Internet der DingeBetriebssystem von Siemens

Das Internet der Dinge wird auch für Energieversorger und Netzbetreiber eine immer größere Rolle spielen.
(Bildquelle: Siemens AG)
Das Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) wird auch für Energieversorger und Netzbetreiber eine immer größere Rolle spielen. Im Zuge der Digitalisierung wird es notwendig sein, zusätzliche Geräte wie Schutz- und Automatisierungsgeräte in den Netzen zu installieren. Sie über ihren Lebenszyklus hinweg effizient und optimiert betreiben und durch Datenanalytik zusätzlichen Wert für den Energieversorger erschließen zu können, erfordert ausgefeilte IoT-Technologien. Deshalb hat Siemens die Plattform-Technologie MindSphere for Energy in den Mittelpunkt des Messeauftritts auf der European Utility Week 2017 (3. bis 5. Oktober 2017, Amsterdam) gestellt.
Bessere Transparenz von Energieanlagen
Mit dem cloudbasierten, offenen Betriebssystem für das Internet der Dinge will der Technologie-Konzern die Entwicklung und Installation von Applikationen erleichtern, die beispielsweise die Transparenz von Energieanlagen verbessern sowie Datenanalytik und optimierte energiewirtschaftliche Geschäftsprozesse ermöglichen. Bereits heute seien zahlreiche Anwendungen, die auf der Smart-Grid-Applikationsplattform EnergyIP von Siemens laufen, für MindSphere verfügbar. Dazu zählen nach Angaben von Siemens unter anderem Applikationen für das Zählerdaten- und dezentrale Energie-Management sowie verschiedene Applikationen zur Datenanalyse, beispielsweise zur Lastprognose im Netz oder zum Aufspüren von Netzverlusten. Darüber hinaus gebe es EnergyIP-Applikationen für das Netzausfall-Management oder für das Management der Geräte und Systeme in Umspannstationen.
#bild2 Thomas Zimmermann, Leiter der Geschäftseinheit Digital Grid bei Siemens, erklärte vor Pressevertretern in Amsterdam, dass 97 Prozent der verfügbaren Daten im Bereich der Energiewirtschaft heute nicht genutzt werden. Diese Daten wolle Siemens mit MindSphere for Energy verfügbar machen. „Energie-Management-Applikationen, die zuverlässig auf EnergyIP laufen, werden genauso auch auf MindSphere laufen. Dies schafft zusätzlichen Mehrwert für unsere Kunden, denn sie können dann Netzzustandsdaten mit Daten anderer Anwendungsfelder einfacher kombinieren, etwa in der Stromerzeugung, in der Industrie und überall dort, wo MindSphere in Zukunft eingesetzt wird,“ sagte Zimmermann.
Daten sind der neue Rohstoff
Die Evolution des Energiesystems sei in vollem Gange und Daten seien der neue Rohstoff für die Energieversorger, gab sich der Siemens-Manager überzeugt. „Nur mit innovativen IoT-Technologien können unsere Kunden aus den Daten geschäftlichen Nutzen ziehen. Dafür entwickeln wir die richtigen Applikationen und setzen dabei auf Standardprotokolle. So halten wir die Plattform flexibel und gleichzeitig offen für Entwickler von Drittanbietern entlang unserer eigenen Anwendungen.“
MindSphere for Energy biete ein umfangreiches IoT-Portfolio aus Software und digitalen Dienstleistungen für Energieversorger. Siemens habe ein exzellentes Domain-Wissen, um alle Geräte, Systeme und Anlagen in Energienetzen an MindSphere anschließen zu können. Das Unternehmen wirbt mit einer besonderen Breite des Angebots: Durchgängige Lösungen für Sektorkopplung und branchenübergreifende Anwendungsfelder seien ebenso möglich wie intelligente E-Mobility-Verbund-Lösungen oder die Integration in die Fabrikautomatisierung. Als offene Plattform stehe MindSphere auch Drittanbietern zur Verfügung, um Applikationen zu entwickeln.
Erste MindApp für die Energiewirtschaft
Ein Beispiel dafür zeigte die Omnetric Group auf der European Utility Week. Das Gemeinschaftsunternehmen von Siemens und Accenture hat zusammen mit dem österreichischen Energieversorger KELAG (Kärntner Elektrizitäts-Aktiengesellschaft) die erste MindSphere-App für die Energiewirtschaft konzipiert. Die Applikation OMNETRIC Planning and Outage Intelligence (PnOI) wurde von Datenwissenschaftlern, Elektroingenieuren und IT-Experten entwickelt. Die Lösung unterstützt Energieversorger dabei, die Betriebsmittelplanung und das Ausfall-Management zu verbessern sowie den wirtschaftlichen Erfolg zu steigern.
Für die Entwicklung der Applikation wurden die Netzdaten des Verteilnetzbetreibers KNG analysiert und mit öffentlich verfügbaren Umweltdaten kombiniert. Anhand der dadurch gewonnenen Erkenntnisse wurden neue statistische Modelle zur Vorhersage von Ausfällen entwickelt, die laut Omnetric eine 90-prozentige Genauigkeit haben. Diese statistischen Modelle seien grundlegende Bestandteile von OMNETRIC Planning and Outage Intelligence. Mithilfe der App könnten die Unternehmen präziser über den richtigen Wartungszeitpunkt bestimmter Netzbetriebsmittel entscheiden, den Netzbetrieb verbessern und letztlich besser fundierte Entscheidungen zur Investitionsplanung treffen.
Auch Siemens stellte in Amsterdam eine neue MindSphere-Applikation vor. Die Siprotec-5-Schutzgeräte werden bis Mitte 2018 mit einer MindSphere-Schnittstelle ausgestattet. Über diese integrierte Schnittstelle können nach Angaben von Siemens die Messwerte und Netzzustandsgrößen zum Beispiel einer MindSphere-Applikation für das Asset-Management zugeführt werden. Auf Basis der von den Schutzgeräten erfassten Daten könne beispielsweise eine Applikation für das Monitoring von Leistungsschaltern realisiert werden.
Civitas Connect: Offene digitale Basisinfrastrukturen
[20.07.2026] Ein offener Brief fordert, bestehende offene Daten- und Integrationsplattformen stärker in die föderalen Digitalstrukturen einzubinden. Laut Initiator Civitas Connect richtet sich die Initiative an Bund, Länder und weitere zuständige Gremien. Kommunen, öffentliche Unternehmen und andere Organisationen können sich der Erklärung bis Ende September anschließen. mehr...
cortility: SAP-Umstellung bleibt eine Herausforderung
[17.07.2026] Mit dem Ende des Supports für SAP R/3 Ende 2027 wächst der Zeitdruck für Energieversorger. Nach Einschätzung des IT-Dienstleisters cortility werden jedoch zahlreiche Unternehmen den Termin nicht einhalten können. mehr...
enercity: Test für KI-Energie-Assistenten
[16.07.2026] enercity hat die Testphase eines KI-Energie-Assistenten gestartet, der Kundinnen und Kunden die Verwaltung ihres Energievertrags direkt über ChatGPT ermöglichen soll. Nach Angaben des Unternehmens können unter anderem Vertragsdaten eingesehen, Rechnungen abgefragt und Zählerstände übermittelt werden. mehr...
Stadtwerke Baden-Baden: Neue GIS-Plattform für alle Versorgungssparten
[10.07.2026] Die Stadtwerke Baden-Baden stellen ihre Geoinformations- und Netzsysteme schrittweise auf eine neue webbasierte Plattform um. Nach Angaben von VertiGIS soll damit eine integrierte Arbeitsumgebung für die Sparten Strom, Gas, Wasser und Fernwärme entstehen. mehr...
Mahnwesen: Lücke im SAP-System
[09.07.2026] Stadtwerke, die SAP im Mahnwesen einsetzen, müssen Mahngebühren manuell verbuchen. Das kostet wertvolle Arbeitszeit und birgt die Gefahr von Fehlbuchungen und Compliance-Risiken. Eine SAP-basierte Erweiterung automatisiert den Prozess und beseitigt diese Schwachstelle. mehr...
cortility: Einfacher Lieferantenwechsel
[08.07.2026] Der IT-Dienstleister cortility hat eine Software vorgestellt, die Energieversorger beim seit 2025 geltenden 24-Stunden-Lieferantenwechsel unterstützen soll. mehr...
dena: Data Spaces für die Energiewende
[02.07.2026] Rund 50 Akteure aus der Energie- und Digitalwirtschaft sprechen sich für den Aufbau von Data Spaces aus. Nach Angaben der Deutschen Energie-Agentur (dena) sollen standardisierte Datenräume den sicheren Datenaustausch erleichtern, die Energiewende unterstützen und die digitale Souveränität in Deutschland und Europa stärken. mehr...
Dresden: Energielotse überarbeitet
[30.06.2026] Dresden hat seinen Digitalen Energielotsen grundlegend überarbeitet und um neue Funktionen erweitert. Die Online-Plattform soll Bürgerinnen und Bürger bei Entscheidungen zu Heizung, Wärmeversorgung und Fördermitteln im Rahmen der kommunalen Wärmeplanung unterstützen. mehr...
Mannheim: Kläranlage erhält digitales Prozessleitsystem
[26.06.2026] Die Mannheimer Kläranlage arbeitet künftig mit einem durchgängigen digitalen Prozessleitsystem. Die Modernisierung soll die Betriebssicherheit erhöhen, Ressourcen sparen und die Anlage auf strengere Vorgaben in der Wasserwirtschaft vorbereiten. mehr...
Advertorial: Das Zusammenspiel entscheidet
[25.06.2026] Stadtwerke stehen vor einer neuen Phase der Digitalisierung: Kundenerwartungen steigen, IT-Landschaften werden komplexer, Fachwissen geht verloren. Operative Handlungsfähigkeit zu erhalten und sich gleichzeitig zukunftsfähig aufzustellen, wird zur obersten Priorität. mehr...
deeeper.technology: Start von KI-Plattform
[24.06.2026] Das Unternehmen deeeper.technology hat mit den Deeeper Energy Maps eine KI-Plattform gestartet, die Energiedaten gebündelt auf einer interaktiven Karte darstellt. Die Lösung soll Projektentwicklern und Beratern die Standortbewertung deutlich erleichtern. mehr...
Kisters: Plattform für Steuerbarkeitstests
[23.06.2026] Netzbetreiber müssen jährlich die Steuerbarkeit von Erzeugungsanlagen prüfen und die Ergebnisse an die Übertragungsnetzbetreiber melden. Der Softwareanbieter Kisters hat seine Redispatch-2.0-Plattform dafür erweitert. mehr...
Interview: Tief integrierte Systeme
[16.06.2026] Künstliche Intelligenz eröffnet neue Möglichkeiten für Automatisierung und effizientere Prozesse. Andreas Weber von Kraftwerk Software erklärt im Interview, warum KI erst dann ihr volles Potenzial entfaltet, wenn sie in die Systemarchitektur integriert ist. mehr...
FairEnergie: Umstieg auf Intense-Lösung
[09.06.2026] FairEnergie ersetzt seine bisherige SAP-IS-U-Landschaft durch die cloudbasierte Plattform TENTAC auf Basis von SAP S/4HANA Utilities. Der Reutlinger Versorger setzt dabei auf Standardprozesse und integrierte Abläufe, um Kosten zu senken und kundenbezogene Prozesse zu vereinfachen. mehr...
GISA: GASAG senkt Cloud-Kosten
[08.06.2026] Die GASAG hat ihre SAP-Systemlandschaft in der Microsoft-Azure-Cloud überarbeitet. Nach Angaben des IT-Dienstleisters GISA sanken dadurch die monatlichen Speicherkosten deutlich, während sich die Leistungsfähigkeit der Systeme erhöhte. mehr...









