Freitag, 20. März 2026

DarmstadtAusbau der Solarenergie

[09.02.2022] Mit einer Vielzahl an Projekten baut die Wissenschaftsstadt Darmstadt die Solarenergie im Stadtgebiet weiter aus. Darmstadts Oberbürgermeister Jochen Partsch (Bündnis 90/Die Grünen) hat jetzt einige dieser Projekte vorgestellt.

Der Magistrat der Wissenschaftsstadt Darmstadt bringt den Ausbau von Solarenergie im Stadtgebiet weiter voran. Wie die Stadt mitteilt, unterstreichen dies derzeit zahlreiche Projekte, vor allem im Bereich der Schulbausanierung und im Bereich des Bürgerparks.
Darmstadts Oberbürgermeister und Wirtschaftsdezernent Jochen Partsch (Bündnis 90/Die Grünen) erklärt: „Gerade im Bereich des Bürgerparks, an den eine Vielzahl von städtischen Gebäuden anschließt, werden aktuell im Rahmen der Bauprojekte neue Solaranlagen konzipiert beziehungsweise in Betrieb genommen. Gebäude wie das neue Nordbad, (99 Kilowatt Peak (kWp) mit einer zusätzlichen Erweiterungsfläche von 60 kWp), die Bertolt-Brecht-Schule (geplant rund 158 kWp), die Ernst-Elias-Niebergall-Schule (geplant mit rund 158 kWp) und die Christoph-Graupner-Schule mit rund 118 kWp sind hier beispielhaft zu nennen. Hier wird eine Gesamtleistung von rund 425 kWp bis 2025 ans Netz gehen. Diese Schulen und Gebäude speisen den gewonnenen Strom zukünftig in die vorhandene Ringleitung des Bürgerparks ein und können somit städtische Gebäude, die keine Photovoltaikanlage haben, mit entsprechender Energie versorgen. Insgesamt sind bis zum Jahr 2025 derzeit acht Anlagen mit 710 kWp Leistung in der Planung und Umsetzung. Weitere Anlagen werden entsprechend folgen. Der Magistrat sieht es dabei als zwingend erforderlich an, dass die Anzahl der Solaranlagen auf städtischen Gebäuden weiter erhöht werden muss, auch wurde in der Vergangenheit bei jeder Sanierung abgewogen, ob die Gebäude für Solarenergie geeignet sind.“

Labor für den Nachwuchs

Angaben Darmstadts zufolge erfolgte diese Prüfung auch für die Planung und den Bau des Berufsschulzentrums Nord (BSZN), das sich kurz vor der Fertigstellung des zweiten Bauabschnitts und dem Beginn des letzten Bauabschnitts befindet: „Über das Berufsschulzentrum Nord ist lange Jahre diskutiert worden und wir sind sehr zufrieden mit dem guten Baufortschritt dieser modernen Berufsschule, an der wir ebenfalls eine Solaranlage installieren“, erläutert Partsch. „Die auf den ersten Blick geringere Bestückung mit Solaranlagen am Berufsschulzentrum Nord liegt an den nicht zusätzlich belastbaren Deckenkonstruktionen. Hinzu kommen extreme Höhenversprünge in der Dachlandschaft. Themen wie Wartung und Begehbarkeit von Dachflächen erhöhen zusätzlich die Anforderungen der potenziellen Dachflächen. Auf dem noch zu sanierenden dritten Riegel des BSZN wird dennoch eine Anlage errichtet, die gemeinsam mit dem Kollegium der Heinrich-Emanuel-Merck Schule für Unterrichtszwecke konzipiert und geplant wurde. Ziel dieser Anlage ist es, den Schülern hier ein Labor zu bieten, in dem die Anwendung von erneuerbarer Energie bewertet und beobachtet werden kann und wir so junge Praktikerinnen und Praktiker gewinnen, die künftig die solare Energiewende auf die Dächer bringen. Eine höhere Auslastung der Dachkonstruktion am Berufsschulzentrum Nord wurde eingehend geprüft, auch mit Expertinnen und Experten der Entega, und aufgrund der genannten Situation derzeit nicht realisiert.“

Erhalt von grauer Energie

Darüber hinaus sei Klimaschutz auch nicht auf die Installation von Solaranlagen zu reduzieren, erklärt der OB: „Klimaschutz ist auch der Erhalt von vorhandener Bausubstanz und dadurch der Erhalt von grauer Energie, eine Investition in Leitungssysteme und Infrastruktur, wie im Projekt Berufsschulzentrum Nord. Darüber hinaus werden solche Projekte immer wieder auf den Prüfstand gestellt. Konkret wird im Berufsschulzentrum Nord, ohne den Bauablauf zu verzögern, mit der Expertise der entsprechenden Fachleute die Entwicklung auf dem Solarmodulanbietermarkt genau beobachtet, um jede mögliche Dachfläche, auch wenn sie nach heutigem Stand der Technik nur schwer als Photovoltaikdach zu nutzen sind, immer wieder in den Fokus zu rücken.“ Ziel sei es, hier zusätzliche Potenziale zu heben. Gerade die rasante Entwicklung in diesem Sektor eröffnet gegebenenfalls künftig neue Möglichkeiten, so Partsch.
Über den Stand der Klimaschutz- und Sanierungsmaßnahmen der städtischen Gebäude wird im Laufe des ersten Quartals 2022 informiert.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Politik

Naturstrom: Umfrage zur Energiepolitik veröffentlicht

[18.03.2026] Eine große Mehrheit der Bevölkerung bewertet die Energiepolitik der Bundesregierung negativ und lehnt zentrale Reformpläne ab. Die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage zeigen wachsende Skepsis gegenüber Solar- und Heizungsentscheidungen – mit möglichen Folgen für Investitionen und Akzeptanz der Energiewende. mehr...

Hauptverwaltung des Energieversorgers Badenova in Freiburg mit moderner Glasfassade, Eingangsbereich und Skulptur vor dem Gebäude.

Badenova: Forderungskatalog nach Landtagswahl

[13.03.2026] Nach der Landtagswahl 2026 in Baden-Württemberg fordert der Energieversorger Badenova ein schnelleres Vorgehen bei der Energie- und Wärmewende. Das kommunale Unternehmen hat dazu ein Papier mit zwölf Punkten vorgelegt. Darin geht es unter anderem um Finanzierung, Genehmigungen, Wärmenetze und den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft. mehr...

KRITIS-Gipfel: Forderung nach stärkerer Resilienz

[11.03.2026] Energieverbände fordern eine stärkere Ausrichtung auf Resilienz und Schutz Kritischer Infrastrukturen in Deutschland. Anlass war der erste KRITIS-Gipfel, der gestern in Berlin stattfand. Dort berieten Vertreter der Branche, der Politik und der Bundeswehr über neue Bedrohungslagen und konkrete Schutzmaßnahmen. mehr...

Bundesverband Solarwirtschaft: Frontalangriff auf die Energiewende

[03.03.2026] Ein geleakter Entwurf zur Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes sieht die Streichung der Förderung für neue private Solaranlagen und eine Pflicht zur Direktvermarktung vor. Die Solarbranche warnt vor massiven Folgen für Investitionen, Arbeitsplätze und die Klimaziele. mehr...

bericht

Gebäudemodernisierungsgesetz: Städte sehen Hürden

[02.03.2026] Die ostdeutschen Städte arbeiten an der Wärmewende. Nun liegen Eckpunkte für ein neues Gebäudemodernisierungsgesetz vor. Der Deutsche Städtetag begrüßt die Einigung, sieht jedoch noch offene Fragen und warnt vor Risiken für Investitionen und Klimaziele. mehr...

Baden-Württemberg: 22 Windpark-Projektierer warnen vor Aus von Windenergie

[02.03.2026] 22 Windpark-Projektierer aus dem Südwesten warnen vor einem faktischen Aus für neue Anlagen in Baden-Württemberg. Sie sehen den Ausschreibungsmechanismus des EEG als Ursache und drängen die Bundesregierung zu raschen Korrekturen. mehr...

Gebäudemodernisierungsgesetz: Kritik und Lob von Branchenverbänden

[26.02.2026] Das neue Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) setzt auf eine Grüngasquote, eine entfristete Bio-Treppe und stärkere Förderung für Fernwärmenetze. Verbände aus der Energie- und Wärmewirtschaft begrüßen den Kurswechsel, warnen aber vor Preisrisiken, fehlender Planungssicherheit und offenen Detailfragen. mehr...

Baden-Württemberg: Land stellt 50 Millionen Euro für Elektrolyseure bereit

[25.02.2026] Baden-Württemberg startet die zweite Runde seines Förderprogramms für Elektrolyseure und stellt weitere 50 Millionen Euro für die regionale Wasserstofferzeugung bereit. Das Umweltministerium reagiert damit auch auf fehlende Vorgaben des Bundes und will den Aufbau lokaler Wasserstoff-Hubs beschleunigen. mehr...

Speicherbranche: Kritik an AgNes-Prozess

[24.02.2026] Die geplante Neuordnung der Netzentgelte im AgNes-Prozess stellt die bisherige Befreiung von Stromspeichern infrage. Vertreter der Speicherbranche warnen, dass ohne Vertrauensschutz Milliardeninvestitionen und bis zu 16 GW Batteriespeicherleistung auf der Kippe stehen. mehr...

Sachsen-Anhalt: Resilienz-Stab zum KRITIS-Schutz eingerichtet

[24.02.2026] Sachsen-Anhalt richtet einen ressortübergreifenden Resilienz-Stab zum Schutz Kritischer Infrastrukturen ein. Das neue Gremium soll angesichts wachsender Risiken durch Extremwetter, Cyber-Angriffe und hybride Bedrohungen die Krisenvorsorge des Landes neu ordnen. mehr...

Hamburg: Firmen warnen vor Netzplänen

[23.02.2026] Mehr als 20 Energieunternehmen aus Hamburg wenden sich gegen das vom Bundeswirtschaftsministerium geplante „Netzpaket“. Sie befürchten Nachteile für den Ausbau erneuerbarer Energien und für den Standort. In einem Brief an die Hamburger CDU fordern sie eine Kehrtwende. mehr...

Berlin: Gesetzentwurf zum besseren Schutz von KRITIS

[23.02.2026] Der Berliner Senat will das Datenschutz- und Sicherheitsrecht anpassen, um Kritische Infrastruktur besser vor Anschlägen zu schützen. Hintergrund sind gezielte Attacken auf die Stromversorgung; der Gesetzentwurf soll moderne Schutztechnik rechtlich absichern und Informationsrisiken begrenzen. mehr...

VKU/BDEW: Stellungnahme zum Diskussionspapier der Bundesnetzagentur

[19.02.2026] Die Branchenverbände VKU und BDEW haben sich jetzt jeweils zum Diskussionspapier der Bundesnetzagentur zu möglichen Einspeisenetzentgelten positioniert. Beide Verbände begrüßen Reformschritte bei den Stromnetzentgelten, lehnen dynamische Einspeiseentgelte jedoch ab. mehr...

Bundesnetzagentur: Orientierungspunkte für Einspeiseentgelte vorgelegt

[19.02.2026] Die Bundesnetzagentur hat jetzt Orientierungspunkte für Einspeiseentgelte vorgelegt. Daraus geht hervor, dass die Behörde Stromerzeuger ab 2029 systematisch an den Netzkosten beteiligen und dafür ein Kapazitätsentgelt sowie dynamische Einspeiseentgelte einführen will. mehr...

bericht

Solarenergie: Verstärkte Investitionen gefragt

[16.02.2026] Solarenergie ist die günstigste und populärste Art der Stromerzeugung. Bis 2030 soll die bundesweit installierte Solarleistung noch einmal nahezu verdoppelt werden. Wie gestaltet sich die Energiewende in Photovoltaik, Speichern und Solarthermie? mehr...