Donnerstag, 26. Februar 2026

MunsterGroßwärmepumpe für Nahwärmenetz eingetroffen

[17.11.2025] In Munster ist eine Großwärmepumpe mit rund 300 Kilowatt Leistung für ein neues mittelwarmes Nahwärmenetz eingetroffen. Das System soll ab Ende 2025 erste Gebäude versorgen und bis 2027 den vollständigen Betrieb aufnehmen.

Die großtechnische Wärmepumpe beliefert ab Ende 2025 die Neubauten des Quartiers Munster-Breloh.

(Bildquelle: EWE/Frank Görner)

In Munster im Heidekreis (Niedersachsen) hat die Anlieferung einer zentralen Großwärmepumpe den Ausbau eines neuen Nahwärmenetzes vorangebracht. Wie EWE berichtet, bildet die rund 300 Kilowatt starke Luft-Wasser-Wärmepumpe das Herzstück eines mittelwarmen Netzes, das den Energieverbrauch senken und CO2-Emissionen vermeiden soll. Das Quartier im Heidekreis setzt auf ein Konzept mit gleitenden Vorlauftemperaturen zwischen 20 und 42 Grad Celsius, um Wärmeverluste zu verringern und die Effizienz der Technik zu steigern. Der Teilbetrieb soll Ende 2025 starten, der Vollbetrieb für etwa 70 Gebäude ist für 2027 vorgesehen.

Die Gesellschaft für Entwickeln und Bauen (GEB) steuert laut EWE die Quartiersentwicklung, während der Energiekonzern Planung und Umsetzung der Energieversorgung verantwortet. Parallel zum Wärmenetz entsteht ein Stromnetz, das von der Konzerntochter EWE Netz umgesetzt wird. Bürgermeister Ulf-Marcus Grube betont die Bedeutung des Projekts für eine klimafreundliche lokale Energieversorgung, während Projektleiter Dieter Michael Beier zufolge die Kombination aus zentralem Wärmenetz und dezentraler Warmwasserbereitung eine zukunftsfähige Lösung für das Quartier darstellt.

Das mittelwarme Nahwärmenetz unterscheidet sich von klassischen Fernwärmesystemen durch sein niedriges Temperaturniveau. Es transportiert ausschließlich Heizungswasser und reduziert damit systembedingte Verluste. Die Trinkwassererwärmung erfolgt dezentral: Jede Wohneinheit nutzt eine kompakte Brauchwasserwärmepumpe, die Energie aus dem Netz bezieht und das Wasser auf etwa 60 Grad Celsius bringt. Den Strom liefert in der Regel eine hauseigene Photovoltaikanlage.

EWE sieht das Munsteraner Projekt als Baustein seiner Strategie, die Energieversorgung Norddeutschlands klimafreundlich auszurichten. Dem Unternehmen zufolge sollen bis 2035 mehr als 16 Milliarden Euro in Wärmenetze, erneuerbare Energien, Wasserstoffinfrastruktur, Elektromobilität und digitale Netze fließen.





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