Dokumenten-ManagementEffiziente Arbeit, weniger Stress

MAWV behält dank DMS den Überblick über seinen Schriftverkehr.
(Bildquelle: Märkischer Abwasser- und Wasserzweckverband)
Der Märkische Abwasser- und Wasserzweckverband (MAWV) hat eine zentrale, vom Gesetzgeber auf die Kommunen übertragene Aufgabe: In den Mitgliedsgemeinden südöstlich von Berlin verlassen sich mehr als 110.000 Bürger darauf, dass ihnen täglich frisches Trinkwasser geliefert und ihr Schmutzwasser zuverlässig entsorgt wird. Jeder Bürger verbraucht dabei rund 105 Liter am Tag. Zusammen mit dem Bedarf von Gewerbe und Industrie ergibt sich ein Trinkwassersee von rund 5,3 Millionen Kubikmetern pro Jahr.
Der MAWV mit Sitz in Königs Wusterhausen beschäftigt selbst sieben Mitarbeiter, lässt aber zahlreiche Arbeiten, beispielsweise Abrechnungen oder die Instandhaltung der Anlagen und Netze, von der Betriebsführungsgesellschaft DNWAB ausführen. Trotzdem muss er den Überblick über sämtliche Vorgänge behalten, denn: „Wir haben viele telefonische Anfragen und regen Schriftverkehr mit den Bürgern“, erklärt Heike Grüning, kaufmännische Mitarbeiterin beim MAWV. Wenn sich beispielsweise durch neue Gesetze die Bescheide ändern, der Wasserzählerstand gefragt ist oder Rechnungen ausstehen: „Die Bürger erwarten immer sofort Auskunft auf ihre Fragen.“ Damit alle dafür benötigten Unterlagen in einem zentralen Dokumenten-Pool zur Verfügung stehen, entschied sich der Verband Ende 2015 für den Einsatz des Dokumenten-Management-Systems (DMS) von Anbieter DocuWare.
Waschkörbeweise Belege
Vor der DMS-Einführung hatte im Verband jeder seine persönliche Ablage. Bei Abwesenheit des zuständigen Mitarbeiters war es kaum möglich, auf dessen Unterlagen wie etwa Erschließungsverträge, Verrechnungen der Anlagen oder Kundenschreiben zuzugreifen. Täglich mussten außerdem bis zu 50 eingehende Dokumente, meist Rechnungen und Briefe, abgelegt werden. „Früher haben wir diese Belege waschkörbeweise an die Betriebsführungsgesellschaft übergeben, die im gleichen Haus ihre Geschäftsräume hat“, erinnert sich Heike Grüning. Es fiel damit schwer, den Überblick zu behalten, zudem mussten Kundenanfragen oft weitergeleitet werden. „Heute können die Mitarbeiter der Betriebsführung ebenso wie wir jederzeit auf diese Belege im zentralen Dokumenten-Pool zugreifen“, sagt Grüning. Mitentscheidend für die Einführung eines DMS war auch der zunehmende Platzmangel. Das Archiv im Haus ist begrenzt, ältere Unterlagen wurden in ungenutzte Räume der Wasserwerke ausgelagert. Die Suche nach Dokumenten war vor der DMS-Einführung entsprechend zeitaufwendig.
Roadmap überzeugt Skeptiker
Für DocuWare sprach aber auch das Engagement des Software-Herstellers, betont Heike Grüning: „Wir haben uns von DocuWare sehr gut verstanden gefühlt.“ Arbeitsprozesse wurden genau analysiert, die Besonderheiten des Verbands schnell erkannt und ebenso berücksichtigt wie die enge Beziehung zur Betriebsführungsgesellschaft. Für die Einführung der Software erarbeitete der Verband gemeinsam mit DocuWare eine Roadmap. „Dieser klare und verständliche Ablauf hat auch Skeptiker dazu gebracht, das neue System zu akzeptieren“, sagt Grüning. Beim Start der Software gab es dann auch keinerlei Betriebsunterbrechung. Zum Erfassen eingehender Belege wurde der Scanner Brother PDS-5000 neu angeschafft. Zusätzlich wurde jeder Arbeitsplatz mit einem zweiten Bildschirm ausgestattet, dazu ein neuer Arbeitsplatz für Praktikanten und Lehrlinge eingerichtet. Seit Januar 2016 ist DocuWare beim MAWV im Einsatz. Heute arbeiten alle sieben Mitarbeiter im Verband und drei Mitarbeiter der Betriebsprüfungsgesellschaft regelmäßig mit der Lösung.
Gestartet ist der DMS-Einsatz beim Posteingang: Rechnungen und Briefe werden gescannt, manuell indexiert und im zentralen Dokumenten-Pool abgelegt. Ein Großteil der Lieferanten schickt Rechnungen bereits per E-Mail. Diese werden ebenfalls in DocuWare gespeichert. Sämtliche Verträge, die der Verband mit Kunden und Lieferanten abschließt, werden zwar weiterhin im Original archiviert, nun aber vorher gescannt und im zentralen Dokumenten-Pool abgelegt. Hier schätzt Heike Grüning besonders die Funktion „Auf Termin legen“: Sie erhält dann automatisch Nachricht, wenn ein Vertrag fällig wird. Kündigungsfristen lassen sich damit problemlos einhalten. Auch Personal- und Technikabteilung sind inzwischen in das DMS eingebunden. Personalunterlagen, Schriftverkehr und technische Zeichnungen stehen den berechtigten Mitarbeitern dort sofort für den Zugriff bereit.
Transparenz erhöht
Für die Prüfung der Eingangsrechnungen wurde ein elektronischer Workflow eingerichtet. Er startet, sobald eine Rechnung entweder nach dem Scannen oder über Connect to Outlook indexiert und in DocuWare archiviert ist. Das Dokument wird automatisch in die Liste des zuständigen Sachbearbeiters eingetragen. Öffnet dieser den DocuWare Client, sieht er die freizugebende Rechnung, prüft sie und setzt den entsprechenden digitalen Stempel: Angenommen, Gekürzt oder Abgelehnt. Damit wandert die Rechnung in die Aufgabenliste von Heike Grüning. Je nach Stempel leitet sie weitere Schritte ein. Ist die Rechnung angenommen, sind für die Freigabe noch zwei weitere Unterschriften nötig. Dazu erscheint die Rechnung in den Listen des kaufmännischen Leiters und des Verbandsvorstehers. Haben diese die entsprechenden Stempel gesetzt, wird bezahlt und erneut gestempelt. Zum Schluss wird das Dokument an die Mitarbeiter der Betriebsprüfungsgesellschaft weitergeleitet, womit der Workflow endet. Die Rechnungsprüfung sei damit nicht nur weniger fehlerhaft, sondern auch sehr viel schneller geworden, sagt Heike Grüning. Positiv beurteilt sie vor allem die Transparenz: „Bei Anfragen kann ich jetzt sofort Auskunft über den aktuellen Stand der Dinge geben. Alles ist genau dokumentiert. Das schätzen auch die Lieferanten.“
Ausbau geplant
Um das Potenzial der Software noch besser zu nutzen, sorgen regelmäßige Workshops für den Erfahrungsaustausch unter den Kollegen. Außerdem erläutern YouTube-Videos von DocuWare die verschiedensten Anwendungsmöglichkeiten praxisnah. Der MAWV jedenfalls plant, das DMS-Projekt auszubauen. Als Nächstes soll die Integration in ein Buchhaltungssystem erfolgen.
Dieser Beitrag ist in der September/Oktober-Ausgabe von stadt+werk erschienen. Hier können Sie ein Exemplar bestellen oder die Zeitschrift abonnieren.
Cyber-Sicherheit: Risiken für Wind- und Solarparks
[13.10.2026] Eine neue Studie hat Tausende über das Internet erreichbare Systeme im Umfeld europäischer Wind- und Solarparks identifiziert. Der Cyber-Sicherheitsrat Deutschland warnt vor wachsenden Risiken für die Energieversorgung durch die zunehmende Dezentralisierung. mehr...
Stadtwerke Flensburg: Instandhaltung auf neue Softwarelösung umgestellt
[06.10.2026] Die Stadtwerke Flensburg haben ihre mobile Instandhaltung auf eine neue Softwarelösung umgestellt. Das Maintenance Portal von argvis soll papierbasierte Abläufe ersetzen und die Arbeit in Netzen, Erzeugung und Service auf einer gemeinsamen Plattform bündeln. mehr...
Soluvia: Abrechnungsplattform für Stadtwerke eröffnet
[29.09.2026] Soluvia Energy Services bietet seine Abrechnungsplattform SESuite erstmals Energieversorgern außerhalb des MVV-Energie-Konzerns an. Das Full-Service-Angebot richtet sich vor allem an kleinere und mittlere Versorger, die ihre Abrechnungssysteme ablösen oder neu aufstellen wollen. mehr...
data analytics institute: Neuer Konsortialpartner von energy data-X
[28.09.2026] Das data analytics institute wird Konsortialpartner von energy data-X und bringt seinen Datenraum HEAT-X für die kommunale Wärmeplanung ein. Damit sollen Daten aus Strom- und Wärmesektor künftig über eine gemeinsame Infrastruktur verknüpft werden. mehr...
Greenflash: Dezentrale Energiesysteme in Echtzeit steuern
[25.09.2026] Greenflash hat mit Greencore AI eine Software zur Echtzeitsteuerung dezentraler Energiesysteme entwickelt. Sie soll Erzeugung, Speicherung und Verbrauch anhand von Prognosen und aktuellen Marktdaten wirtschaftlich aufeinander abstimmen. mehr...
items: ITS Group übernimmt Fernwärme-Software
[24.09.2026] items überträgt seine Fernwärme-Software Grid Insight: Heat zum 1. November 2026 an die ITS Group. Mit der Software wechselt auch das zuständige Team zum Dortmunder Unternehmen. mehr...
G&W Software: Unterstützung bei Investitionsentscheidungen
[21.09.2026] Der Umbau der Energieversorgung stellt Versorger vor langfristige Investitionsentscheidungen bei Gas-, Wärme- und Stromnetzen. Die Software CaliforniaX soll dabei helfen, unterschiedliche Szenarien zu kalkulieren und Infrastrukturprojekte auf ihre Wirtschaftlichkeit zu prüfen. mehr...
GISA: Stadtwerke Bonn modernisieren Data Warehouse
[17.09.2026] Die Stadtwerke Bonn haben ihr bisheriges SAP Business Warehouse durch eine neue Plattform auf Basis von SAP BW/4HANA ersetzt. Gemeinsam mit dem IT-Dienstleister GISA wurde die Analytics-Landschaft des kommunalen Unternehmens neu aufgestellt. mehr...
Thüga SmartService: KI-Plattform für Stadtwerke gestartet
[09.09.2026] Thüga SmartService hat mit SKIP eine speziell auf die Energiewirtschaft zugeschnittene Plattform für Künstliche Intelligenz entwickelt. Stadtwerke und Energieversorger sollen damit KI-Agenten für Wissensmanagement und Geschäftsprozesse einsetzen können, ohne die Kontrolle über ihre Daten abzugeben. mehr...
cortility: KI automatisiert Standardanliegen
[03.09.2026] cortility und Pipeforce wollen Künstliche Intelligenz stärker für die automatisierte Bearbeitung von Kundenanliegen bei Energieversorgern einsetzen. Standardvorgänge wie Zählerstandsmeldungen, Umzüge oder Abschlagsfragen sollen sich damit weitgehend ohne manuelle Eingriffe verarbeiten lassen. mehr...
E-Rechnung: Versandpflicht wird ausgeweitet
[26.08.2026] Für Unternehmen mit mehr als 800.000 Euro Umsatz verschärfen sich zum Jahreswechsel die Vorgaben für elektronische Rechnungen. Ab Januar 2027 müssen sie E-Rechnungen nach der europäischen Norm EN 16931 versenden. Ein Jahr später gilt die Vorgabe für alle Unternehmen. mehr...
KRITIS-Schutz: Resilienz ist Pflicht
[18.08.2026] Mit dem KRITIS-Dachgesetz sind Städte und Gemeinden unter Zugzwang: Bis Mai 2027 müssen Schutzkonzepte stehen. Doch zwischen gesetzlicher Pflicht und gelebter Resilienz klafft häufig noch eine gefährliche Lücke. mehr...
Maingau: Portfoliomanagement in der Cloud
[14.08.2026] Maingau hat sein Portfolio-Management auf eine Cloud-Lösung von Kisters umgestellt. Damit will der Energieversorger Handelsprozesse stärker automatisieren und weitere Funktionen in die Systemlandschaft integrieren. mehr...
Kundenservice: Vom Antrag zur Lösung
[13.08.2026] Stadtwerke können ihre Kundenservices mit durchgängigen End-to-End-Prozessen effizienter gestalten. Standardisierte Abläufe, intelligentes Routing und KI sollen Bearbeitungszeiten verkürzen und Mitarbeitende entlasten – entscheidend bleibt dabei die Verbindung von Technik, Daten und Menschen. mehr...
kraftwerk Software Gruppe: Joules erhält KI-Funktionen
[13.08.2026] Die kraftwerk Software Gruppe hat die Software Joules erweitert. Das aktuelle Release bringt KI-gestützte Funktionen für verschiedene Arbeitsabläufe sowie ein neu aufgebautes Kunden-, Lead- und Servicemanagement. mehr...












