Samstag, 31. Oktober 2026

StudieGewinne steigen wieder

[13.06.2017] Die kommunalen Energieversorger haben ihr Kerngeschäft stabilisiert oder sogar gestärkt. Das macht sich positiv in den Bilanzen bemerkbar.
Laut der Studie erwirtschaften kommunale Unternehmen wieder höhere Gewinne.

Laut der Studie erwirtschaften kommunale Unternehmen wieder höhere Gewinne.

(Bildquelle: PwC)

Die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC hat die Finanzkennzahlen von 300 kommunalen Energieversorgungsunternehmen (EVU) in Deutschland für das Geschäftsjahr 2015 untersucht und kommt zu einem überraschenden Ergebnis: Die Unternehmen erwirtschaften wieder höhere Gewinne. Im Mittel legten die Ergebnisse vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um 6,9 Prozent zu. Die Rentabilität (Ebitda-Marge) stieg laut der PwC-Analyse von 13,9 auf 15 Prozent. Das sei der beste Wert seit 2010.
PwC-Finanzierungsexperte Bernd Papenstein erläutert: „Unter dem Strich bedeuten die Resultate eine positive Überraschung. Denn trotz der vielfältigen Belastungen für die Branche ist es den EVUs gelungen, ihr operatives Kerngeschäft zu stabilisieren oder sogar zu stärken. Wir sehen, dass die EVUs die Herausforderungen inzwischen deutlich offensiver angehen, als das noch vor drei, vier Jahren der Fall war.“
Trotz der positiven Ergebnisentwicklung sei jedoch weiterhin Vorsicht geboten. Die Verschuldung der Unternehmen sei höher als im Vorjahr und jeder sechste kommunale Energieversorger weise eine Eigenkapitalquote von zum Teil deutlich unter 25 Prozent aus. Weil sie über 90 Prozent ihrer Überschüsse an die Gesellschafter ausschütten, hätten die Versorgungsunternehmen einen hohen Kreditbedarf. Norbert Schwieters, Leiter Energiewirtschaft bei PwC, warnt deshalb: „Das mag zur Finanzierung anderer kommunaler Aufgaben existenziell sein, zehrt aber an der Finanzkraft der Unternehmen.“
Nach Angaben von PwC wurden erstmals auch die Jahresabschlüsse von 75 kommunalen Konzernverbünden analysiert, in die viele EVUs eingegliedert sind. Dabei habe sich gezeigt, dass die mittlere Eigenkapitalquote in den Verbünden mit 29,6 Prozent deutlich niedriger ausfällt als bei den klassischen EVUs. Zugleich sei der mittlere dynamische Verschuldungsgrad signifikant höher. Und: Rund ein Fünftel der Konzerne schrieb 2015 unterm Strich sogar Verluste. Bernd Papenstein: „Wir erleben immer öfter, dass die Gewinne der EVUs den Kapitalbedarf des Gesamtkonzerns – anders als früher üblich – nicht mehr vollständig decken. Darum müssen die Kommunen alternative Finanzierungsansätze entwickeln, die in ihrer Komplexität über die klassische EVU-Finanzierung hinausgehen.“





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