Mittwoch, 22. April 2026

LübeckNeuer Solarthermiepark vorgestellt

[22.04.2026] Der neue Solarthermiepark im Lübecker Stadtteil Moisling speist CO₂-neutrale Wärme in das Fernwärmenetz ein. Die Anlage deckt bereits einen zweistelligen Anteil des lokalen Bedarfs und gilt als zentraler Baustein der kommunalen Wärmewende.

Der neue Solarthermiepark im Lübecker Stadtteil Moisling soll dauerhaft einen relevanten Anteil der Wärmeversorgung klimaneutral sichern.

v.l.: Dr. Jens Meier, CEO Stadtwerke Lübeck Gruppe; Björn Ruschepaul, Leiter Fernwärme Stadtwerke Lübec

(Bildquelle: Stadtwerke Lübeck Gruppe GmbH)

Mit einem großflächigen Solarthermiepark treibt Lübeck die Dekarbonisierung seiner Fernwärmeversorgung voran. Wie die Stadtwerke Lübeck mitteilen, wurde die Anlage im Stadtteil Moisling jetzt vorgestellt und soll dauerhaft einen relevanten Anteil der Wärmeversorgung klimaneutral sichern.

Die Anlage umfasst 788 großformatige Sonnenkollektoren mit einer Gesamtfläche von 12.500 Quadratmetern. Daraus resultiert eine thermische Spitzenleistung von acht Megawatt (MW). Der jährliche Wärmeertrag liegt bei bis zu 3,7 Gigawattstunden (GWh). Damit deckt der Solarthermiepark rund 11,7 Prozent des Bedarfs im bestehenden Fernwärmenetz von Moisling. Rechnerisch entspricht das der Versorgung von mehr als 350 Wohneinheiten mit jeweils etwa 80 Quadratmetern Wohnfläche.

Kern der Technik ist die direkte Umwandlung von Solarstrahlung in Wärme. Eine Trägerflüssigkeit nimmt die Energie in den Kollektoren auf und transportiert sie ins Netz. Ein integrierter Wärmespeicher mit einem Volumen von 3.000 Kubikmetern gleicht Schwankungen aus und stellt die Versorgung auch bei wechselnder Sonneneinstrahlung sicher. So bleibt die Einspeisung stabil und planbar.

Nach Angaben der Stadtwerke spart die Anlage jährlich rund 800 Tonnen CO₂ im Vergleich zu einer gasbasierten Wärmeerzeugung ein. Gleichzeitig stärkt sie die regionale Energieversorgung, da sie unabhängig von importierten fossilen Brennstoffen arbeitet.

Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau (SPD) bezeichnet das Projekt als konkreten Schritt zur Umsetzung der kommunalen Wärmeplanung: „Der Solarthermiepark Moisling zeigt, wie wir die Anforderungen der kommunalen Wärmeplanung in konkrete Projekte übersetzen.“ Auch der Vorstandsvorsitzende der Stadtwerke, Jens Meier, hebt die strategische Bedeutung hervor. Die Anlage vergrüne die Fernwärme dauerhaft und mache sie zugleich sicherer und kalkulierbarer.

Mit dem Projekt positioniert sich Lübeck im bundesweiten Vergleich als Standort großskaliger Solarthermie. Die Anlage zählt zu den größten ihrer Art in Deutschland und soll als Modell für weitere urbane Wärmelösungen dienen.





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