hintergrund: In den Wintermonaten kommt es bei starker Windeinspeisung und in Verbindung mit einer hohen Last zu besonders starken Belastungen des Stromnetzes. Grund ist das Nord-Süd-Gefälle zwischen Stromerzeugung und Stromverbrauch in Deutschland. Das Gefälle führe, solange das Netz nicht entsprechend ausgebaut ist, zu extrem starken Belastungen des Höchstspannungsnetzes. Um die Systemstabilität auch in dieser Zeit zu gewährleisten, sichern die vier ÜNB in Absprache mit der Bundesnetzagentur seit dem Winter 2011/2012 Reservekapazitäten für die Wintermonate. Mit dem weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien sei dieser Bedarf jeden Winter angestiegen. Während die ÜNB für den vergangenen Winter noch gut 3.500 Megawatt gesichert hatten, sind es für diesen Winter mehr als 7.500 MW.





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