Dienstag, 4. August 2026

Energiewendedena fordert Gesamtkonzept

[25.01.2013] Eine bessere Abstimmung zwischen dem Ausbau der erneuerbaren Energien, dem Netzausbau und der Systemintegration ist nötig, wenn die Energiewende erfolgreich sein soll. Diese Auffassung vertritt die Deutsche Energie-Agentur und fordert Nachbesserungen.

Die Deutsche Energie-Agentur (dena) sieht zunehmend technischen Anpassungsbedarf bei der Umgestaltung der Energieversorgung. Die Energiewende sei gut und richtig, jetzt sei jedoch eine bessere Abstimmung zwischen dem Ausbau der erneuerbaren Energien, dem Netzausbau und der Systemintegration nötig. Stephan Kohler, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung, sagte: „Wir müssen regionale Entwicklungspläne für die Erneuerbaren aufstellen und zu einem Gesamtkonzept für Deutschland zusammenführen, um Überkapazitäten zu vermeiden, sonst verschwenden wir Ressourcen und viel Geld.“
Die dena rechnet vor, dass gemäß dem Netzentwicklungsplan im Jahr 2022 fast 220 Gigawatt Kraftwerksleistung installiert seien, von denen aber nur 88 Gigawatt als gesicherte Leistung zur Verfügung stünden, um die Netzhöchstlast im Winter in Höhe von 83 Gigawatt abdecken zu können. Diese installierte Leistung müsse aber auch in Bezug auf die Nachfrage in Schwachlastzeiten gesetzt werden, die bei rund 30 Gigawatt liege. Dass 2022 mindestens 54 Gigawatt Photovoltaik installiert sein werden und etwa 48 Gigawatt aus Windkraft stammen, mache den dringenden Handlungsbedarf bezüglich der Systemintegration deutlich. Es sei absehbar, dass die Erzeugungskapazitäten die Nachfrage in vielen Situationen weit übertreffen werde.
Die Bundesländer sollten deshalb auf Ausbauziele verpflichtet werden, die mit dem Netzentwicklungsplan übereinstimmen, fordert dena-Chef Kohler: „Die Fehlentwicklungen im Energiesystem, zum Beispiel bei der Photovoltaik, führen zu einem kontinuierlichen Anstieg der Strompreise für die deutschen Verbraucher. Deshalb ist eine schnelle und effiziente Anpassung und Steuerung des Gesamtsystems notwendig, um die negative Dynamik zu stoppen, den Preisanstieg zu drosseln und die Akzeptanz für die Energiewende in der Bevölkerung zu erhalten.“
Für den Umbau des Energiesystems seien eine differenzierte Herangehensweise und systemische Lösungen nötig. Die dena fordert Nachbesserungen, um die Energiewende erfolgreich zu gestalten:
Ohne Energieeffizienz keine Energiewende: Um die CO2-Reduktions- und die Energiewende-Ziele der Bundesregierung zu erreichen, sei eine deutliche Steigerung der Energieeffizienz notwendig. Eine demnächst erscheinende dena-Untersuchung zeige, dass das deutsche Marktmodell der richtige Ansatz sei, um die Energieeffizienz nachhaltig zu steigern. Es ziele darauf ab, dem Energieverbraucher Anreize zu setzen, damit dieser aktiv Energieeffizienzprodukte und -dienstleistungen nachfrage.
Einführung von Smart Grids: Die dena-Studien zum Optimierungsbedarf in den deutschen Stromnetzen machten deutlich, dass die Integration der Erneuerbaren nur dann effizient gestaltet werden kann, wenn die Netze nicht nur ausgebaut, sondern auch entsprechend intelligent gesteuert werden. Dies gelte insbesondere für die Verteilnetzebene, über die mehr als 90 Prozent der Erneuerbare-Energien-Anlagen ans System angeschlossen werden. Last-Management sei ein wichtiges Instrument zur Integration des regenerativ erzeugten Stroms, um die Nachfrage an die fluktuierende Erzeugung anzupassen.
Konventionelle Kraftwerke: In ihrer Studie „Integration der erneuerbaren Energien in den deutsch-europäischen Strommarkt“ habe die dena gezeigt, dass die erneuerbaren Energien 2050 über 80 Prozent des Stroms liefern werden, aber nur knapp 24 Prozent der gesicherten Leistung stellen. Effiziente Gas- und Kohlekraftwerke werden voraussichtlich rund 60 Prozent der gesicherten Leistung stellen müssen. Deshalb werde Deutschland auch längerfristig einen ausgewogenen Technologiemix zwischen erneuerbaren Energien und konventionellen Kraftwerken benötigen, um die regenerative Stromerzeugung ins System zu integrieren und gleichzeitig die Versorgungssicherheit trotz stark fluktuierender Erzeugung aus Wind- und Solarkraftwerken zu gewährleisten.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Politik

EEG-Novelle/Netzanschlusspaket: Stellungnahmen zu Reformschritten

[29.07.2026] Das Bundeskabinett hat heute die Entwürfe für die EEG-Novelle und das Netzanschlusspaket beschlossen. Energieverbände begrüßen den Reformkurs, verlangen im parlamentarischen Verfahren aber an zentralen Punkten Änderungen. mehr...

Thüringen: Energie-Anlagen schneller genehmigen

[28.07.2026] Thüringen will Genehmigungsverfahren für Industrie- und Energie-Anlagen weiter beschleunigen. Neue Vorgaben und organisatorische Maßnahmen sollen Investitionen sowie den Ausbau der Energie-Infrastruktur erleichtern, ohne den Umweltschutz zu schwächen. mehr...

Politik: Stellungnahmen zur EEG-Novelle und zum Netzanschlusspaket

[24.07.2026] Die Referentenentwürfe zur EEG-Novelle und zum Netzanschlusspaket stoßen bei Ländern und Verbänden auf ein geteiltes Echo. Während einige Akteure Nachbesserungen verlangen, sehen andere wichtige Fortschritte – fordern aber mehr Zeit und einen strukturierten Dialog vor dem Kabinettsbeschluss. mehr...

Sokratherm: Politische Entscheidungen verbessern Bedingungen für KWK

[22.07.2026] Das neue Gebäudemodernisierungsgesetz und ein EuGH-Urteil stärken die Rahmenbedingungen für Kraft-Wärme-Kopplung. Beide Entscheidungen könnten den Einsatz von Blockheizkraftwerken erleichtern und die anstehende Reform des KWK-Gesetzes beeinflussen. mehr...

EEG-Novelle: Kritik aus der Biogasbranche

[22.07.2026] Ein Netzwerk der Biogasbranche kritisiert den Entwurf zur EEG-Novelle als existenzielle Bedrohung für bestehende Biogasanlagen. Nach Ansicht der Flexperten gefährden die geplanten Ausschreibungsregeln Versorgungssicherheit, Wärmewende und ländliche Wertschöpfung – und fordern deutliche Nachbesserungen. mehr...

bericht

Energiewende: Hybridlösungen statt neuer Lock-ins

[14.07.2026] Die Kraftwerksstrategie des Bundes setzt auf zentrale Großprojekte – doch die kommen zu spät und schaffen neue Abhängigkeiten. Kommunale Hybridlösungen aus KWK, Wärmepumpen, Photovoltaikanlagen und Speichern bieten einen schnelleren, resilienteren Weg. mehr...

Naturstrom: Weniger Negativpreise

[07.07.2026] An der Strombörse gab es im ersten Halbjahr 2026 deutlich weniger Stunden mit negativen Preisen als im Vorjahr. Eine Analyse zeigt, warum die Preise trotz der globalen Energiekrise insgesamt stabil blieben und welche Rolle erneuerbare Energien und Flexibilität dabei spielen. mehr...

Ein großer Mobilkran richtet auf einer Freifläche am Waldrand einen Gittermast einer Hochspannungsfreileitung auf. Mehrere Monteure begleiten die Montage, während weitere Mastsegmente am Boden bereitliegen. Über der Baustelle erstreckt sich ein blauer Himmel mit großen weißen Wolken.

TenneT: Bund steigt ein

[06.07.2026] Der Bund hat seine Beteiligung am Stromübertragungsnetzbetreiber TenneT Germany abgeschlossen. Über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) hält der Staat nun 25,1 Prozent der Anteile. Nach Angaben der Bundesregierung soll damit der Ausbau des Stromübertragungsnetzes unterstützt werden. mehr...

Großer Solarpark mit langen Reihen von Photovoltaikmodulen vor mehreren Windenergieanlagen. Die Anlage erstreckt sich über eine offene Landschaft unter einem wolkigen Himmel und veranschaulicht die kombinierte Nutzung von Solar- und Windenergie zur Stromerzeugung.

BDEW/ZSW: BDEW/ZSW

[02.07.2026] Erneuerbare Energien haben im ersten Halbjahr 2026 einen Rekordanteil an der Stromversorgung in Deutschland erreicht. Vorläufigen Berechnungen von ZSW und BDEW zufolge stammten 58 Prozent des Bruttostromverbrauchs aus erneuerbaren Quellen. mehr...

Gedämmte Fernwärmeleitungen verlaufen in mehreren Bögen über das Außengelände einer Energieanlage. Die groß dimensionierten silberfarbenen Rohre führen entlang eines modernen Technikgebäudes und veranschaulichen die Infrastruktur eines Wärmenetzes.

Städtetag / VKU: Verlässliche Regeln für die Wärmeplanung

[01.07.2026] Zum Stichtag für die Veröffentlichung kommunaler Wärmepläne fordern der Deutsche Städtetag und der Verband kommunaler Unternehmen ein umfassendes Wärmepaket der Bundesregierung. Nach Angaben beider Verbände sorgen geplante Änderungen am Gebäudemodernisierungsgesetz für Unsicherheit bei Kommunen und Stadtwerken. mehr...

Energieeffizienzgesetz: Stellungnahmen zur Gesetzesnovelle

[26.06.2026] Die Bundesregierung hat die Novelle des Energieeffizienzgesetzes beschlossen und mehrere Vorgaben für Unternehmen und Rechenzentren angepasst. Verbände aus Digitalwirtschaft und Energiewirtschaft begrüßen den Abbau von Bürokratie, sehen aber weiterhin Nachbesserungsbedarf bei einzelnen Regelungen. mehr...

Netzausbau: Bündnis fordert Freileitungsvorrang

[17.06.2026] Ein Bündnis aus Netzbetreibern, Verbänden und Wirtschaftsorganisationen fordert einen konsequenten Freileitungsvorrang beim Ausbau neuer Gleichstromtrassen. Die Akteure warnen, dass Ausnahmen im Bundesbedarfsplangesetz den Netzausbau verteuern und verzögern könnten. mehr...

Hessen: Finanzielle Beteiligung soll Pflicht werden

[15.06.2026] Hessen will Kommunen künftig verpflichtend an den Erträgen von Wind- und Solaranlagen beteiligen. Das neue Gesetz soll die Akzeptanz der Energiewende vor Ort erhöhen und den Ausbau erneuerbarer Energien beschleunigen. mehr...

BDEW Kongress 2026: Branche fordert Planungssicherheit

[11.06.2026] Die Energiebranche fordert von der Bundesregierung zügige Entscheidungen bei zentralen energiepolitischen Vorhaben. Beim BDEW Kongress 2026 warnten Verbandsvertreter vor Verzögerungen bei wichtigen Gesetzen und forderten mehr Planungssicherheit für Investitionen. mehr...

Kerstin Andreae, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), spricht auf der Bühne des BDEW-Kongresses 2026 an einem Rednerpult. Hinter ihr ist das Kongresslogo auf einer großflächigen, violett beleuchteten Bühnenwand zu sehen. Im Vordergrund stehen die roten Buchstaben des BDEW-Logos. Die Aufnahme zeigt ihren Auftritt während der Eröffnung der Fachveranstaltung.

BDEW Kongress 2026: Verband drängt auf schnelle Beschlüsse

[11.06.2026] Der BDEW fordert von der Bundesregierung ein abgestimmtes Energiepaket für 2026. Nach Ansicht des Verbands müssen mehrere zentrale Gesetzesvorhaben zügig beschlossen werden, um Investitionen in die Energieinfrastruktur abzusichern. mehr...