WülknitzBürger machen Wind

Die Energiegenossenschaft Neue Energien Ostsachsen (egNEOS) hat in ein neues Windrad investiert.
(Bildquelle: Neue Energien Ostsachsen eG (egNEOS))
In der Gemeinde Wülknitz dreht sich seit Dezember 2015 das erste Bürgerwindrad Sachsens. Wie die Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) mitteilt, ersetzt die von der Energiegenossenschaft Neue Energien Ostsachsen (egNEOS) betriebene Drei-Megawatt-Anlage auf der Fläche des Windparks Streumen-Glaubitz eine alte Windenergieanlage. „Das Bürgerwindrad in Wülknitz ist ein weiterer Beweis dafür, dass Bürger die Energiewende voranbringen und dazu beitragen können, einen Teil des erwirtschafteten Mehrwerts in der Region zu halten“, sagt Nils Boenigk, stellvertretender Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien. „Wülknitz zeigt, dass in Sachsen auch größere Projekte von Bürgern genossenschaftlich umgesetzt werden können.“ Bereits 883.000 Kilowattstunden hat die Anlage in ihrem erstem Monat ins Stromnetz eingespeist. Das ist laut der Meldung mehr als die alte Anlage in einem Jahr erzeugt hat. Mit der Idee des Bürgerwindrads, an dem sich die Gemeindemitglieder auch finanziell beteiligen können, ging Bürgermeister Hannes Clauß (parteilos) 2013 auf die im selben Jahr gegründete Energiegenossenschaft Neue Energien Ostsachsen eG (egNEOS) zu. Die Baukosten für das Windrad von rund fünf Millionen Euro hat die Energiegenossenschaft auf zwei Wegen aufgebracht: über ein kurzfristiges Bankdarlehen sowie ein nachrangiges Darlehen, welche Bürger über den Erwerb von Anteilen am Windrad gewährt haben. Hannes Clauß betont: „Insbesondere Bürger der Orte, die in der Nachbarschaft des Windrads leben, haben dadurch eine Möglichkeit erhalten, Miteigentümer der Windenergieanlage zu werden und somit auch an ihrem Ertrag zu partizipieren.“ Mittlerweile ist die Genossenschaft nach AEE-Angaben auf 112 Mitglieder angewachsen.
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